Stand: 05.12.2016 12:01 Uhr  | Archiv

Höhere Preise: Wie Frauen abgezockt werden

von Ann-Brit Bakkenbüll

Wenn Hersteller ein mehr oder weniger identisches Produkt zu unterschiedlichen Preisen für Frauen und Männer anbieten, nennen Marketing-Experten das "Gender Pricing". Häufig geht es um Pflege- und Kosmetikprodukte, aber auch Technikzubehör wie iPad-Hüllen und Dienstleistungen wie ein Haarschnitt beim Friseur und die Reinigung einer Bluse. Ziel der Unternehmen ist es, die höhere Zahlungsbereitschaft von Frauen für bestimmte Produkte auszunutzen.

Produktgestaltung für Frauen und Männer

Bereits bei der Produktgestaltung setzen einige Hersteller auf eine gezielte Ansprache der Geschlechter, sagt Marketingexperte Philipp Riehm. Häufig würden unterschiedliche Farben wie Blau und Rosa verwendet. Oft finde man auf Frauenprodukten eine weichere, geschwungenere Schrift, während bei Männerprodukten ein härteres Schriftbild dominiere.

Kritik am Gender Pricing

Die Verbraucherzentrale Hamburg kritisiert das Gender Pricing. Prinzipiell sei es verboten, aufgrund des Geschlechts zu diskriminieren, darunter falle auch die Preisdiskriminierung. Aussagen der Händler und Hersteller, es handele sich aufgrund andere Farben oder Inhaltsstoffe nicht um dieselben Produkte, hält die Verbraucherzentrale für Ausreden. Sie fordert einen gesetzlichen Schutz vor Gender Pricing.

Was können Frauen tun

Wer sich über die Preisaufschläge ärgert, kann sich zum Beispiel so wehren:

  • Statt des Frauenprodukts das entsprechende Männerprodukt kaufen, auch wenn sich beispielsweise die Farbe unterscheidet.
  • Beschwerde bei Händlern und Herstellern einreichen, die Gender Pricing betreiben.

Das sagen die Hersteller und Händler

Rossmann zum Rasierschaum

"Niemand hindert Frauen daran, auch mal Männerprodukte zu kaufen, wenn sie denn tatsächlich günstiger sein sollten als vergleichbare Frauenprodukte."

 

Dieses Thema im Programm:

Markt | 05.12.2016 | 20:15 Uhr

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