Stand: 01.04.2020 13:55 Uhr  - NDR Info

Corona: Reise abgesagt - Welche Rechte haben Kunden?

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Auf den meisten Flughäfen ruht der Betrieb.

Die Corona-Pandemie lässt auch Urlaubsträume platzen. Veranstalter informieren jetzt Zehntausende Kunden, dass bis Ende April geplante und bereits bezahlte Reisen nicht stattfinden können. Gleichzeitig kündigen sie den Reisevertrag. Kunden, die eine Pauschalreise gebucht hatten, haben damit Anspruch auf die Rückzahlung des Reisepreises, so die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Pleite-Risiko: Vorsicht bei Gutschein-Angeboten

Auf das Angebot, statt des Geldes einen Gutschein zu erhalten, müssen Kunden nicht eingehen. Die Verbraucherschützer warnen, dass Gutscheine wertlos würden, falls der Veranstalter vor Buchung einer neuen Reise Insolvenz anmelden müsse.

Rückerstattung: Geld muss nach 14 Tagen eingehen

Für die Rückzahlung des Reisepreises räumt das Gesetz dem Veranstalter eine Frist von 14 Tagen nach der Vertragskündigung ein. Falls der Veranstalter das Geld bis dahin nicht erstattet hat, sollte der Kunde die Zahlung anmahnen und selbst eine Frist setzen, so die Verbraucherzentrale Niedersachsen.

Gilt der Sicherungsschein weiterhin?

Auf der Anzeigetafel eines Flughafens steht das Wort "cancelled". © dpa-Bildfunk Foto: Christoph Soeder/dpa

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Problematisch kann es werden, wenn der Reiseveranstalter zwischen der Kündigung des Reisevertrages und der Rückzahlung des Geldes Insolvenz anmeldet. Nach Ansicht von Tiana Preuschoff, Juristin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen, gelte dann weiterhin der Schutz des Reise-Sicherungsscheins. Er gehört zu jeder Pauschalreise und sichert Kunden ab, falls der Veranstalter zahlungsunfähig wird oder die gebuchte Reise nicht durchführen kann. Der Grund für die nicht erbrachte Leistung müsse nicht die Zahlungsunfähigkeit des Veranstalters sein, so Preuschoff. Die Rechtslage sei allerdings wegen der bisher einmaligen Situation in der Corona-Krise nicht eindeutig.

Was ist mit Reisen, die erst nach April 2020 stattfinden sollten?

Hier ist die Lage derzeit unklar. Wer frühzeitig storniert, läuft Gefahr, die vertraglich vereinbarten Stornierungskosten zahlen zu müssen, so die Verbraucherzentrale. Sie rät daher dazu, sich mit den Vor- und Nachteilen einer frühen Stornierung genau zu beschäftigen. Wer, sofern möglich, verreisen will, kann abwarten. Bei sehr teuren Reisen solle man sich von unabhängiger Stelle beraten lassen. Wer dagegen aufgrund der derzeitigen Situation nicht mehr verreisen will, riskiert durch das Abwarten hohe Stornogebühren. Nach Ansicht der Verbraucherschützer sollte, wer frühzeitig storniert, sein Geld zurück erhalten, sofern zum Reisezeitpunkt noch immer eine Reisewarnung besteht. Dies könne der Reiseveranstalter aber anders bewerten, sodass es darüber zum Streit kommen könne.

Airbnb-Kunden dürfen kostenlos stornieren

Kunden, die Unterkünfte für einen Zeitraum bis Ende Mai über die Vermittlungsplattform Airbnb gebucht haben, können ihre Buchung kostenlos stornieren. Airbnb-Reservierungen müssen üblicherweise vorab bezahlt werden, und bei Stornierungen wird oft nur ein Teilbetrag zurückerstattet. Wegen der aktuellen Reisebeschränkungen bekommen Kunden aber seit 14. März ihr Geld komplett zurück.

Verbraucherzentrale: Kostenlose telefonische Beratung

Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt bietet eine kostenlose Hotline zu Fragen rund ums Reisen in Zeiten der Corona-Pandemie. Die Experten sind von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer (0345) 298 03 63 zu erreichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 24.03.2020 | 14:00 Uhr