Stand: 13.05.2019 14:37 Uhr  | Archiv

An der Elbe entlang zu den Störchen

Ein Weißstorchpaar in seinem Horst. © imago Foto: Ronald Wittek
Weißstörche bauen ihre Nester bevorzugt auf hohen Masten oder Türmen.

Störche mögen die Elbtalaue. Fast in jedem Dorf brütet ab April ein Paar. Die Deutsche Storchenstraße führt Besucher auf mehreren Hundert Kilometern von Nest zu Nest - in Niedersachsen von Brietlingen nördlich von Lüneburg flussaufwärts bis Schnackenburg im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Abseits viel befahrener Straßen und hektischer Städte können Tierfreunde die mächtigen Vögel in freier Wildbahn an ihren Brutplätzen beobachten, malerische Dörfer erkunden und die Faszination der Flusslandschaft Elbe erleben.

Mit Auto oder Fahrrad

Die Deutsche Storchenstraße ist als Rundtour für Autofahrer ausgeschildert. Noch eindrucksvoller lässt sie sich als Radtour fahren, teilweise auf dem Elberadweg. Kleine Teilstrecken eigenen sich gut für Tagestouren. Eine mögliche Route führt gut 40 Kilometer durch die nördliche Neuhauser Elbmarsch von Darchau über Amt Neuhaus und Preten nach Bleckede.

Störche aus der Nähe beobachten

Ein weiblicher Storch steht im Nest. © NDR Foto: Peter Bartelt
Wenn die Störche auf dem Rand des Nestes stehen, ist der Nachwuchs bereits geschlüpft.

Wer am frühen Morgen an der Elbe zu einer Radtour startet, erlebt, wie auch in den Storchennestern der Tag beginnt. An der Haltung der Altvögel auf dem Nest lässt sich erkennen, ob die Brut bereits geschlüpft ist. Stehen die Eltern die meiste Zeit am Rand des Nestes, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass bereits Jungvögel da sind. Im Juni, wenn der Nachwuchs über den Nestrand schauen kann, bietet sich die beste Sicht auf Alt- und Jungtiere. Ab Ende Juli werden die Jungstörche flügge. In der Nähe jedes Nestes an der Storchenstraße informiert ein Schild, wie viele Tiere dort bereits ausgebrütet wurden.

Live-Bilder aus dem Nest

Störche und Storchenkamera. © Biosphaerium Elbtalaue GmbH Foto: A. Schmidt
In Bleckede blickt eine Kamera ins Storchennest.

Wer den Schildern entlang der Storchenstraße weiter folgt, gelangt über Krusendorf und Stipelse wieder an die Elbe. Mit der Fähre geht es über den Fluss nach Bleckede. Dort führt der Weg zum Elbschloss mit dem Informationszentrum Biosphaerium Elbtalaue, das per Kamera einen Blick in ein Storchennest im Ort bietet. Vom mittelalterlichen Schlossturm des Naturschutzzentrums aus reicht die Aussicht kilometerweit über die Elbtalaue.

Auch als Rundtour möglich

Wer eine Rundtour fahren möchte, kann am westlichen Elbufer zurück nach Süden radeln und gelangt über Alt Garge und Walmsburg nach Neu Darchau. Dort geht es mit der Fähre zurück zum Ausgangspunkt am anderen Elbufer. Weitere Routenvorschläge bietet die Website der Deutschen Storchenstraße.

Stichwort Storch

In der Elbtalaue brüten Weißstörche, eine von weltweit 19 Arten. Die Flügelspannweite erreicht gut zwei Meter. Markant sind die dünnen, roten Beine und die roten, fast 20 Zentimeter langen Schnäbel. Der Weißstorch zählt zwar zu den gefährdeten Arten, aber der Bestand hat sich in den letzten Jahren deutlich erholt. In Deutschland brüten rund 6.800 Paare, wenn sie aus ihren Winterquartieren in Afrika zurückgekehrt sind. Dabei finden sie immer wieder ihr angestammtes Nest. Aus den zwei bis sechs Eiern schlüpfen nach 30 Tagen Küken. Sein lautes Klappern mit dem Schnabel hat dem Weißstorch den Namen Klapperstorch eingebracht.

Karte: Radtour an der Storchenstraße

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