Stand: 28.06.2016 15:01 Uhr  | Archiv

Schutz gegen Einbruch und die richtige Versicherung

von Bettina Meier

Aufgebrochene Türschlösser, zerschlagene Fensterscheiben, Chaos in den Zimmern - Einbrecher bedienen sich nicht nur an den Wertgegenständen ihrer Opfer, sie verursachen meist erheblichen Sachschaden. Üblicherweise ist das ein Fall für die Hausratversicherung. Damit diese die entstandenen Schäden und gestohlenen Wertsachen möglichst in vollem Umfang ersetzt, sollte man vorher einiges beachten. Ansonsten wird ein Einbruch teurer als gedacht.

Wichtig ist, dass die Versicherungssumme für den Hausrat hoch genug angesetzt ist. Denn in der Regel sind Wertsachen nur anteilig versichert, etwa mit 20 Prozent der Summe. Hat man beispielsweise für seinen Hausrat einen Wert von 80.000 Euro angegeben, werden Wertgegenstände nur bis zu einer Höhe von 16.000 Euro ersetzt, erklärt Peter Grieble, Versicherungsexperte bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Dabei wird jedoch genau nach Art eines Wertgegenstandes unterschieden. Für Bargeld, Wertpapiere und Schmuck gibt es oft extra Grenzen und besondere Aufbewahrungsregeln.

Um Diskussionen mit der Versicherung zu vermeiden, sollte man eine Liste seiner Wertsachen anlegen - am besten mit Fotos, Rechnungen und sonstigen Kaufnachweisen. Die Polizei bietet im Internet einen Vordruck für eine solche "Wertgegenstandsliste" an. Diese kann als Vorlage für die sogenannte Stehlgutliste verwendet werden, die man im Fall eines Einbruchs bei der Polizei und dem Versicherer vorlegen muss.

Grob fahrlässig oder nicht?

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Auf Kipp stehende Fenster machen es Einbrechern leicht, in die Wohnung oder das Haus zu gelangen.

Eine entscheidende Frage für die Versicherung ist, ob der Geschädigte möglicherweise "grob fahrlässig" gehandelt hat. Wird etwa eine Wohnungstür nur zugezogen und nicht abgeschlossen, kann das laut Grieble als grob fahrlässig eingestuft werden. Das bedeutet, dass die Versicherung den Schadensersatz kürzen oder ganz verweigern kann. Es gibt allerdings auch Verträge beziehungsweise Zusatzverträge, bei denen die Grobfahrlässigkeit mitabgesichert wird.

Eine Frage der Prävention

Zwar haben die Einbrüche in den vergangenen Jahren in Deutschland zugenommen, gleichzeitig steigt aber die Zahl der gescheiterten Einbrüche. Mittlerweile verhindern Schutzmaßnahmen wie speziellen Fenster- und Türsicherungen knapp 43 Prozent aller Einbruchsversuche. Auch Alarmanlagen und Überwachungskameras können Täter abschrecken. Die Polizei bietet kostenlose Sicherheitsberatungen an, Kontaktadressen hierzu gibt es im Internet. Wer beabsichtigt, sein Haus oder seine Wohnung altersgerecht oder energetisch zu sanieren, kann im Zuge dessen bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) auch finanzielle Zuschüsse für größeren baulichen Einbruchschutz beantragen.

Tipps für ein sicheres Zuhause

  • Die Haustüre immer am besten zweimal abschließen und nicht nur zuziehen.
  • Keine Haus- oder Wohnungsschlüssel draußen verstecken.
  • Kein Fenster auf Kipp lassen.
  • Das Garagentor immer abschließen.
  • Terrassen- und Kellertür abschließen - auch wenn Sie nur kurz weg sind.
  • Rollläden tagsüber oben lassen, um nicht zu zeigen, dass niemand zu Hause ist.
  • Keine Wertsachen offen in der Wohnung liegen lassen.
  • Wenn Sie in den Urlaub fahren, bitten Sie Freunde oder Nachbarn, den Briefkasten zu leeren und gegebenenfalls den Rasen zu mähen. Mit Hilfe von Zeitschaltuhren für Lampen und Fernseher können Sie den Anschein erwecken, dass jemand zu Hause ist.
  • Hinterlassen Sie weder in den sozialen Medien noch auf ihrem Anrufbeantworter einen Hinweis auf einen Urlaub.

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Dieses Thema im Programm:

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