Stand: 31.10.2016 09:55 Uhr  | Archiv

Feuchte Brillenputztücher im Test

von Thilo Eckoldt

Zu feuchten Brillenputztüchern greifen viele Brillenträger, wenn Staub, Streifen oder Schlieren die Sicht beeinträchtigen. Wie gut reinigen die Tücher? Und können sie die Oberfläche von Brillengläsern beschädigen? Markt hat sechs Brillenputztücher an der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena untersuchen lassen (Preis pro 100 Tücher):

  • von Aldi für 1,65 Euro
  • von Lidl für 1,65 Euro
  • von Budni für 1,71 Euro
  • von Rossmann für 1,78 Euro
  • von Sidolin für 5,58 Euro
  • von Zeiss für 6,50 Euro

Alkohol kann Kunststoffgläser beschädigen

In der Regel enthalten Brillenputztücher Duftstoffe und sogenannte Tenside. In einigen Fällen wird Alkohol verwendet. Dieser kann laut Professor Stefan Degle von der Ernst-Abbe-Hochschule in Jena bestimmte Kunststoffe angreifen, zum Beispiel Brillengläser aus Polycarbonat. Sie sind schwer zerbrechlich und kommen deshalb häufig in Sport- und Kinderbrillen zum Einsatz.

Auf Nachfrage räumen Lidl, Budni und Sidolin ein, dass ihre Brillenputztücher Alkohol enthalten. Bei Rossmann ist Alkohol als Inhaltsstoff auf der Packung angegeben. Allerdings sind Hersteller erst bei einem Anteil von 20 Prozent verpflichtet, den Alkohol auf der Verpackung zu deklarieren. Die Firmen, deren Brillenputztücher Alkohol enthalten, widersprechen der Einschätzung von Professor Degle und berufen sich dabei auf Gutachten und Tests. Aldi und Zeiss weisen darauf hin, dass ihre Tücher keinen Alkohol enthalten.

Brille reinigen: Das empfehlen Markt Zuschauer

Mit der Zunge befeuchten

"Ich benutze ein ganz einfaches Mittel: Es kostet nichts, und alles, was ich dazu brauche, habe ich immer bei mir: Ich tupfe kurz meine Zunge auf das Brillenglas und trockne mit einem sauberen Taschentuch." Paul Wolters

Mikrofasertuch reinigte besser als Feuchttücher

Im Test sollten die Brillenputztücher mit Fett präparierte Gläser reinigen. Fast alle Tücher verschmierten das Fett, beseitigten es aber nur unzureichend. Das beste Ergebnis erzielten die Brillenputztücher von Sidolin. Zum Vergleich: Mit einem herkömmlichen Mikrofasertuch (ab circa fünf Euro) ließ sich der Fettfilm fast komplett entfernen. Auf Anfrage von Markt gab lediglich der Hersteller Zeiss zu, dass ihm das Problem bekannt sei. Die Putztücher seien nicht als Dauerlösung gedacht.

Fazit: Abspülen und mit weichem Tuch trocken reiben

Für eine gründliche Reinigung empfiehlt Professor Degle, die Brille zunächst unter Wasser abzuspülen, bei starker Verschmutzung mit einem Tropfen Spülmittel. Danach mit einem weichen Tuch, zum Beispiel aus Baumwolle oder Mikrofaser, trocken reiben. Von der Verwendung feuchter Brillenputztücher rät Degle ab, weil die Gläser damit in der Regel nicht richtig sauber werden.

Dieses Thema im Programm:

Markt | 31.10.2016 | 20:15 Uhr

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