Stand: 23.03.2018 14:39 Uhr

Health Claims: Gesunde Zusätze im Essen?

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Die Werbung für "gesunde" Lebensmittel kommt bei vielen Verbrauchern gut an.

Mit Gesundheitsversprechen, sogenannten Health Claims, werben viele Hersteller von Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Ein Beispiel sind Omega-3-Fettsäuren in Fischstäbchen. Viele Verbraucher glauben, dass die zugesetzten Vitamine und Mineralstoffe eine positive Wirkung haben. Doch nach Ansicht von Ernährungsexperten droht bei vielen Substanzen eine schädliche Überdosierung.

Olivenöl mit Aufschrift im Vollbild.

Omega-3-Fettsäuren: Dreiste Masche mit dem Zusatz

Markt -

Viele Lebensmittel werden künstlich mit Omega-3-Fettsäuren angereichert. Doch nicht immer sind die Produkte deshalb gesund, sagen Experten.

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So gefährlich ist eine Überdosierung

  • Omega-3-Fettsäuren: Laut Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl können die Fettsäuren das Herzinfarktrisiko senken und die Entzündungsneigung reduzieren. Mit Omega-3-Fettsäuren versetzte Lebensmittel seien aber oft ungesund. Riedl empfiehlt deshalb Lebensmittel, die von Natur aus reich an Omega-3-Fettsäuren sind - zum Beispiel Fisch, hochwertige Öle wie Lein- oder Hanföl sowie Leinsamen, Walnüsse und Chiasamen.

  • Vitamin A (Betacarotin): Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt bei diesem Zusatzstoff Zurückhaltung. Einer Studie zufolge steigt bei Rauchern ab 20 Milligramm täglich das Risiko für Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Eine dauerhafte Überdosierung schade dem Knochenbau.

  • Vitamin D: Gegen eine Überdosierung wehrt sich der Körper mit Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen. Wer über längere Zeit zu viel Vitamin D zu sich nimmt, muss mit Kalkablagerungen in Gefäßen und Organen sowie Nierenschäden rechnen. Auch das Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs kann sich erhöhen.

  • Vitamin E: Sehr hohe Vitamin-E-Gaben können das Risiko für Prostatakrebs erhöhen. Verschiedene Studien sehen auch einen Zusammenhang mit einer erhöhten vorzeitigen Sterblichkeit.

  • Folsäure: Empfohlen für Schwangere, tabu für Männer. Bei ihnen erhöht die Einnahme von zusätzlicher Folsäure das Risiko für Prostatakrebs. 

  • Kalium: Bei Überdosierung drohen Herzrhythmusstörungen oder gar ein Kreislaufkollaps. Besonders Nierenkranke müssen vorsichtig sein, da ihre Nieren weniger Kalium ausscheiden.

  • Kupfer: Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät von Nahrungsergänzungsmitteln mit Kupfer ab: Einer Studie zufolge steigert die zusätzliche langfristige Einnahme von Kupfer das Risiko, vorzeitig zu sterben, um bis zu 18 Prozent.

  • Selen: 200 Mikrogramm Selen täglich können das Diabetes-Risiko um 50 Prozent erhöhen. Das legt zumindest eine US-amerikanische Studie nahe, die sieben Jahre lang die Auswirkungen von Nahrungsergänzungsmitteln mit Selen untersucht hat.

Health Claims: Foodwatch kritisiert Hersteller

In der EU soll die sogenannte Health-Claims-Verordnung dafür sorgen, dass nur tatsächlich gesunde Lebensmittel als gesund beworben werden. Für 250 Inhaltsstoffe ist vorgeschrieben, mit welchen Gesundheitsversprechen die Lebensmittelindustrie werben darf. Allerdings dürfen laut einer Studie der Verbraucherorganisation Foodwatch auch ungesunde Lebensmittel mit viel Zucker, Salz und minderwertigen Fetten als gesund beworben werden.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 26.03.2018 | 20:15 Uhr

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