Stand: 31.10.2014 18:00 Uhr  - 45 Min  | Archiv

Gibt es Pelz aus nachhaltiger Zucht?

Aufgereihte weiße Nerzfelle, samt Kopf bei einer Fellauktion. © NDR/Loupe TV
Die "Kopenhagen Fur" in Dänemark ist die weltweit größten Fellauktionen. Hier werden OA-zertifizierte Pelze gehandelt - wie solche weißen Nerze.

Aus Imagegründen will sich die europäische Pelzbranche von chinesischen Billigpelzen abheben. Deshalb hat sie das Schlagwort Nachhaltigkeit für sich entdeckt und 2007 das Siegel "Origin Assured" (gesicherte Herkunft) geschaffen.

Es soll dem Kunden mehr Transparenz über die Tierart und die Herkunft des Fells bieten und ihm garantieren, dass der Pelz aus einem Land kommt, in dem nationale Verordnungen oder Standards bei der Pelzproduktion eingehalten werden. Eine deutsche Fellhändlerin erklärt es so: "Das 'OA-Label' bedeutet, dass die Tiere auf Farmen gezüchtet werden, die bestimmten Kontrollen unterliegen und dass sie gut behandelt werden, nach europäischen Regeln."

Es gibt kein unabhängiges Kontrollsystem

"Tiere werden gut behandelt" und die Farmen "unterstehen Kontrollen"? Doch Käufer, die durch das Label auf einen artgerechteren Umgang mit Pelztieren hoffen, werden enttäuscht. Ein unabhängiges Kontrollsystem gibt es nicht. Das Label prüft weder, ob sich Pelzfarmen an die Tierschutzbestimmungen halten noch setzt es sich für bessere Tierschutzrichtlinien ein.

Züchter setzen Vorgaben der Pelztierverordnung nicht um

In China werden Tierschutzbestimmungen für Pelztiere nicht kontrolliert. Innerhalb Europas gelten nur sogenannte Empfehlungen. Und in Deutschland existiert zwar eine Haltungsverordnung, aber die wird nicht befolgt. Seit 2006 gelten verschärfte Haltungsbedingungen gegenüber den europaweit gültigen Empfehlungen. "Doch die Branche hat bisher darauf nicht reagiert", moniert der Rechtsanwalt Dr. Ulrich Wollenteit, der im Auftrag der Tierschutzorganisation Vier Pfoten ein Rechtsgutachten über Haltungsbedingungen nach der Nutztierhaltungsverordnung erstellt hat.

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45 Min | 02.11.2015 | 22:00 Uhr

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