Stand: 27.02.2020 14:27 Uhr

Insekten-Food: Das Nahrungsmittel der Zukunft?

Ein Burger-Patty mit Würmern oder doch lieber ein Teller Pasta aus Insektenmehl? Seit Anfang 2018 ist der Verkauf von Insekten als Lebensmittel in Deutschland zulässig - und nach und nach bieten einige Supermärkte und Drogerien Produkte mit Insekten an. Es gibt sie im Müsliriegel, als Eiweißpulver oder auch im Ganzen. Für viele Deutsche sind sie gewöhnungsbedürftig, Kochbuchautor Folke Dammann hingegen preist sie als leckere und hochwertige Proteinquelle an. Er beschäftigt sich seit 13 Jahren mit essbaren Insekten und sieht sie als Nahrungsmittel der Zukunft.

VIDEO: Insekten-Food: Das Nahrungsmittel der Zukunft? (7 Min)

Buffalowürmer & Co: Welche Insekten werden gegessen?

Getrocknete "Buffalowürmer" - getrocknete Larven des Getreideschimmelkäfers © picture-alliance/dpa Foto: Marijan Murat
Buffalowürmer sind die getrockneten Larven des Getreideschimmelkäfers.

Für rund zwei Milliarden Menschen weltweit gehören Insekten schon lange auf den Speiseplan. Es gibt circa 2.000 verschiedene Arten, die essbar sind. Während zum Beispiel in Asien hauptsächlich Käfer gegessen werden, enthalten die meisten Produkte, die in Deutschland vertrieben werden, Buffalowürmer oder Grillen. Generell bestehen Insekten aus hochwertigem Protein und gelten als sehr gesund. Vorsicht ist allerdings geboten, wenn jemand allergisch auf Krustentiere oder Hausstaubmilben reagiert: Beim Verzehr von Insekten könne eine Kreuzallergie entstehen, warnt Insektenkoch Folke Dammann.

Insekten-Food: Geringer CO2-Ausstoß bei Produktion

Laut dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung haben Insekten eine hohe Futterverwertungseffizienz. Für ein Kilogramm essbaren Anteil an Grillen wird zum Beispiel zwölfmal weniger Futter benötigt als für ein Kilogramm Rindfleisch. Auch der Wasserbedarf für ein Kilogramm Grillen ist mit 2.500 Litern im Verhältnis zum Rindfleisch mit 22.000 Litern wesentlich geringer. Zudem liege der essbare Anteil der meisten Insektenarten bei 80 Prozent, beim Rind nur bei circa 40 Prozent. Insekten beanspruchen wenig Platz und vermehren sich sehr schnell. Ein weiterer Vorteil für die Umwelt ist die geringe Menge an C02, die während der Zucht von Insekten produziert wird: Im Verhältnis zum Rind können es bis zu 100 Prozent weniger sein.

Lebensmittelindustrie steckt noch in den Kinderschuhen

Noch gibt es wenige Unternehmen in Deutschland, die auf Nahrungsmittel mit Insekten setzen. Auch gezüchtet wird hierzulande noch nicht im großen Stil. Die meisten Insekten, die in Deutschland vertrieben werden, stammen aus den Niederlanden oder Kanada. Die Züchter garantieren eine kontrollierte und hygienische Zucht. Eine Bio-Zertifizierung für Insekten gibt es bisher allerdings nur in Kanada. Insekten-Profi Folke Dammann beobachtet den Markt seit Jahren und sagt, dass er sich in nächster Zeit rasant weiterentwickeln werde, denn auch in Deutschland habe man nun begriffen, dass Insekten als Lebensmittel durchaus ihre Berechtigung haben und eine echte Alternative zu Fleisch sein können.

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Ein Sandwich mit diversen gerösteten Insekten. © fotolia Foto: stockphototrends

Insekten als Lebensmittel - gesund und lecker?

Bei den meisten Mitteleuropäern ruft der Gedanke, Insekten zu essen, Ekel hervor. Dabei enthalten Insekten hochwertiges Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren und viele Mineralstoffe. mehr

Dieses Thema im Programm:

Markt | 02.03.2020 | 20:15 Uhr

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