Stand: 03.04.2020 12:13 Uhr

In Corona-Zeiten mit Video-Chats in Kontakt bleiben

von Anja Deuble, NDR.de
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Ein Videochat kann helfen, sich nicht aus den Augen zu verlieren.

Ein virtuelles Schachspiel mit dem Enkelkind, gemeinsam zu Abend essen im Video-Chat oder das monatliche Buchclub-Treffen: Wenn man in Corona-Zeiten nicht beieinander sein kann, können Video-Telefonsysteme helfen, die räumliche Distanz zu überbrücken. Eine stabile Internetverbindung, ein Gerät mit integrierter Kamera und Mikrofon, mehr braucht man dazu nicht. Whereby, Jitsi-Meet oder Zoom sind Alternativen zu den Branchenführern, die nicht jeder nutzen möchte, wie zum Beispiel den WhatsApp- oder Facebook-Chat.

Kostenlose Gruppenchats mit Whereby

Bis zu vier Personen können mit Whereby kostenlos Kontakt aufnehmen, für größere Gruppen und mehr Chaträume fallen Gebühren an. Die Webseite ist zwar komplett auf Englisch, einen Videochat in einem privaten Raum kann man aber auch ohne Fremdsprachenkenntnisse in wenigen Schritten am PC oder Laptop starten:

  • Auf der Startseite von Whereby auf "Get startet" klicken und einen Namen und eine gültige E-Mailadresse angeben. Whereby verschickt einen Einmal-Bestätigungscode (die E-Mailadresse muss man nur einmal angeben, ein Code wird bei jedem neuen Chat verschickt).
  • Den Bestätigungscode eingeben, die "Free-Variante" auswählen und einen Namen für den Chatroom eingeben, wie zum Beispiel "Buchclub". Dieser Name wird nur beim ersten Mal eingegeben, beim nächsten Mal kann man diesem Raum einfach mit "Go to Room" wieder betreten. 
  • Kamera- und Mikrofonzugriff erlauben und dann mit "Join Meeting" starten.
  • Mit "Share Link to share a Meeting" die anderen Teilnehmer via E-Mail zum Videochat einladen, der Link sieht dann zum Beispiel so aus: https://whereby.com/buchclub.
  • Nachdem die anderen Teilnehmer den Link in ihrem Browserfenster geöffnet haben, müssen auch sie mit "Request Permissions" den Kamera-und Mikrofonzugriff erlauben. 
  • Die Symbol-Leiste unten ermöglicht das An- und Ausschalten der Kamera und des Mikrofons ("Cam" und "Mic"), "Share" teilt den eigenen Bildschirm mit den anderen, via "Chat" kann man Text eingeben. "People" zeigt, wer teilnimmt, und mit "Leave" verlässt man den Raum.

Whereby funktioniert in allen Browsern und ist dank übersichtlicher Oberfläche unkompliziert zu bedienen. Eine ausführliche Anleitung (englisch) hilft bei weiteren Fragen.

Unkompliziert und kostenlos mit Jitsi-Meet

Die englischsprachige Seite vonJitsi-Meet bietet einen unkomplizierten, kostenlosen Service an, für den man sich nicht registrieren muss. Auch hier kommen Nutzer ohne große Englischkenntnisse zum Ziel.

  • Unter "Start a new Meeting" kann man einen eigenen Namen für das virtuelle Treffen vergeben, wie zum Beispiel schachspielenopa, oder man übernimmt den voreingestellten Vorschlag und bestätigt mit "Go".
  • Die Chatumgebung öffnet sich, nachdem die Abfrage nach Mikrofon und Kamera erfolgt ist. 
  • Seine Gesprächspartner lädt man mit einem Link via E-Mail ein, diesen findet man unten rechts, ein Klick auf das "I"-Symbol öffnet die Informationen zum Teilen ("share"). In diesem Link findet sich dann auch der Name für das virtuelle Treffen: https://meet.jit.si/schachspielenopa.
  • Die eingeladenen Teilnehmer müssen wiederum Zugriff auf Mikrofon und Kamera bestätigen und los geht es. 
  • Unten links gibt es Symbole: "Chatfenster", "Monitor teilen" und "Handzeichen". Aufgelegt wird mit dem roten Telefonsymbol in der Mitte. 

Jitsi ist einfach zu bedienen und man muss sich nicht registrieren, das ist ein Vorteil. Beim Testen lief es nur im Chrome-Browser, bei Safari oder Firefox funktionierte nur der Ton.

Auf dem Handy - Zoom App

Für dieses Angebot auf dem Smartphone muss man die Zoom-App herunterladen, sich anmelden und registrieren. Nach dem Starten der App geht es in ein paar Schritten zur Videokonferenz. In der kostenlosen Version können alle bis zu 40 Minuten miteinander sprechen.

  • Zoom-App öffnen, dann "Neues Meeting" antippen, wenn Sie selbst eines veranstalten, oder "Beitreten" antippen, wenn Sie eingeladen wurden. Die Chatumgebung öffnet sich.
  • Auf den Bildschirm tippen, um das Menü zu aktivieren. Hier auf das Symbol "Teilnehmer" tippen und entweder die Informationen via SMS oder E-Mail an die weiteren Teilnehmer verschicken ("URL kopieren" legt eine Webadresse in die Zwischenablage).
  • Die eingeladenen Teilnehmer öffnen die App und tippen auf "Beitreten", hier müssen sie die ID eingeben, die sie erhalten haben
  • Um alle Teilnehmer sehen zu können, wischt man nach links.
  • Tippt man auf den Bildschirm, tauchen Symbole etwa für "Audio", "Video", "Inhalte teilen" und "Teilnehmer" auf. Hier kann man Ton und Bild an- und ausschalten, Inhalte vom Handy teilen, sehen wer teilnimmt, andere einladen oder Text via Chat eingeben.
  • Beendet wird das Treffen mit "Beenden" oben rechts.

Zoom ist ein mächtiges Konferenzsystem, das große Unternehmen im Blick hat und sich deutlich von den beiden anderen System unterscheidet. Hilfe für das gesamte Zoom-Angebot gibt es hier in deutscher Sprache. Die App stand in den letzten Tagen in der Kritik, Zweifel an der Sicherheit und an der Einhaltung der Datenschutzrichtlinien wurden laut. Laut tagesschau.de hat Zoom die Sicherheitslücken nun geschlossen.

Datenschutz - immer eine sensible Sache

Bei allen Video-Konferenzsystemen geben Nutzer den Zugriff auf ihre Kamera und ihr Mikrofon frei, darüber sollte man sich im Klaren sein und gut darauf achten, was man preisgibt. Die Datenschutzrichtlinien der Anbieter geben Auskunft, welche Daten gesammelt, gespeichert, weitergegeben oder verkauft werden, diese sollte man lesen. Letztendlich muss jeder Nutzer abwägen, welches Konferenzsystem er für private Zwecke nutzen möchte.

Datenschutz: Sind Videokonferenzen sicher?

NDR Info -

Aus der Isolation treffen sich viele Menschen nun virtuell in Videokonferenzen. Auch berufliche greifen viele auf Anbieter wie Zoom zurück. Fraglich ist, ob das mit dem Datenschutz konform ist.

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Anmerkung: Die Systeme wurden auf einem MacBook Pro (2013) und einem iPhone 6 ausprobiert und sind technisch nicht vollständig getestet oder bewertet worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 25.03.2020 | 14:00 Uhr