Stand: 06.05.2019 14:36 Uhr

Hämelschenburg: Weserrenaissance vom Feinsten

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Der Eingang zu Schloss Hämelschenburg liegt an der Straße zwischen Hameln und Bad Pyrmont.

Obwohl heute eine Landstraße mitten durch das Anwesen führt, gilt das einstige Rittergut Hämelschenburg im Weserbergland als eine der schönsten Renaissance-Anlagen Deutschlands. Hauptattraktion ist ein Wasserschloss. Im Inneren können Besucher historische Möbel und Gemälde, Waffen- und Porzellan-Sammlungen besichtigen. Im Charlottensaal finden auch Trauungen statt. Zum Gut gehören außerdem eine Kirche, Wirtschaftsgebäude, eine Mühle und ein gepflegter Garten in Hanglage.

25 Jahre Bauzeit

Das Gut hat eine mehr als 500-jährige Geschichte. Die heutige Anlage stammt aus der Zeit um 1550, als das Rittergut nach einem verheerenden Brand 1544 neu errichtet wurde. Allein der Bau des Schlosses dauerte 25 Jahre und wurde erst 1613 vollendet. Schloss und Nebengebäude zeigen sich einheitlich im damals aktuellen Stil der Weserrenaissance. Zahlreiche Verzierungen schmücken die grau-gelbe Sandsteinfassade des dreiflügligen Schlosses. Ein stattliches Portal und eine steinerne Brücke führen auf den Hof, an den sich ein Teich anschließt.

Der Wohnbereich blieb erhalten

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Ein Rundgang durch das Schloss führt in großzügige Räume.

Im Südflügel lagen die Wohnräume der Familie von Klencke, der das Gut seit 1437 und noch immer gehört. Die Aufteilung dieses Bereichs blieb bis heute weitgehend erhalten. Im einstigen Wirtschaftstrakt im großen Mittelteil sowie im Nordflügel wurden in jüngerer Zeit Wohnungen eingebaut. Besucher können das Schloss im Rahmen von knapp einstündigen Führungen besichtigen und lernen dabei etwa ein Drittel aller Räume kennen.

Wirtschaftshof, Kirche und Mühle Hämelschenburg

Auf der anderen Seite der Landstraße liegt der Wirtschaftshof des Gutes mit einem Café sowie die Kirche St. Marien. Das äußerlich schlichte Gotteshaus von 1563 gilt als erster freistehender protestantischer Kirchenbau in Deutschland nach der Reformation von 1517. Inzwischen gehört St. Marien der Kirchengemeinde Hämelschenburg, die dort auch Gottesdienste feiert. Unterhalb des Hofes, am Fluss Emmer, steht eine historische Wassermühle. Die Wasserkraft erzeugt mittlerweile mit einer Turbine Strom.

Der Name Hämelschenburg steht nicht nur für das Rittergut und Schloss, sondern auch einen kleinen Ortsteil der Gemeinde Emmerthal. Zu ihr gehören 16 weitere Orte auf beiden Seiten der Weser und der Emmer.

Karte: Schloss Hämelschenburg
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 01.05.2019 | 17:40 Uhr

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