Stand: 09.11.2018 11:21 Uhr

Warum Orangen so gesund sind

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Bei vier Kilogramm Orangen liegt der jährliche Pro-Kopf-Verzehr in Deutschland.

Jedes Jahr werden weltweit etwa 70 Millionen Tonnen Orangen geerntet. In Deutschland isst jeder im Durchschnitt vier Kilo der Früchte und trinkt acht Liter Orangensaft. Gerade im Winter holen sich viele die notwendige Dosis Vitamin C über die Zitrusfrüchte.

Woher kommen unsere Orangen?

Unterteilt werden sie nach dem Erntezeitpunkt in Sommer- und Winterorangen. Zurzeit werden in Deutschland Winterorangen verkauft. Sie kommen vor allem aus Mittelmeerländern wie Spanien und Italien. Dort ist von Herbst bis März Erntesaison. Im Sommer kommen frische Orangen aus anderen Ländern wie den USA, Israel und Südafrika.

Wie viele Orangensorten gibt es?

Es gibt mehr als 400 Sorten, die sich in Form, Farbe, Geschmack, Saft- und Kerngehalt unterscheiden. Unterteilt werden sie in zwei große Gruppen:

  • Die Bitterorange, auch Pomeranze genannt, hat kleine bittere Früchte. Sie wird häufig als Zierpflanze oder Marmeladenzutat verwendet.
  • Beliebter ist die große Gruppe der Süßorangen. Eine bekannte Sorte ist die Navel-Orange. Sie besitzt eine typische nabelähnliche Ausstülpung, ist kernlos, saftig und leicht zu schälen. Eine andere bekannte Sorte ist die Blutorange. Ihre Färbung ist klimaabhängig und entsteht in trockenen Gebieten mit hohen Temperaturschwankungen.

Wie gesund sind Orangen?

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Orangensaft enthält konzentrierten Fruchtzucker. Ein Liter hat fast so viele Kalorien wie eine Tafel Schokolade.

Schon zwei Orangen decken den Tagesbedarf an Vitamin C - gut auch für das Immunsystem, Knochen, Zähne und das Bindegewebe. Vitamin C schützt außerdem vor schädlichen Einflüssen auf Zellen. Der Vitamin-C-Gehalt von Orangen ist deutlich höher als in Bananen und etwas höher als in Äpfel und Birnen. Mehr Vitamin C enthalten nach Auskunft von Ernährungswissenschaftlern Gemüsesorten wie Paprika, Fenchel und Kohlrabi.

Ebenso gesund wie das Fruchtfleisch ist die weiße Haut, die oft an der geschälten Orange hängt. Sie enthält gesundheitsfördernde sekundäre Pflanzenstoffe.

Orangensaft sollte man allerdings nur in Maßen genießen: Darin findet sich der Fruchtzucker der Orange in konzentrierter Form. Ein Liter hat fast so viele Kalorien wie eine Tafel Schokolode. Frische Orangen zu essen ist viel gesünder.

Wie erkennt man eine leckere Orange?

Nicht jede pralle und makellose Orange ist auch saftig. Obstverkäufer empfehlen vor allem auf die Schale zu schauen. Ist sie grobporig, spricht das für weniger Saft. Glatte Orangen mit einer feinen Schale sollen die saftigsten sein.

Wie bewahre ich Orangen auf?

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Orangen niemals im Kühlschrank aufbewahren - sie mögen keine Kälte.

Orangen vertragen keine Kälte. Deshalb gehören sie nicht in den Kühlschrank. Bei Zimmertemperatur halten sie zwei bis drei Wochen. Eine Ausnahme sind unbehandelte Bio-Orangen. Wegen der fehlenden Konservierungsstoffe schimmeln sie oft schon nach wenigen Tagen. Also am besten schnell aufessen. Orangen sollten immer getrennt von Äpfeln aufbewahrt werden, denn Äpfel reifen nach und strömen ein Reifungshormon aus, das den Verderb der Orangen beschleunigt.

Darf man grüne Orangen essen?

Viele Menschen glauben, dass reife Orangen auch orangefarbig sein müssen. Das stimmt nicht. Die Orange ist reif, wenn das Fruchtfleisch ein ausgewogenes Verhältnis von Fruchtsäure und Zucker entwickelt hat. Das hat sie aber häufig schon, wenn die Schale noch ganz oder teilweise grün ist. Denn die orange Farbe entsteht erst durch kühle Nächte. Wenn die Temperaturen auf zehn bis zwölf Grad sinken, schüttet die Orange das Reifehormon Ethen aus, das die Schale orange färbt. Werden die Früchte geerntet, bevor die Nächte kalt sind, bleibt die Schale grün. Viele Verbraucher verbinden mit grüner Schale Unreife und sauren Geschmack. Daher werden grüne Orangen nach der Ernte "entgrünt", also in großen Lagerhallen nachträglich mit Ethen begast.

Wie stark sind Orangen belastet?

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Wer Orangen mit der Hand schält, kann Pestizide aufs Fruchtfleisch übertragen.

Es ist kein Zufall, dass Orangen im Supermarkt eine pralle, glänzende Oberfläche haben. Vor der Ernte werden viele Orangenbäume und Früchte mit Pestiziden behandelt. Dennoch sei die Belastung im Fruchtfleisch nur gering, versichert Udo Lampe, Experte für Lebensmittelsicherheit: "Orangen sind generell sehr unbelastet, weil die Schale wie eine Verpackung wirkt und schützt."

Durch die Schale kommen die Gifte kaum durch. Das gilt auch für die Konservierungsmittel, mit denen Orangen nach der Ernte behandelt werden - häufig mit Imazalil. Das Anti-Schimmel-Mittel ist in hoher Dosis krebserregend. Untersuchungen zeigen, dass Imazalil beim Schälen mit der Hand auf das Fruchtfleisch gelangt. Zum Vergleich untersuchten die Wissenschaftler auch das Schälen per Maschine und das Entsaften. In beiden Fällen wurde bis zu sechsmal weniger Imazalil gefunden.

Doch auch für die erhöhten Werte bei der Handschälung gibt das Labor Entwarnung. Der gefundene Wert liegt weit unterhalb gefährlicher Höchstgrenzen. "Man müsste etwa 30 Orangen vollständig verzehren um überhaupt in die Region einer Gesundheitsgefährdung zu kommen", sagt Udo Lampe.

Wie kann man Schadstoffe meiden?

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte nach dem Schälen die Hände waschen und dann erst die Orange essen. Wer nicht nur das Fruchtfleisch sondern auch die Schale verarbeiten will, sollte Bio-Orangen verwenden. Auf der Schale konventioneller Orangen haften die Pestizide und Konservierungsmittel so fest, dass Abwaschen kaum etwas bringt.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 12.11.2018 | 20:15 Uhr

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