Stand: 05.04.2016 16:23 Uhr  | Archiv

Eisbärbaby "Lili" legt bühnenreifen Auftritt hin

von Oliver Gressieker

So eine fulminante Premiere von "Lili" hätten die Tierpfleger im Bremerhavener Zoo am Meer selbst in ihren kühnsten Vorstellungen nicht für möglich gehalten. Kaum war das Tor zum Außengehege geöffnet, stürmte das knapp vier Monate alte Eisbärbaby auf das Gelände. Gemeinsam mit Mutter "Valeska" tollte "Lili" herum und genoss geradezu die Aufmerksamkeit der wartenden Kamerateams und Fotografen. "Sie kam total selbstsicher und neugierig auf die Anlage", staunte auch Zoodirektorin Heike Kück im Gespräch mit NDR.de über den ersten öffentlichen Auftritt ihrer kleinen Attraktion.

Sprung in den Pool sorgt für nervöse Gesichter

Noch größer wurde die Verwunderung, als "Lili" nach wenigen Minuten ihrer Mutter in den drei Meter großen Pool folgte und mehrere Runden schwamm. "Das sah aus, als hätte sie nie was anderes getan", sagte Kück. "Ihre 2013 geborene Schwester 'Lale' brauchte drei Wochen, bis sie sich das erste Mal ins Wasser getraut hat." Für leichte Nervosität sorgte das unerwartete Badevergnügen bei Thomas Grunert. "Das war schon eine Schrecksekunde für mich, als sie in das tiefe Wasser eingetaucht ist, schließlich ist sie ja noch ein kleines Kind", sagte der Pfleger. "Aber die beiden haben das unglaublich souverän gemeistert."

"Lili" ist eine Spätzünderin

Der forsche Auftritt von "Lili" ist umso erstaunlicher, da ihre Entwicklung in den ersten Lebensmonaten etwas langsamer verlief als bei der großen Schwester. "Man kann sie schon als Spätzünderin bezeichnen", sagte Kück. Am Anfang sei "Lili" deutlich träger als "Lale" gewesen und hätte zudem leichte Koordinationsschwierigkeiten gehabt. "Wie ein Hundewelpe ist sie immer wieder über ihre eigenen Füßchen gestolpert." Davon sei nun aber nichts mehr zu spüren.

Ein mutiges und charmantes Eisbärbaby

Auch vom Charakter her gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Eisbär-Schwestern. "'Lili' kommt eher nach ihrer Mutter", berichtete Pfleger Grunert. "Sie ist etwas ruhiger und charmanter als 'Lale' und nicht so autoritär. Aber man sollte sie dennoch nicht unterschätzen." Für Kück ist der Mut von "Lili" eine herausstechende Ckaraktereigenschaft. "Sie tat sofort so, als ob die Anlage ihr gehört", sagte die Zoodirektorin. "Lale" dagegen habe sich am Anfang immer zwischen den Beinen ihrer Mutter versteckt und deutlich vorsichtiger umgeschaut.

Trennung vom Vater

Die am 11. Dezember geborene "Lili" ist das zweite Baby von "Valeska" und Eisbärvater "Lloyd". Ihre Schwester "Lale" lebt mittlerweile in einem Zoo im niederländischen Emmen. Auch "Lili" wird Bremerhaven in knapp zwei Jahren verlassen müssen. Denn ein Zusammentreffen mit ihrem Vater, der seit der Geburt in einem separaten Gehege lebt, wäre zu gefährlich.

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 05.04.2016 | 19:30 Uhr

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