Stand: 06.04.2018 11:43 Uhr

Die Deutschen und ihr Schweinefleisch

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Artgerecht? Schweine in der industriellen Gruppenhaltung müssen zügig gemästet werden, um der Fleischnachfrage gerecht zu werden.

Das Schwein ist noch immer der Deutschen liebstes Fleisch, auch wenn die Zahlen rückläufig sind. 2017 wurden in Deutschland rund 58 Millionen Schweine geschlachtet und weiterverarbeitet. Nicht alle der Schlachttiere stammten aus Deutschland, rund vier Millionen Schweine wurden laut Statistischem Bundesamt importiert. Insgesamt wurden 5,46 Millionen Tonnen Schweinefleisch produziert.

Jeder Einwohner Deutschlands verbrauchte im vergangenen Jahr rein rechnerisch durchschnittlich rund 50 Kilogramm Schweinefleisch. Dies entspricht aber nicht der Menge an Schweinefleisch, die wir essen. Vielmehr ist das die Summe aus "Nahrungsverbrauch, Futter, industrieller Verwertung und Verlusten wie Knochen" wie die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung erläutert. Der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch lag 2017 bei 35,8 Kilogramm.

USA und Australien verbrauchen mehr als 115 Kilogramm pro Kopf

Schweinefleisch liegt nach wie vor beim Fleischverbrauch der Deutschen weit vorn. Insgesamt verbrauchten wir pro Kopf 87,7 Kilogramm Fleisch im Jahr 2017. Auf Platz zwei hinter Schweinefleisch liegt laut Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Geflügel mit 20,9 Kilogramm, gefolgt von Rind- und Kalbfleisch mit 14,6 Kilogramm.

Der Blick auf den internationalen Vergleich zeigt für das Jahr 2013, dass der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland gut doppelt so hoch ist wie der weltweite Durchschnitt mit rund 43 Kilogramm. Länder wie USA und Australien führen die weltweite Statistik der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nation (FAO) mit mehr als 115 Kilogramm pro Kopf an.

Wie leben Schweine in Produktionsbetrieben?

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Durch den Spaltenboden kann Kot einfach hindurchfallen. Stroh wechseln ist so nicht nötig.

Bei der Haltung von Schweinen gibt es verschiedene Stallböden. Bei Vollspaltenböden ist der Boden im gesamten Lebensbereich des Schweins mit Spalten für das Durchfallen von Kot und Urin versehen. Das bedeutet weniger Komfort für das Tier. Bei Teilspaltenböden ist lediglich ein Teil des Stalls mit Spalten ausgestattet, Liegeplätze und Futterstellen sind geschlossen, teilweise mit Stroh eingestreut. Zusätzlich können Schweine noch die Möglichkeit haben, ins Freie zu laufen. In wenigen Fällen werden sie im Freiland gehalten.  

Zwei Drittel der Schweine in Deutschland werden auf Vollspaltenböden gehalten, denn Stroh und Auslauf ins Freie sind nicht gesetzlich verpflichtend. Von den gut 40.000 Betrieben, die 2016 Schweine hielten, waren laut Statistischen Bundesamt nur 3,8 Prozent (1.500) Ökobetriebe.

Was ist ein Hybridschwein?

Das Schwein ist eines der ältesten Nutztiere und der größte Fleischlieferant in Deutschland. Alte Rassen wie die "Deutsche Landrasse" sind noch verbreitet, jedoch wird immer mehr zwischen verschiedenen Rassen gekreuzt, um profitable Schweine zu züchten.

Neun von zehn Schweinen sind inzwischen sogenannte Hybridschweine, also Züchtungen mit besonders vielversprechenden Merkmalen: Sie sollen schnell an Gewicht gewinnen, um schneller geschlachtet werden zu können. Dabei werden die Züchtungen an die Bedingungen der konventionellen Schweinehaltung angepasst - sie sollen stressresistent sein und widerstandsfähig gegen Bakterien und Viren. Um den Kotelett-Anteil zu erhöhen, werden die Rippen der Hybriden auf 15 bis 17 hochgezüchtet, während ein normales Wildschwein 13 Rippen besitzt.

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