Stand: 12.08.2020 16:59 Uhr  - NDR Info

Schutzmasken richtig tragen und reinigen

Eine Frau mit Mundschutz und Gummihandschuhen im Supermarkt. © Colourbox Foto: Kzenon
Auch einfache Stoffmasken helfen bei richtiger Anwendung, die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

In allen Bundesländern gilt eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften. Auch in Zügen der Deutschen Bahn und den Maschinen vieler Fluggesellschaften ist das Tragen Pflicht. Hinzu kommen viele individuelle Regelungen in Unternehmen und bei öffentlichen Veranstaltungen. Neben medizinischen Masken genügt auch ein einfacher Mund-Nasen-Schutz. Welche verschiedenen Maskentypen gibt es? Was ist bei der Nutzung zu beachten? Es gibt zwei große Gruppen von zugelassenen Schutzmasken: den einfachen Mund-Nasen-Schutz (MNS) und Atemschutzmasken.

Mund-Nasen-Schutz: Schonung der anderen

Eine Schutzmaske liegt auf blauem Hintergrund. © colourbox
OP-Masken dürfen nur einmal gebraucht werden und sollten dann in einer verschlossenen Tüte im Hausmüll entsorgt werden.

Einen Mund-Nasen-Schutz haben bereits in der Zeit vor dem Coronavirus viele Ärzte und Zahnärzte verwendet. Er wird auch als Operations-, OP- oder MNS-Maske bezeichnet. Die Maske schützt Patienten und andere Menschen in der nahen Umgebung vor Tröpfchen, die der Maskenträger etwa beim Sprechen aus Mund und Nase abgibt. Den Träger selbst schützt ein Mund-Nasen-Schutz nur vor größeren Tröpfchen. Außerdem verhindert er, dass sich der Träger unbewusst mit schmutzigen Händen an Mund oder Nase fasst.

Atemschutzmasken: Was bedeuten FFP1, FFP2 und FFP3?

Ein Mann mit einer Atemschutzmaske der Kategorie FFP3. © dpa Foto: Christoph Schmidt
FFP-Masken haben einen integrierten Filter. Es gibt sie in drei Schutzklassen.

Atemschutzmasken, die auch partikelfiltrierende Halbmasken oder Feinstaubmasken genannt werden, haben eine deutlich weitreichendere Wirkung. Sie schützen den Träger vor kleinen Tröpfchen, sogenannten Aerosolen, Rauch und Feinstaub in der Atemluft. Eine europaweite Norm (EN 149) regelt die Qualität dieser Masken. Drei Schutzklassen definieren das Rückhaltevermögen: FFP1, FFP2 und FFP3. Dabei steht FFP für "Filtering Face Piece". Zum Schutz vor dem Coronavirus sind mindestens Masken der Klasse FFP2 notwendig, besser sind Masken der Klasse FFP3. Stammen die Atemschutzmasken aus Übersee, tragen sie meist andere Bezeichnungen wie KN95 (China) oder N95 (USA).

Stoffmasken bieten nur einen geringen Schutz

Einfache Stoffmasken, die unter Begriffen wie Alltags-, Community-, DIY- oder Behelfs-Masken genutzt werden, bieten je nach Ausführung nur einen geringen Schutz. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte weist darauf hin, dass sich Träger solcher Masken nicht darauf verlassen können, "dass diese sie oder andere vor einer Übertragung von SARS-CoV-2 schützen, da für diese Masken keine entsprechende Schutzwirkung nachgewiesen wurde."

Welche Schutzmasken sollte man tragen?

Welche der genannten Maskentypen sind im Alltag die richtige Wahl? Das Robert Koch-Institut empfiehlt eine Mund-Nasen-Bedeckung aus Stoff. Sie kann "ein zusätzlicher Baustein sein, um die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren". Das gelte aber nur, wenn die Abstands-, Husten- und Niesregeln und eine gute Händehygiene eingehalten würden. Stoffmasken bestehen im Idealfall aus drei Lagen. Die äußere Schicht sollte Wasser abweisen, die mittlere Schicht eine Filterwirkung haben und die innere Lage Feuchtigkeit aufnehmen können.

Schutzmasken richtig tragen, abnehmen und lagern

Das Tragen von Schutzmasken ist nur dann sinnvoll, wenn sie richtig gehandhabt werden.

