Stand: 21.03.2016 01:08 Uhr  - NDR Info  | Archiv

Das Comeback des Verlobungsrings

von Katja Scherer, NDR Info Wirtschaftsredaktion
Ein Mann versteckt vor seiner Freundin hinter seinem Rücken eine rote Rose und einen Verlobungsring. © picture alliance / dpa Themendienst
Die Verlobung und damit auch der Verlobungsring geriet eine Zeit lang in Vergessenheit. Jetzt kommt der alte Brauch zurück.

Juweliere haben im Frühjahr Hochsaison. Mit dem milden Wetter kommen die Frühlingsgefühle, viele Paare planen jetzt ihre Hochzeit. Und vor der Hochzeit kommt die Verlobung. Von dem wiedererwachten Verlobungstrend aus dem angelsächsischen Raum können besonders die Schmuckhersteller profitieren. Anja Heiden, die als Teil der Geschäftsleitung des Hamburger Juwelier Wempe das Geschäft mit Verlobungsringen betreut, hält einen silbernen Ring mit quadratisch geschliffenem Stein in den Händen: "Hierbei handelt es sich um einen schlichten Weißgoldring in hochwertigem 18-karätigen Gold, mit einem Diamanten im Prinzesscut. Das Quadrat ist moderner und kommt besonders bei jungen Frauen gut an."

Nachfrage im Frühjahr steigt deutlich

Während Paare früher meist nur Trauringe kauften, werden seit einigen Jahren auch Verlobungsringe immer beliebter. Die Juweliere freuen sich über das zusätzliche Geschäft. Im vergangenen Jahr hat die Branche ihren Umsatz mit Schmuck und Uhren um fast zwei Prozent auf knapp fünf Milliarden Euro gesteigert. "Wir merken sehr deutlich, dass der Antragsring - in der Regel geschmückt mit einem Brillanten - wieder verstärkt nachgefragt wird, ganz besonders im Frühjahr", sagt Joachim Dünkelmann vom Bundesverband der Juweliere.

US-Schmuckindustrie belebt alten Brauch neu

Ein Trend, der wie so vieles aus den USA kommt. Dort hat die Schmuckindustrie bereits seit Jahrzehnten große Kampagnen laufen, um den alten Brauch des Verlobungsrings wieder zum Leben zu erwecken. Das zeigt Wirkung: Die Unternehmensberatung Bain & Company hat errechnet, dass im Jahr 2023 acht von zehn Amerikanern ihren Antrag mit Ring stellen werden. Auch für immer mehr deutsche Paare gehört ein solches Schmuckstück dazu: "Wir haben vor drei Jahren das erste Mal eine eigene Linie an Diamantringen für Verlobungen geschaffen, worauf besonders die jungen Leute sehr positiv reagieren", sagt Anja Heiden.

Das besondere Schmuckstück gehört dazu

Ein Mann macht einen Heiratsantrag. © picture alliance / dpa Themendienst
Für viele junge Paare gilt der Ring als Symbol für Stabilität und Sicherheit.

Auch der Hamburger Lazar Backovic hat sich für einen Verlobungsring entschieden. Den Ring hat er im italienischen Florenz gekauft. Dort, wo er auch den Heiratsantrag gemacht hat: "Ich fand es schön, eine Erinnerung zu haben für genau den Tag und auch den Ort. Deswegen war es mir wichtig, dort auch den Verlobungsring zu kaufen."

Für viele junge Paare ist der Ring sogar noch mehr als das, so Heiden. Gerade in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit sei der symbolische Wert des Rings sehr wichtig: "Die jungen Leute orientieren sich wieder an traditionellen Werten und suchen nach Stabilität und Sicherheit. Da kam der Trend, das mit einem Verlobungsring zu besiegeln, wie gerufen."

Fingerabdrücke als individuelle Gravur

Wichtig sei den Paaren zudem, einen ganz individuellen Ring zu haben, sagt Dünkelmann vom Bundesverband der Juweliere: "Ein schönes Beispiel ist die Lasergravur, wo nicht mehr nur Namen und Daten in den Ring eingraviert werden können, sondern mittlerweile auch Symbole oder auch Fingerabdrücke."

Lazar Backovic war vor allem wichtig, dass der Ring an den Ort des Antrags, Florenz, erinnert - den Ort, der ihn und seine Freundin nun für immer verbinden wird: "Wir haben einen Ring mit floralem Muster ausgewählt, das es nur dort in der Region gibt, sagte man uns." Das Paar hat ihn nach dem Antrag gemeinsam ausgesucht. Denn der richtige Moment für die große Frage kam während des Urlaubs - ohne dass das so geplant war. Beim Antrag musste sich Lazar Backovic daher anders behelfen: Spontan bastelte er seiner Freundin einen Ring aus Alufolie und stellte damit die Frage aller Fragen.

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NDR Info | 21.03.2016 | 07:41 Uhr

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