Stand: 24.06.2016 14:02 Uhr  | Archiv

Uwes Experiment: Abnehmen mit wenig Zucker

von Uwe Leiterer
Bauch von Uwe Leiterer (75 Kilogramm)
Das ist meine Wampe zu Beginn des Zucker-Experiments.

Mein Name ist Uwe Leiterer. Ich bin Autor bei Markt und 50 Jahre alt. Ich bin 1,73 Meter groß und habe vor meinem Experiment 75 Kilogramm gewogen. Mit einem Bauchumfang von 99 Zentimetern stand ich kurz vor der Bauchfettsucht. Mein Blutzuckerwert (HbA1c) lag mit 6 nur knapp unterhalb des Grenzwerts für Diabetes. Dann habe ich ein Experiment begonnen und auf Empfehlung von Ernährungsmediziner Dr. Matthias Riedl nur noch maximal 25 Gramm zugesetzten Zucker pro Tag zu mir genommen. Mit Erfolg: Innerhalb von vier Wochen habe ich fünf Kilogramm abgenommen und fühle mich jetzt viel gesünder. Mein Bauchumfang ist um sieben Zentimeter auf 92 Zentimeter geschrumpft. In diesem Blog beschreibe ich die harte Zeit des Verzichts und gebe Tipps für alle, die mit wenig Zucker abnehmen und gesünder leben möchten.

Uwes neues Experiment
Ein Mann sitzt auf einem Fahrrad beim Belastungs-EKG.

Vegetarisch leben

Seit drei Monaten ist Markt Autor Uwe Leiterer Vegetarier. Wie wirkt sich die pflanzliche Ernährung auf seinen Körper aus? Ein Check beim Arzt gibt Aufschluss. mehr


10:53 Uhr - 24. Juni

Sie fragen, Uwe antwortet

Nach meinem Experiment haben mich viele Fragen von Zuschauern erreicht. Eine Auswahl beantworte ich an dieser Stelle. Haben Sie weitere Fragen? Dann schreiben Sie mir: sagsmarkt@ndr.de

Ich esse weniger Zucker, darf aber sonst essen, was ich will. Was soll das bringen?

Den zugesetzten Zucker habe ich laut WHO-Empfehlung auf maximal 25 Gramm pro Tag begrenzt. Das ist keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung. Und sie wirkt!


14:39 Uhr - 27. Mai

Fit, gesund und gut gelaunt!

Seit vier Wochen ernähre ich mich mit wenig Zucker. Rund fünf Kilogramm Gewicht sind runter! Von 75 auf 70 Kilogramm. So wenig habe ich seit 20 Jahren nicht mehr gewogen. Meine Hosen schlabbern und ich muss den Gürtel enger schnallen. Ernährungsmediziner Dr. Riedl ist begeistert über mein schwindendes Bauchfett. Mein Bauchumfang ist um sieben Zentimeter auf 92 Zentimeter geschrumpft. Beim Langzeitblutzuckerspiegel (HbA1c) tut sich noch nichts, das wird aber noch. Mein Cholesterinspiegel ist leicht angestiegen – kein Wunder, ich esse deutlich mehr Mettwurst.

Uwes Tipps für eine zuckerarme Ernährung

Zuckerbomben meiden

Tabu sind Fruchtsaft, Fruchtjoghurt, gesüßtes Müsli, Schokolade, Gummibärchen, Cola und Softdrinks - und Alkohol.

Trotzdem: Ich fühle mich topfit. Und bei Heißhungerattacken verspeise ich genüsslich eine Grapefruit. Ich denke nicht mehr so häufig über meine Ernährung nach wie am Anfang meines Experiments. Durch die Umstellung habe ich meinen Grundverbrauch auf 10 bis 15 Gramm Zucker pro Tag gesenkt. Morgens gönne ich mir wieder einen Cappuccino, der 6 Gramm Zucker enthält, und komme trotzdem nicht über 25 Gramm pro Tag. Für mich steht fest: Ich werde mich weiterhin zuckerarm ernähren. Und Ausnahmen von der Regel darf es auch geben, allerdings nur noch ganz selten.

Dies ist die letzte Folge meines Experiments. Haben Sie Fragen? Oder möchten Sie ebenfalls mit wenig Zucker abnehmen? Dann schreiben Sie mir: sagsmarkt@ndr.de

VIDEO: Wenig Zucker: Fünf Kilo abgenommen (1 Min)


13:59 Uhr - 20. Mai

Warum Zucker dick macht

Eine wichtige Lektion habe ich von Ernährungsmediziner Dr. Riedl gelernt: Bei gesunden Menschen ist Zucker auch in hohen Dosen nicht schädlich. Dafür sorgen zwei Organe: Die Bauchspeicheldrüse produziert Insulin, das nach jeder Süßigkeit der Blutzuckerspiegel wieder sinken lässt. Und die Leber wandelt Zucker in Fett um. Das Problem: Das Insulin der Bauchspeicheldrüse sorgt dafür, dass Zellen Fett einlagern, und hemmt außerdem den Fettabbau. Wenn ich also ständig Zucker esse, baut der Körper keine Fettreserven ab, auch wenn ich regelmäßig viel Sport treibe. So habe ich über Jahrzehnte ein dickes Fettpolster aufgebaut.

