Stand: 21.12.2017 11:56 Uhr

Kaminöfen: Wohlige Wärme mit Nebenwirkung

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Moderne Kaminöfen geben weniger Schadstoffe ab als alte Modelle.

Ein knisterndes Feuer, behagliche Wärme und eine vermeintlich gute Ökobilanz. Diesen Traum von einer warmen Wohnung per Kaminofen wollen sich immer mehr Deutsche erfüllen. Doch der massenhafte Gebrauch von Holzöfen sorgt inzwischen für ernste Umweltprobleme. Zwar entsteht bei einem Holzfeuer nur so viel des Klimakiller-Gases CO2 wie der Baum beim Wachstum aus der Luft entnommen hat. Doch gleichzeitig strömen verschiedene andere Schadstoffe durch den Schornstein.

Mehr Feinstaub als aus allen Autos

Zum größten Feind gesunder Luft hat sich Feinstaub entwickelt. Die winzigen Teilchen, kleiner als Zehn-Millionstel Meter, dringen über die Atemwege bis in das Blut des Menschen vor. Seit vielen Jahren sollen immer strengere Richtlinien für Autos und Industrieanlagen dafür sorgen, dass der Feinstaubgehalt in der Luft sinkt.

Doch die Vielzahl der Kamine und Kaminöfen hat das Problem neu angeheizt. Inzwischen kommt aus den rund 12 Millionen Kaminöfen in deutschen Wohnungen mehr Feinstaub als der gesamte Autoverkehr erzeugt, so das Umweltbundesamt. Während die Abgase aus Großanlagen aufwendig gefiltert werden, blasen Millionen kleiner Öfen Schadstoffe meist pur in die Luft.

Pellets und moderne Öfen schonen die Umwelt

Deutlich besser schneiden Pellet-Heizungen ab, die stark gepresste Holzstückchen gleichmäßig verbrennen und sich gut regeln lassen. Am anderen Ende der Schadstoffbilanz stehen alte Öfen oder Kamine, die nicht dauerhaft, sondern nur zeitweise angeheizt werden. Gerade dabei entstehen viel Qualm und Schadstoffe. Die Oldtimer geben außerdem weniger Wärme an den Wohnraum ab als moderne Kaminöfen.

Die Regeln werden strenger

Richtig anheizen

Experten raten, beim Anheizen von Öfen zu diesem Vorgehen: Zunächst grobe Holzstücke in den Brennraum legen, darauf kleineres "Anmachholz" und Anzünder verteilen. So werden Brennraum und Schornstein schnell erwärmt und der Ofen zieht gut. Wichtig ist auch ausreichende Luftzufuhr.

Gesetzlich ist der Schadstoffausstoß in der Verordnung zum Bundes-Immissionschutzgesetz (1. BImSchV) für sogenannte Kleinfeuerungsanlagen geregelt. Die aktuelle Fassung stammt von 2010. Sie legt fest, wie viel Schadstoffe Kaminöfen abgeben dürfen. Für ältere Öfen, die vor 2010 gebaut wurden, gelten dabei höhere Grenzwerte als für neue. Außerdem gibt es lange Übergangsregelungen bis Ende 2024. Von 2018 an müssen Öfen, deren Zulassung aus den Jahren 1975 bis 1984 stammt, die aktuellen Grenzwerte einhalten oder sie dürfen nicht mehr betrieben werden. Ein Ratgeber des Umweltbundesamtes informiert über die Vorschriften.

Holz muss lange trocknen

Um den Feinstaub zu reduzieren, sollten Ofenbesitzer nur gut getrocknetes Holz verheizen. Mindestens zwei Jahre dauert es, bis frisch geschlagenes Holz bei richtiger Lagerung durchtrocknet. Aufgrund der hohen Nachfrage wird Brennholz jedoch teilweise in Hallen getrocknet, die mit fossilen Brennstoffen wie Gas oder Öl beheizt werden. Für die Umweltbilanz des Holzes ist das ebenso negativ wie lange Transportwege. Käufer sollten daher genau nachfragen, woher das Holz stammt und wie es getrocknet wurde. Legt man Holz in einem brennenden Ofen nach, ist es wichtig, die Tür langsam und zunächst nur einen Spalt zu öffnen. Sonst funktionieren die Abzugssysteme moderner Öfen nicht und Schadstoffe gelangen ins Zimmer.

Auf keinen Fall dürfen Abfälle in Öfen verbrannt werden oder Hölzer, die mit Schadstoffen wie Lacken belastet sind.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 26.12.2017 | 08:00 Uhr

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