Stand: 28.03.2017 15:28 Uhr  | Archiv

Hamburg: Therapie für Kinder mit Trauma

Mädchen schaut aus dem Fenster. © fotolia Foto: bruiser
Mit einer frühzeitigen Therapie können Kinder ein Trauma überwinden.

In das Gedächtnis traumatisierter Kinder haben sich schreckliche Erlebnisse eingebrannt - Krieg, Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung oder andere unaussprechliche Szenen. In kurzen Erinnerungen (Flashbacks) holt sie das Geschehene immer wieder ein. Die Kinder leiden deshalb zum Beispiel an Schlafstörungen, Nervosität, Angst und Reizbarkeit. Setzt eine Therapie frühzeitig ein, können sie das Trauma überwinden.

Eine deutschlandweit einzigartige ambulante Behandlung für traumatisierte Kinder bietet das Therapiezentrum Ankerland in Hamburg an. Die Einrichtung finanziert sich aus Spenden, eine langfristige Finanzierung ist nicht gesichert. Im Ankerland werden Kinder über einen langen Zeitraum von einem festen Ansprechpartner betreut. Die Experten setzen auf eine kombinierte Therapie, zum Beispiel aus Gesprächs-, Musik- und Maltherapie.

Erhöhtes Risiko für schwere Erkrankungen

Nach Schätzungen von Experten hat jedes dritte Kind in seinem Leben traumatische Erfahrungen gemacht. Damit es den Kindern wieder besser geht, ist eine gezielte, individuelle Behandlung wichtig. Langzeitstudien belegen, dass Kinder mit mehreren schweren Stresserfahrungen in frühen Jahren lebenslang ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und sogar Krebs haben. Schuld sind vermutlich Veränderungen im Gehirn und der Gene. Wie und ob sich die Prozesse umkehren lassen, wird zurzeit erforscht. Wissenschaftler vermuten, dass eine gezielte Therapie und Betreuung das Risiko von Folgeerkrankungen verringert.

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Visite | 28.03.2017 | 20:15 Uhr

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