Stand: 04.01.2019 16:14 Uhr

Augen auf beim Käsekauf

Ob Gouda oder Frischkäse: Käse gehört zu den beliebtesten Lebensmitteln in Deutschland. Rund 24 Kilogramm verzehren die Deutschen jährlich im Schnitt pro Kopf. Einen Großteil davon kaufen sie in Supermärkten. Wer nicht ungewollt zu viel zahlen und auf unliebsame Zusatzstoffe verzichten möchte, sollte allerdings beim Einkauf genau hinschauen. Denn sowohl die Hersteller als auch die Supermärkte greifen zu Tricks, um ihre Gewinnspanne zu steigern.

Milchvielfalt im Supermarkt © NDR/Manuela Rose

Die Tricks mit Milch und Käse

Doku & Reportage -

Vollmilch, Weidemilch, Alpenmilch – wer soll da durchblicken? Und Käse wird mit Ersatzstoffen und Phosphaten gestreckt. Jo Hiller hat sich in der Milch- und Käsebranche umgeschaut.

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Verpackungstricks beim Käse

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Käse aus dem Kühlregal ist meist billiger als von der Frischetheke - auch, wenn das Produkt dasselbe ist.

Viele Märkte haben eine Frischetheke, wo Kunden sich ihren Käse aussuchen und direkt vom Laib schneiden lassen können. Zusätzlich findet der Kunde im Kühlregal eine große Auswahl abgepackter Käsesorten. Einige Märkte bieten darüber hinaus noch ein zweites Kühlregal mit Käse, der so aussieht, als ob er gerade erst an der Frischetheke verpackt worden sei. Es ist also möglich, in einem Supermarkt exakt dieselbe Käsesorte von derselben Marke zu kaufen, die auf drei unterschiedliche Arten verpackt ist.

Je nach Verpackung steigt der Preis

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Käse vom Wochenmarkt ist meist am Stück statt in Scheiben erhältlich. Vorteil: Er trocknet nicht so schnell aus.

Der Käse ist der gleiche, aber es gibt einen gravierenden Unterschied: den Preis. Meist ist der Käse von der Frischetheke am teuersten. Auch der Käse, der aussieht, als sei er gerade erst verpackt, ist teurer als der herkömmlich industriell verpackte aus dem Kühlregal. Die Preisspannen sind teilweise beträchtlich: Bei einem Testkauf kostete der Blauschimmelkäse einer bekannten Marke im selben Supermarkt an der Frischetheke 1,89 Euro pro 100 Gramm, im Kühlregal dagegen nur 1,32 Euro. Leerdammer in der herkömmlichen Industrieverpackung sollte bei einem Discounter 1,06 Euro pro 100 Gramm kosten, anders abgepackt dagegen 1,69 Euro. Es ist also ratsam, die Preise genau zu vergleichen und nachzurechnen. Eine Alternative sind Käsestände auf Wochenmärkten, die meist wechselnde Sorten im Angebot haben. Vorteil: Der Käse wird frisch abgeschnitten und meist nur sparsam verpackt.

Schmelzkäse: Phosphat-Mengen nicht angegeben

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Kein "echter" Käse, sondern eine sogenannte Käsezubereitung, ist Schmelzkäse. Ihm dürfen unter anderem Wasser, Milch, aber auch verschiedene weitere Stoffe zugesetzt werden. Bedenklich sind hierbei vor allem die Schmelzsalze. Dabei handelt es sich um Phosphate, die den Wassergehalt erhöhen und für eine cremige Konsistenz sorgen. In höherer Dosis sind sie jedoch gesundheitsschädlich. "Die Phosphate führen zu einer beschleunigten Alterung des Körpers, insbesondere unserer Knochen und des Gefäßsystems. Das bedeutet ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, aber ganz besonders leidet unsere Niere darunter", erklärt Ernährungsmediziner Matthias Riedl.

Bei der Produktion dürfen die Hersteller nicht mehr als 20 Gramm Phosphat pro Kilogramm Schmelzkäse verwenden. Doch auf der Verpackung findet sich in der Regel keine Angabe, wie viel Phosphat genau in dem Produkt enthalten ist. Verbraucher können daher nicht unterscheiden, ob sie zu einem Produkt mit viel, wenig oder gar keinem Phosphat greifen.

Zusatzstoffe in fettreduziertem Frischkäse

In den vergangenen Jahren sind Light-Produkte immer beliebter geworden. Etliche Frischkäsesorten sind mittlerweile fettreduziert. "Nur halb so viel Fett" - das klingt nach kalorienarmem, gesundem Genuss. Doch beim Abnehmen helfen diese Produkte nicht: "Fettkalorien machen nicht dick, sondern Kohlenhydratkalorien, und da besonders diejenigen, die schnell verdaulich sind, etwa in Zucker und Weißmehlprodukten. Das macht dick und nicht das Fett", so Ernährungsmediziner Riedl.

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Frischkäse ist im Handel in vielen unterschiedlichen Varianten erhältlich. Sehr beliebt sind fettreduzierte Sorten.

Damit Light-Produkte eine ähnliche Konsistenz wie das Original aufweisen, werden Zusatzstoffe hinzugefügt, etwa Gelatine oder Carrageen. Während Gelatine aus tierischen Eiweißen gewonnen wird, ist Carrageen ein rein pflanzliches Verdickungsmittel. Zwar gelte Carrageen als unbedenklich, es gebe aber den Verdacht, dass es in größerer Menge Darmerkrankungen verursachen könne, so Riedl. "Und wir nehmen ja auch noch andere Zusatzstoffe zu uns. In diesem Potpourri wissen wir am Ende nicht, was es alles bewirkt", erklärt der Ernährungsmediziner. Er plädiert deshalb dafür, möglichst auf naturbelassene Lebensmittel zurückzugreifen.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 07.01.2019 | 20:15 Uhr

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