Nach drei Wochen mit wenig Zucker fühle ich mich wesentlich fitter, zum Beispiel beim Joggen. Kein Wunder, denn ich schleppe deutlich weniger Pfunde mit mir herum - drei Kilogramm sind runter.

Hält Uwe das durch? Und verliert er noch mehr Pfunde? Am Freitag, 27. Mai, geht's weiter!

VIDEO: Warum Zucker dick macht (2 Min)


12:01 Uhr - 13. Mai

25 Gramm Zucker pro Tag sind nicht viel

Zwei Wochen lebe ich jetzt schon mit maximal 25 Gramm Zucker pro Tag. Meine persönlichen Krisenherde sind Veranstaltungen wie das Klarinettenvorspiel meiner ältesten Tochter. Zum gemütlichen Beisammensein habe ich mir eine Obstplatte mitgebracht. Während alle um mich herum Süßigkeiten und Kuchen futtern, versuche ich, bei Ananas und Mineralwasser fröhlich auszusehen.

Auch die Wochenenden sind hart - ohne die strenge Selbstkontrolle mit Taschenrechner, Block und Stift würde ich schnell über das 25-Gramm-Limit hinausschießen. Denn in vielen Kleinigkeiten, die ich esse, wird einiges an Zucker versteckt. Aber ich mache weiter, denn nach 14 Tagen bin ich bereits 1,5 Kilogramm leichter.

VIDEO: 25 Gramm Zucker: Ein Tag am Limit (2 Min)


15:11 Uhr - 6. Mai

Obst ja, Fruchtsaft nein

Die erste Woche mit wenig Zucker ist um. Es fällt mir immer noch schwer, mich an die Regeln zu halten. Ein Problem sind die Getränke. In meiner Not bin ich bei Gemüsesaft gelandet. Mit einem Tropfen Chilisoße schmeckt der gar nicht so schlecht.

Lohn der Mühe: Ich habe immerhin 300 Gramm abgenommen. Das könnte ruhig etwas mehr sein. Mein Ernährungsmediziner Dr. Riedl findet das aber gar nicht so schlecht: Der Körper muss sich erst einmal auf die neue Ernährung einstellen.

Ich konzentriere mich also auf das, was ich essen darf - und das ist eigentlich ziemlich viel: Häufiger als bisher esse ich Lebensmittel mit hohem Fettgehalt, zum Beispiel Wurst, Speck und Käse. Mein Körper verlangt danach. Auch frisches Obst und Gemüse darf ich essen. Meine Neuentdeckung ist Grapefruit. Vor allem die rosafarbene Variante schmeckt mir - sie ist süß, nicht bitter.

Und das Gute: Der Fruchtzucker in Obst und Gemüse wird nicht auf die 25 Gramm Zucker angerechnet, die ich pro Tag maximal zu mir nehmen darf. Obst und Gemüse sind reich an Ballast- und Mineralstoffen, relativ kalorienarm und machen schnell satt. Ganz anders sieht es bei Fruchtsäften aus - das sind Zuckerbomben! Warum? Das zeige ich in meinem Film.

VIDEO: Warum Früchte gesünder sind als Fruchtsaft (1 Min)


11:54 Uhr - 29. April

Aller Anfang ist schwer

164 Gramm Zucker nehme ich am Tag zu mir. Das ist viel zu viel, sagt mein Arzt. Kein Wunder, dass ich einige Pfunde angesetzt habe, obwohl ich Badminton spiele, jogge und laut Smartphone-App 12.000 Schritte am Tag zurücklege. Zu gern esse ich Schokolade - pur, als Brotaufstrich oder im Müsli. Doch damit ist es jetzt vorbei: Ab sofort sind 25 Gramm zugesetzter Zucker mein Limit.

Erdbeerjoghurt mit Waage
Alle Lebensmittel kommen auf die Waage. Wie viel Zucker steckt in einer Portion?

Eine klassische Diät ist das nicht, denn ich darf essen, was ich möchte, muss aber auf den Zuckergehalt achten. Vermeiden muss ich zugesetzten Zucker, auch Fruchtzucker in Säften, Wein und Sekt sowie isolierte Kohlenhydrate - davon sind allein im Bier 9 Gramm pro 100 Milliliter. Leider versteckt sich zugesetzter Zucker in vielen Lebensmitteln, von denen man es nicht erwartet. Die üblichen Verdächtigen habe ich schnell identifiziert. Ab jetzt tabu sind Müsli, Erdbeerjoghurt, Toastbrot (4 Gramm Zucker pro 100 Gramm!) und feine Mettwurst (3 Gramm Zucker pro 100 Gramm). Ich wiege alles mit der Küchenwaage ab und studiere Nährwerttabellen.

Das Schlimmste: Ich weiß nicht, was ich trinken soll. Kaffee und Tee ohne Zucker mag ich nicht, Getränke mit Süßstoffen will ich nicht. Nach einem Glas Fruchtsaft ist mein Zucker-Limit bereits erreicht - 10 Gramm Fruchtzucker pro 100 Milliliter. Missmutig trinke ich Mineralwasser, das ist immerhin zuckerfrei. Ich bin hungrig und habe sehr wenig Spaß.

VIDEO: So viel Zucker steckt in Lebensmitteln (2 Min)

Dieses Thema im Programm:

Markt | 30.05.2016 | 20:15 Uhr

Verstecker Zucker in Lebensmitteln

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