Stand: 25.07.2016 15:29 Uhr  | Archiv

Ab in die Box: So gut sind Frischhaltedosen

Ob eine ganze Mahlzeit, das Butterbrot für die Schule oder Aufschnitt und Käse - Frischhalteboxen aus Plastik sind gefragt, um Lebensmittel aufzubewahren. Aber muss es immer die teure Marke Tupperware sein oder sind Billig-Frischhaltedosen genauso gut? Markt testet: Wie dicht und wie widerstandsfähig sind die verschiedenen Boxen? Wie lange halten sich leicht verderbliche Lebensmittel darin? Und ist eine einfache Frischhaltefolie vielleicht sogar genauso effektiv?

Markt hat verschiedene Plastikboxen getestet:

  • Frischhaltebox von Tupperware für 8 Euro
  • Frischhaltebox von Ikea für 0,25 Euro
  • Frischhaltebox von Emsa für 3 Euro
  • Frischhaltebox von Aldi für 1 Euro.

Das Fazit des Tests: Voll und ganz kann keine Dose überzeugen. Die beiden teuren Boxen von Tupperware und Emsa schneiden etwas besser ab als die Modelle von Ikea und Aldi. Die Ikea-Dose ist nicht auslaufsicher, nur die Tupperware-Box bleibt im Zwiebel-Test geruchsneutral. Die Boxen von Aldi und Emsa verfärben sich leichter. Beim Frischhalten waren die günstigen Dosen genauso gut wie die teureren: Nach sechs Tagen im Kühlschrank ist die Keimbelastung in allen Boxen etwa gleich hoch.

Wissenswertes zu Frischhalteboxen aus Plastik

Grundsätzlich sind Frischhaltedosen aus Plastik günstig, leicht und lange nutzbar. Mit dem richtigen Deckel können damit auch gut Flüssigkeiten transportiert werden. Es ist möglich, in Plastikboxen auch Lebensmittel einzufrieren und oder im Backofen oder in der Mikrowelle zu erwärmen. Allerdings könnten einige Dosen bei hohen Temperaturen Schadstoffe an die Lebensmittel abgeben, warnt Silke Schwartau, Leiterin des Bereichs Ernährung und Lebensmittel bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Boxen aus Melamin etwa dürfen nur bis 70 Grad Celsius erhitzt werden. Andere Boxen vertragen bis zu 280 Grad. Vorsicht ist bei öligen Produkten geboten. Durch sie könnten sich Weichmacher lösen, sagt Mirko Kaiser, Redaktionsleiter des Magazins "Öko-Test".

Lebensmittel wie Tomatensauce können die Plastikboxen verfärben. Dies sei nicht schädlich, sagt Silke Schwartau. "Allerdings sieht man daran, dass zwischen Plastikverpackung und Lebensmitteln immer Interaktionen stattfinden." Um eine Einfärbung zu verhindern, sollte man die Box nicht sofort in die Spülmaschine stellen, sondern zunächst unter fließendem Wasser ausspülen.

Behälter aus Glas und Keramik sind lange nutzbar

Eine Alternative zu Plastikboxen können Glas- oder Keramikbehälter sein. Sie sind meist etwas teurer. Zudem sind sie schwerer und können leichter kaputtgehen, wenn sie herunterfallen. Für die reine Lagerung sind Keramik und Glas aber gut geeignet - sie enthalten auch keine Schadstoffe, die sich lösen könnten. Außerdem verfärben sie sich nicht und sind lange nutzbar.

"Frischhaltefolie kann man immer nehmen"

Frischhaltefolie wiederum ist sehr dünn und leicht, auch salzige oder saure Lebensmittel können damit aufbewahrt werden. "Frischhaltefolie kann man immer nehmen", sagt Wissenschaftsredakteurin Ute Gomm vom aid Infodienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e.V. - "außer zum Einfrieren". Frischhaltefolie enthalte keine Weichmacher. Allerdings ist Frischhaltefolie wie alle anderen Einwegverpackungen gegenüber Mehrwegverpackungen weniger nachhaltig.

Alufolie als Alternative?

Und wie ist es damit, Lebensmittel einfach in Alufolie einzuwickeln? Das sei nicht für alle Lebensmittel geeignet, warnt Nora Dittrich von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. "Salzige oder saure Lebensmittel dürfen nicht in Alufolie verpackt werden, weil sich das Aluminium lösen und in die Lebensmittel übergehen kann."

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Markt | 25.07.2016 | 20:15 Uhr

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