  • Auch mit Maske den Mindestabstand von 1,50 Metern zu anderen Menschen einhalten.
  • Vor dem Anlegen die Hände waschen und die Innenseite der Maske nicht berühren.
  • Die Maske sollte eng anliegen und durchgehend Mund und Nase bedecken. Während des Tragens nicht zurecht zupfen und auch nicht um den Hals tragen!
  • Ist die Maske durchfeuchtet, muss sie gewechselt werden.
  • Zum Abnehmen an den seitlichen Schnüren oder Laschen greifen und nicht die Vorderseite berühren. Nach dem Abnehmen immer gründlich die Hände waschen.
  • Die Maske sofort waschen oder bis zum Waschen in einem luftdicht geschlossenen Behälter aufbewahren.
  • Ideal zum Transport von getragenen und ungetragenen Masken unterwegs sind Gefrierbeutel mit Zipp-Verschluss. Sie verhindern den Kontakt mit kontaminierten Stoffteilen und halten unbenutzte Masken hygienisch sauber.

Schutzmasken reinigen: Am besten in der Waschmaschine

Stoffmasken nach dem Tragen am besten sofort reinigen - bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine. Das ECO-Programm ausschalten, da sonst womöglich keine ausreichend hohen Temperaturen erreicht werden. Alternativ die Maske in einem Topf auf dem Herd mindestens fünf Minuten lang in kochendes Wasser legen. Sind nach dem Waschen kleine Risse oder Beschädigungen zu erkennen, die Maske nicht wiederverwenden. Darf die Maske nur mit maximal 60 Grad gewaschen werden, die Temperatur am besten mit einem Thermometer prüfen. Wer keins hat, kann Wasser in einem Wasserkocher aufkochen und es dann gut acht Minuten bei geschlossenem Deckel stehen lassen, dann beträgt die Temperatur 60 Grad.

Schutzmasken aus Stoff trocknen auf einer Leine. © SOPA Images via ZUMA Wire/dpa Foto: Jdidi Wassim/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa
Stoffmasken sollten nach dem Tragen bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.

Auch mit dem Bügeleisen lassen sich die Viren abtöten, so Virologe Christian Drosten. Beim Bügeln darauf achten, dass der Stoff sowie Saum und Nahtstellen richtig heiß werden. Da nicht alle Stoffe das lange Erhitzen gut aushalten, empfiehlt es sich, das Bügeln nur zusätzlich zum Waschen anzuwenden.

FFP-Masken besser nicht mehrfach tragen

Einwegprodukte wie FFP-Masken oder OP-Masken aus Zellstoff sollten generell besser nicht wiederverwendet werden. Derzeit sind im Handel zudem ausreichend Masken vorhanden - auch zu akzeptablen Preisen. Die Wirksamkeit von Wärmebehandlungen von FFP-Masken im Backofen ist wissenschaftlich umstritten. Das Bundesgesundheitsministerium hat seine Wiederaufbereitungsempfehlung für Krankenhäuser zurückgezogen. Unklar ist zudem, welche Auswirkungen die Wärmebehandlungen auf die Filtereigenschaften des Materials haben.

Die Masken mehrere Tage an einem belüfteten Ort liegenzulassen, birgt ebenfalls Gefahren, denn es ist noch nicht genau erwiesen, wie lange das Coronavirus auf den Materialien der Einwegmasken überleben kann. Brandgefahr besteht beim Sterilisieren von Masken in der Mikrowelle: Viele Masken enthalten Metallteile, die beim Erhitzen Funkenflug verursachen können.

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Damit weniger Atemluft an die Gläser kommt, sollte der Schutz möglichst eng an Nase und Wangen anliegen. Ideal ist eine Maske mit eingenähtem Draht, weil sie besser angepasst werden kann. Beim Anlegen darauf achten, dass der Stoff unter der Brille liegt. Zusätzlich kann man die Brille mit Putztüchern mit Anti-Beschlag-Wirkung oder einem Anti-Beschlag-Spray behandeln. Alternativ die Brille mit mildem Spülmittel ohne Alkohol einreiben, mit klarem Wasser abwaschen, an der Luft trocknen lassen und dann polieren. Wegen der Infektionsgefahr auf keinen Fall Speichel dafür verwenden.

Wo gibt es Schutzmasken zu kaufen?

Atemschutzmasken und Mund-Nasen-Schutz sind mittlerweile keine Mangelware mehr. Apotheken, Drogerien und auch Supermärkte haben derzeit immer wieder Posten im Angebot - teilweise auch als Aktionsware zu fairen Preisen. Behelfsmasken aus Stoff bieten unter anderem Modegeschäfte und Änderungs-Schneidereien an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 05.07.2020 | 18:30 Uhr

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