Stand: 20.05.2020 15:07 Uhr  - Mein Nachmittag

Konflikt auf der Straße: Was dürfen Radfahrer?

Bild vergrößern
Ohne Rücksicht geht es nicht: Rad- und Autofahrer müssen sich die Straßen teilen.

Radfahrer und Autofahrer müssen sich den knappen Platz auf den Straßen teilen. Nicht immer geht das ohne Konflikte, denn beide Seiten fühlen sich von der anderen eingeschränkt. Gegenseitiges Verständnis und Rücksicht sind selten. Dabei schreibt die Straßenverkehrsordnung vor, dass sich alle so zu verhalten haben, dass niemand "... gefährdet oder, mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird". In der Praxis sind sowohl Rad- als auch Autofahrer davon überzeugt, im Recht zu sein. Ein Blick auf die Vorschriften fürs Radfahren birgt für viele Verkehrsteilnehmer Überraschungen. Die wichtigsten Regeln für Radfahrer im Überblick.

Bußgelder: Strafen für Ordnungswidrigkeiten von Radfahrern

Ohne Licht über die dunkle Kreuzung, falsch durch Einbahnstraßen: Auch Radfahrer werden zur Kasse gebeten, wenn sie Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr begehen. 2020 wurden die Geldstrafen im Bußgeldkatalog für Radfahrer, aber auch für Autofahrer erhöht. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Für typische Verstöße von Radfahrern gibt es eigene Tatbestände und Bußgelder. Ist das nicht der Fall, zahlen Radfahrer ab 35 Euro das halbe Bußgeld von Autofahrern.

Aus dem Bußgeldkatalog für Radfahrer und Autofahrer
TatbestandBußgeld
Radfahrer
Fahren auf dem Gehweg55 bis 100 Euro
beschilderten Radweg nicht benutzen20 bis 35 Euro
rote Ampel missachtenab 60 Euro + 1 Punkt
Befahren einer Fußgängerzone25 bis 40 Euro
Handy während der Fahrt benutzen55 Euro
Fahren ohne Licht20 bis 35 Euro
fehlende Klingel / defekte Bremse15 Euro
Abbiegen ohne Handzeichen10 bis 35 Euro
freihändig fahren5 Euro
Zum Vergleich: Autofahrer
auf dem Geh- oder Radweg parken55 bis 100 Euro + 1 Punkt
auf dem Schutzstreifen für Radfahrer halten55 Euro
beim Ein- oder Aussteigen nicht auf Radfahrer achten40 bis 50 Euro
beim Überholen Abstand von 1,5 Metern zu Radfahrern unterschreiten30 Euro

Deutschland: Viele Fahrräder, wenig Anteil am Verkehr

Rund 80 Prozent aller Haushalte in Deutschland haben mindestens ein Fahrrad, insgesamt gibt es rund 80 Millionen Fahrräder. Dennoch hat der Radverkehr nur einen geringen Anteil am gesamten innerstädtischen Verkehr von 2 bis 28 Prozent, je nach Stadt. Experten schätzen, dass sich in Ballungsgebieten bis zu 30 Prozent der Pkw-Fahrten auf den Radverkehr verlagern ließen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes führen 40 bis 50 Prozent der Autofahrten in Großstädten über eine Strecke von weniger als fünf Kilometer Länge. Auf dieser Distanz sei das Fahrrad das schnellere Verkehrsmittel.

Radverkehr soll attraktiver werden

Um den Radverkehr zu stärken, plädiert das Umweltbundesamt für diese Maßnahmen:

  • ein durchgängiges Radnetz: direkte, schnelle, komfortable, zusammenhängende, sichere, möglichst kreuzungsfreie Radwege, sichere Gestaltung an Knotenpunkten
  • moderne Fahrradabstellanlagen: ausreichend, sichere, überdachte, beleuchtete, gut zugängliche Abstellanlagen am Wohnort, am Zielort und an den Übergängen zum öffentlichen Verkehr, Lademöglichkeiten für Pedelecs   
  • optimale Service-Angebote für Radfahrende: Radroutenplaner, Bett&Bike-Betriebe, stationäre Luftpumpstationen, Schlauchautomaten, Reparaturservice, Fahrradmitnahme im öffentlichen Verkehr, betriebliches Mobilitätsmanagement
  • gute Kommunikation für ein positives Image des Radverkehrs

Alltagsrecht: Regeln beim Radfahren

Mein Nachmittag -

Darf man eigentlich mit dem Rad fahren, wenn es keine Klingel hat? Wann darf man auf der Straße fahren und wann muss man den Radweg benutzen? Amtsrichter Björn Jönsson klärt auf.

3,2 bei 5 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Verkehrsregeln für Radfahrer

Bußgeldkatalog für Radfahrer

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club stellt die Regelungen im Detail vor. extern

Verkehrsrecht: Regeln fürs Radeln

Informationen der Stiftung Warentest extern

Fahrrad & Recht

Artikel zum Bußgeldkatalog für Radfahrer, zu rechtlichen Fragen, über Pedelecs und E-Bikes im Angebot des ADAC. extern

Mehr zum Thema

Fahrrad-Inspektion: Tipps für mehr Sicherheit

Wer Fahrrad fährt, sollte wichtige Funktionen wie Licht, Bremse und Gangschaltung überprüfen - mindestens einmal pro Monat. So funktioniert der Fahrrad-Check. mehr

Fahrrad: So muss die Beleuchtung aussehen

In der Dunkelheit sind Radfahrer oft schlecht zu erkennen. Doch eine gute Beleuchtung schützt vor Unfällen. Welche Leuchten und Reflektoren sind erlaubt? mehr

Welches Elektrorad ist das richtige?

Elektrofahrräder liegen im Trend: 2019 waren gut 30 Prozent der verkauften Räder motorisiert - Tendenz steigend. Pedelecs gibt es in vielen Varianten. Tipps für Kauf und Pflege. mehr

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 19.05.2020 | 16:20 Uhr