Falschfahrer: So reagieren Sie richtig

Stand: 11.01.2023 17:00 Uhr

Warnmeldungen im Verkehrsfunk über Falsch- beziehungsweise Geisterfahrer gehören zum Alltag im Straßenverkehr. Tipps, wie man sich in solch gefährlichen Situationen am besten verhält.

Wegen Falschfahrern ereignen sich auf Autobahnen und autobahnähnlich ausgebauten Straßen häufig schwere Unfälle, bei denen Menschen verletzt werden oder ums Leben kommen. Ist ein Geisterfahrer unterwegs, sollten andere Autofahrende unbedingt ruhig und besonnen bleiben. Hektische Reaktionen könnten zu weiteren gefährlichen Situationen oder gar Unfällen führen.

Was vor Fahrtantritt zu beachten ist

Bevor man losfährt, ist es ratsam, das Autoradio einzuschalten, wie die gemeinsame Aktion Runter vom Gas von Bundesverkehrsministerium und Verkehrssicherheitsrat empfiehlt. Dabei sollte die RDS-Funktion aktiviert werden. Das Radio Data System sorgt dafür, dass aktuelle Warnmeldungen des Verkehrsfunks das laufende Programm unterbrechen. Auch wenn keine Musik per Radio gewünscht ist, sollte das Gerät mit minimaler Lautstärke eingeschaltet sein. So erhält man trotzdem die Warnhinweise. Die meisten Navigationssystem verfügen ebenfalls über diese Funktion.

Was zu tun ist, wenn Geisterfahrer in der Nähe sind

Radiosender oder Navigationssysteme melden umgehend, wenn Falschfahrer unterwegs sind. Wer sich in der Nähe beziehungsweise auf dem betroffenen Abschnitt der Autobahn oder Bundesstraße befindet, sollte laut ADAC diese Verhaltensregeln beachten:

  • Tempo verringern, aber im Verkehrsfluss bleiben, um Fahrer hinter sich nicht zu gefährden
  • Warnblinker einschalten
  • auf dem rechten Fahrstreifen fahren
  • nicht überholen
  • ausreichend Abstand zum Vordermann halten
  • gegebenenfalls auf den nächsten Parkplatz fahren oder die nächste Ausfahrt nehmen
  • notfalls auf den Seitenstreifen ausweichen
  • Verkehrsfunk hören, um zu wissen, wann die Gefahr vorüber ist

Was zu tun ist, wenn man selbst auf die falsche Fahrbahn gerät

Die häufigsten Ursachen für Geisterfahrten sind laut ADAC falsches Auffahren und Wenden auf der Autobahn. Stress und Schlafmangel sowie Alkohol- und Drogenkonsum sind weitere Ursachen. Manchmal stecken auch Mutproben oder Suizidabsichten dahinter. Einige Verkehrsteilnehmer geraten auf die Gegenfahrbahn, weil Straßenverlauf und Beschilderung ungünstig gestaltet sind. Auch schlechte Sicht kann ein Grund sein. Autofahrer, die abgelenkt sind oder Orientierungsprobleme haben, können ebenso auf die falsche Fahrbahn geraten. Diese Regeln sollten befolgt werden, wenn man erkennt, dass man sich "verfahren" hat:

  • sofort Licht und Warnblinker einschalten
  • umgehend an den nächstgelegenen Fahrbahnrand fahren
  • nicht wenden, nicht rückwärts fahren
  • Fahrzeug dicht neben der Schutzplanke abstellen
  • Warnweste anziehen und hinter die Schutzplanke stellen
  • Polizei unter 110 anrufen und warten

Wer eine Ausfahrt verpasst hat, muss unbedingt in gleicher Richtung bis zur nächsten Ausfahrt weiterfahren. Außerdem sollte man dem Navigationssystem nicht komplett vertrauen und stets wachsam sein und überprüfen, was sich auf der Straße abspielt. Updates für das Navi sollten regelmäßig installiert werden.

Gefahr besonders groß an Wochenenden und spät abends

Nach Angaben des ADAC sind Falschfahrer besonders an Wochenenden unterwegs. So würden an Samstagen 19 Prozent und an Sonntagen 21 Prozent aller Geisterfahrten registriert. An den anderen Wochentagen seien es 11 bis 13 Prozent. Die Gefahr, einem Falschfahrer zu begegnen, sei abends und nachts am größten.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 09.01.2023 | 19:30 Uhr

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