Stand: 16.04.2020 11:45 Uhr

In Corona-Zeiten mit Video-Chats in Kontakt bleiben

von Anja Deuble, NDR.de
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Ein Videochat kann helfen, sich nicht aus den Augen zu verlieren.

Ein virtuelles Schachspiel mit dem Enkelkind, gemeinsam zu Abend essen im Video-Chat oder das monatliche Buchclub-Treffen: Wenn man in Corona-Zeiten nicht beieinander sein kann, können Video-Telefonsysteme helfen, die räumliche Distanz zu überbrücken. Eine stabile Internetverbindung, ein Gerät mit integrierter Kamera und Mikrofon, mehr braucht man dazu nicht. Whereby, Jitsi-Meet oder Zoom sind Alternativen zu den Branchenführern, die nicht jeder nutzen möchte, wie zum Beispiel den WhatsApp- oder Facebook-Chat.

Kostenlose Gruppenchats mit Whereby

Bis zu vier Personen können mit Whereby kostenlos Kontakt aufnehmen, für größere Gruppen und mehr Chaträume fallen Gebühren an. Die Webseite ist zwar komplett auf Englisch, einen Videochat in einem privaten Raum kann man aber auch ohne Fremdsprachenkenntnisse in wenigen Schritten am PC oder Laptop starten:

  • Auf der Startseite von Whereby auf "Get startet" klicken und einen Namen und eine gültige E-Mailadresse angeben. Whereby verschickt einen Einmal-Bestätigungscode (die E-Mailadresse muss man nur einmal angeben, ein Code wird bei jedem neuen Chat verschickt).
  • Den Bestätigungscode eingeben, die "Free-Variante" auswählen und einen Namen für den Chatroom eingeben, wie zum Beispiel "Buchclub". Dieser Name wird nur beim ersten Mal eingegeben, beim nächsten Mal kann man diesem Raum einfach mit "Go to Room" wieder betreten. 
  • Kamera- und Mikrofonzugriff erlauben und dann mit "Join Meeting" starten.
  • Mit "Share Link to share a Meeting" die anderen Teilnehmer via E-Mail zum Videochat einladen, der Link sieht dann zum Beispiel so aus: https://whereby.com/buchclub.
  • Nachdem die anderen Teilnehmer den Link in ihrem Browserfenster geöffnet haben, müssen auch sie mit "Request Permissions" den Kamera-und Mikrofonzugriff erlauben. 
  • Die Symbol-Leiste unten ermöglicht das An- und Ausschalten der Kamera und des Mikrofons ("Cam" und "Mic"), "Share" teilt den eigenen Bildschirm mit den anderen, via "Chat" kann man Text eingeben. "People" zeigt, wer teilnimmt, und mit "Leave" verlässt man den Raum.

Whereby funktioniert in allen Browsern und ist dank übersichtlicher Oberfläche unkompliziert zu bedienen. Eine ausführliche Anleitung (englisch) hilft bei weiteren Fragen.

Unkompliziert und kostenlos mit Jitsi-Meet

Die englischsprachige Seite vonJitsi-Meet bietet einen unkomplizierten, kostenlosen Service an, für den man sich nicht registrieren muss. Auch hier kommen Nutzer ohne große Englischkenntnisse zum Ziel.

  • Unter "Start a new Meeting" kann man einen eigenen Namen für das virtuelle Treffen vergeben, wie zum Beispiel schachspielenopa, oder man übernimmt den voreingestellten Vorschlag und bestätigt mit "Go".
  • Die Chatumgebung öffnet sich, nachdem die Abfrage nach Mikrofon und Kamera erfolgt ist. 
  • Seine Gesprächspartner lädt man mit einem Link via E-Mail ein, diesen findet man unten rechts, ein Klick auf das "I"-Symbol öffnet die Informationen zum Teilen ("share"). In diesem Link findet sich dann auch der Name für das virtuelle Treffen: https://meet.jit.si/schachspielenopa.
  • Die eingeladenen Teilnehmer müssen wiederum Zugriff auf Mikrofon und Kamera bestätigen und los geht es. 
  • Unten links gibt es Symbole: "Chatfenster", "Monitor teilen" und "Handzeichen". Aufgelegt wird mit dem roten Telefonsymbol in der Mitte. 

Jitsi ist einfach zu bedienen und man muss sich nicht registrieren, das ist ein Vorteil. Beim Testen lief es nur im Chrome-Browser, bei Safari oder Firefox funktionierte nur der Ton.

Wegen Sicherheitslücken nicht zu empfehlen - Zoom App

Besonders beliebt ist Zoom, für dessen Nutzung man sich die entsprechende App aufs Smartphone laden, sich anmelden und registrieren muss. Wir haben dieses Angebot auch getestet, können es zum jetzige Zeitpunkt aber nicht mehr vorbehaltslos empfehlen. Bereits Anfang April wurden erste Sicherheitslücken bekannt, nun wurden die Zugangsdaten für Hunderte Zoom-Accounts im Darknet zum Kauf angeboten.

Datenschutz - immer eine sensible Sache

Bei allen Video-Konferenzsystemen geben Nutzer den Zugriff auf ihre Kamera und ihr Mikrofon frei, darüber sollte man sich im Klaren sein und gut darauf achten, was man preisgibt. Die Datenschutzrichtlinien der Anbieter geben Auskunft, welche Daten gesammelt, gespeichert, weitergegeben oder verkauft werden, diese sollte man lesen. Letztendlich muss jeder Nutzer abwägen, welches Konferenzsystem er für private Zwecke nutzen möchte.

Anmerkung: Die Systeme wurden auf einem MacBook Pro (2013) und einem iPhone 6 ausprobiert und sind technisch nicht vollständig getestet oder bewertet worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 25.03.2020 | 14:00 Uhr