In einem abgedunkeltem Raum sitzt eine Person vor mehreren Bildschirmen. © Colourbox Foto: Maksim Shmeljov

Internet-Betrug: Maschen der Täter und wie Sie sich schützen

Stand: 16.04.2021 12:24 Uhr

Betrug als Straftat findet mittlerweile hauptsächlich im Internet statt. Die Maschen der Täter sind dabei vielfältig. Diese Tipps zeigen, wo Sie vorsichtig sein müssen.

von Nicolas Peerenboom

Das Internet wird zunehmend zum Tummelplatz für Betrüger. "Fast alle Betrugsarten, die wir heute feststellen, haben Bezug zum Internet. Der Betrug in der analogen Welt ist da fast schon die Ausnahme", sagt Andreas Mackenthun vom Landeskriminalamt Hamburg.

Die Fallzahlen steigen weiter: Laut polizeilicher Kriminalstatistik gab es im Jahr 2020 bundesweit mehr als 130.000 Fälle computerbezogener Kriminalität. Gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung um 6,2 Prozent.

Kreative Kriminelle bringen viele Formen des Internet-Betrugs

So bunt die Welt des Internets ist, so vielfältig sind auch die Erscheinungsformen des virtuellen Betruges. Gemeinsam ist fast allen Maschen, dass sie ihre potenziellen Opfer bei den eigenen Bedürfnissen packen. Bei der Hoffnung auf einen unerwarteten Geldsegen oder bei dem Wunsch, aus einer Notlage herauszukommen.

Außerdem gibt es noch das Ausspähen von sehr persönlichen, sehr wertvollen Daten, wie PIN- oder Konto-Nummern. Einige Betrüger begehen Identitätsdiebstahl - ebenfalls mit dem Ziel, an fremdes Geld zu kommen oder Waren auf Kosten anderer online einzukaufen.

Beispiele und Maschen beim Internet-Betrug:

Gewinn-Versprechen

Die Opfer werden per Mail informiert, angeblich einen größeren Geldbetrag oder eine hochwertige Sache gewonnen zu haben. Dann folgt der Hinweis, dass dafür noch eine Gebühr zu zahlen sei, zum Beispiel für die Abwicklung oder den Notar. Zahlen sollen die Opfer per Überweisung oder Paysafe-Karte.

Wie schützen vor Internet-Abzocke und Betrug?

Plötzliche Gewinne, ohne an einer Verlosung teilgenommen zu haben, Erbschaften oder Geldgeschenke von unbekannten Personen - sind Angebote sonderbar und ungewöhnlich, sollte immer Vorsicht walten.

Diese Verhaltensweisen schützen Sie:

  • Nicht in Vorleistung gehen - vor allem nicht bei Ihnen unbekannten Personen oder Unternehmen. Das gilt für angebliche Gebühren für die Abwicklung von Geschenken oder Gewinnen, aber auch bei angeblichen Job-Angeboten sowie neuen Mietwohnungen.
  • Geben Sie Ihre Bankdaten niemals per Telefon an fremde Personen weiter. Echte Bankmitarbeiter oder gar die Polizei fragen außerdem nicht nach Passwörtern oder PIN-Nummern von EC- und Kreditkarten.
  • Erlauben Sie Fremden keinen Zugriff auf Ihren Computer. Banken, Internetanbieter oder Behörden verlangen bei angeblichen Störungen keinen Zugriff darauf.
  • Grundsätzlich sollten Sie unbekannten Absendern einer E-Mail misstrauen. Besonders aufmerksam sollten Sie werden, wenn die E-Mail einen Anhang hat, auf den Sie klicken oder den Sie öffnen sollen. Löschen Sie diese einfach.
  • Achten Sie auf formale Schwächen bei Web-Auftritten. Gibt es Rechtschreibfehler? Sieht die Web-Gestaltung unprofessionell aus?
  • In Partnerbörsen: Wenn Sie den Partnersuchenden nicht real kennen gelernt haben, verzichten Sie auf finanzielle Hilfen.

Andreas Mackenthun vom LKA Hamburg mahnt: "Immer dann, wenn Sie in Vorleistung treten sollen, also Geld überweisen sollen, obwohl sie ja eigentlich etwas bekommen sollten: Finger weg! Dann ist das meistens Betrug."

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 19.04.2021 | 20:15 Uhr

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