Stand: 23.09.2019 08:49 Uhr

Abzocke mit falschen Wohnungsanzeigen

von Alexa Höber
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Betrüger nutzen die Not von Wohnungssuchenden aus.

Der Wohnungsmarkt in Norddeutschland ist angespannt. Vor allem in Ballungszentren ist es häufig nicht einfach, eine passende bezahlbare Wohnung zu finden. Das nutzen Betrüger aus: Mit falschen Wohnungsinseraten auf Internet-Portalen entlocken sie Wohnungssuchenden persönliche Daten. Die Masche funktioniert - denn viele, die verzweifelt eine Wohnung suchen, geben offenbar bereitwillig vertrauliche Daten preis.

Hamburger Wohnhaus

Falscher Vermieter: Betrugsopfer in Not

Markt -

Mit fingierten Wohnungsanzeigen erschleichen sich Betrüger persönliche Daten von Wohnungssuchenden - und kaufen zum Beispiel auf Kosten ihrer Opfer in Online-Shops ein.

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So funktioniert der Betrug mit falschen Inseraten

Betrüger schalten erfundene Wohnungsanzeigen, um an persönliche Daten von Wohnungssuchenden zu gelangen. Sie nutzen zum Beispiel den Namen und die Adresse, erfinden eine Kontonummer und schließen Ratenverträge ab, zum Beispiel für teure Elektrogeräte. Die Ware wird dann an den Betrüger geliefert und weiterverkauft. Das Betrugsopfer weiß nichts von den laufenden Ratenkrediten, die wegen der erfundenen Kontonummer nicht bezahlt werden. Das kann zu einem Schufa-Eintrag und zum Beispiel bis zur Streichung des Dispokredits führen.  

Der Hamburger Polizei ist außerdem ein Fall bekannt, in dem Daten des Arbeitsgebers von einem Betrüger genutzt wurden, um das Gehalt einer Wohnungssuchenden auf ein anderes Konto umzuleiten.

Schon länger bekannt ist der Betrug mit Vorabzahlungen: Für die Besichtigung einer Wohnung wird dann ein bestimmter Betrag verlangt. Er soll im Vorfeld überwiesen werden. Doch die inserierte Wohnung existiert in diesen Fällen gar nicht, den Betrügern geht es nur um die Zahlungen.

Falsche Wohnungsanzeigen erkennen

Wohnungssuchende sollten misstrauisch werden, wenn der Preis einer Wohnung sehr viel niedriger liegt als der Preis vergleichbarer Wohnungen in derselben Gegend. Auch viel zu geringe Nebenkosten sind ein Hinweis auf eine Anzeige, die in betrügerischer Absicht geschaltet wurde.

Auch die Bilder der inserierten Wohnung sollten sich Wohnungssuchende sehr genau ansehen:

  • Könnte es sich bei den Fotos auch um Aufnahmen aus einem Hotelzimmer handeln?
  • Ist in der Objektbeschreibung nicht das zu lesen, was auf den Fotos abgebildet ist?
  • Oder sind in möblierten Wohnungen extrem teure Designermöbel zu sehen, die nicht zu der geringen Monatsmiete passen?
  • Werden dieselben Fotos auch für Wohnungen an anderen Orten benutzt?

Auch die Aufforderung zu einer Zahlung vor der Besichtigung ist unüblich. Hier handelt es sich um einen sehr deutlichen Hinweis auf ein falsches Inserat.

Seriöse Vermieter und Wohnungsvermittler erwarten keine Übergabe sensibler Daten im Vorfeld. Erst nachdem sie den Wohninteressenten bei einem Besichtigungstermin persönlich kennengelernt haben, erfolgt die Übergabe der persönlichen Daten, wie Einkommensnachweise und Schufa-Auskunft.

Verdächtige Wohnungsanzeigen melden

Viele Internet-Portale mit Wohnungsinseraten haben einen Melde-Button: Wer eine verdächtige Anzeige entdeckt, kann das per Klick melden. Die Anzeigen werden dann überprüft. Bestätigt sich der Verdacht, werden sie offline geschaltet.

Wenn ein Wohnungssuchender auf eine betrügerische Anzeige hereingefallen ist und seine Daten zum Beispiel für den Abschluss von Krediten missbraucht wurden, ist das Betrugsopfer in der Beweispflicht: Er muss nachweisen, dass die Ware von jemand anderem bestellt wurden.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 23.09.2019 | 20:15 Uhr

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