Stand: 13.10.2016 15:53 Uhr  | Archiv

Zu Besuch im Tierpark Arche Warder

Europas größter Tierpark für seltene und vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen liegt idyllisch zwischen Rendsburg und Neumünster im Naturpark Westensee. Die Arche Warder mutet nicht wie ein herkömmlicher Zoo an - alles erscheint ein wenig derber und ursprünglicher, ob Gelände oder Tiere. Doch gerade der natürliche Charakter zeichnet diesen 40 Hektar großen Lebensraum aus - und das zu jeder Jahreszeit.

In den großzügigen Freigehegen tummeln sich keine exotischen Tiere auf den Weiden, sondern zottelige Poitou-Esel, robuste Wasserbüffel oder Bunte Bentheimer Schweine, die sich genüsslich im Schlamm aalen. Allerlei Federvieh wandert über den Arche-Hof und büxt gelegentlich in das angrenzende Parkgelände aus. Tipp: Wer den Zoo bei nicht so schönem Wetter besucht, sollte festes Schuhwerk tragen.

Das Arche-Prinzip

Poitou Esel Ina und Fohlen Gabriella. © Arche Warder Foto: Lisa Iwon
Auch verschiedenen Pferde-, Pony- und Eselarten haben auf der Arche Warder eine Heimat gefunden.

Immer zwei Tiere einer Art ließ Noah auf seine Arche, damit sie die Sintflut überleben. Die Arche Warder verfolgt ein ähnliches Prinzip. Die Tierpark-Macher schützen alte Haus- und Nutztierrassen durch Züchtung, Bildung, Forschung und Vernetzung. Dadurch soll die natürliche Vielfalt erhalten werden, die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges kontinuierlich abgenommen hat. Fast alle Tiere, die im Park leben, stehen auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrassen. Um die Nachfrage nach den alten Rassen zu fördern, verkauft der Tierpark einen Teil des Nachwuchses an Landwirte sowie Fleisch- und andere Produkte aus eigener Produktion in einem Hofladen.

Tiere auf Rundgängen erleben

Zum Tierbestand gehören unter anderem Esel, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen sowie Kleintiere, Enten, Hühner und Gänse. Besucher können die Tiere in dem weitläufigen Parkgelände auf drei verschiedenen Rundgängen - vom kurzen Spaziergang bis zur ausgedehnten Wanderung von drei Stunden - erleben. Besondere Attraktionen für Kinder sind das Ferkelgehege mit verschiedenen zutraulichen Schweinerassen, der Streichelhof und das Tierschauhaus. Dort leben Muttertiere mit ihrem Nachwuchs. Manche Tiere lassen sich sogar streicheln. Als weitere Anziehungspunkte für Familien gibt es Spielgeräte, eine Strohburg und eine Steinzeit-Siedlung.

Bedrohte Rassen unterstützen

Ein Steinschaf in der Arche Warder © Arche Warder Foto: Lisa Iwon
Das Tiroler Steinschaf ist perfekt an das Leben im Hochgebirge angepasst und gilt als gefährdet.

Um die Arche Warder in ihrer jetzigen Form zu erhalten, sucht der Tierpark finanzielle Unterstützung in Form von Tierpatenschaften. Wer bei seinem Besuch ein Lieblingstier entdeckt, kann mit einem Beitrag helfen, die Rasse in ihrem Bestand zu sichern. Auch Kindergärten und Schulen können sich daran beteiligen. Mithilfe von Arbeitsblättern und Projekttagen lässt sich das Ganze auch pädagogisch begleiten.

Arche Warder

Zentrum für alte Haus- und Nutztierrassen e.V.
Langwedeler Weg 11
24646 Warder
Tel. (04329) 913 40

aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website des Tierparks

Karte: Tierpark Arche Warder

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | NDR 1 Welle Nord | 28.04.2016 | 09:00 Uhr

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