Stand: 05.04.2016 14:12 Uhr  - Mein Nachmittag  | Archiv

Ostfriesland-Quartett für Radler

"Gärten und Schlösser" - die grüne Tour

Grün zeigt sich Ostfriesland fast immer. Aber in der südöstlichen Region und den angrenzenden Gegenden gibt es mehr als ausgedehnte Wiesen und Weiden zu entdecken: Parks, Themengärten und Rhododendren, die auf den Torfböden bestens gedeihen und von Mitte April bis Anfang Juni blühen. Dies ist daher die beste Zeit für die 192 Kilometer lange Radtour "Gärten und Schlösser", beschildert mit einem grünen Kompass-Stern.

Von Rastede nach Westerstede (39 Kilometer)

 

Die Tour im Überblick

Länge: 192 Kilometer
Start und Ziel: Rastede
Orte an der Strecke:
Bad Zwischenahn, Westerstede, Wiesmoor, Gödens, Bockhorn
Markierung: grün-weißer Kompass-Stern

Die Tour beginnt in Rastede, nördlich von Oldenburg. Dort ist das Erbprinzenpalais einen Besuch wert, ein schmuckes kleines Schlösschen aus dem 18. Jahrhundert in einem gepflegten Landschaftspark. Dann geht es hinein ins Ammerland, der größten Baumschulregion Europas. Manche Betriebe können besichtigt werden, was besonders im Mai zu empfehlen ist. Dann stehen die Rhododendron-Büsche, auf die sich viele Unternehmen spezialisiert haben, in voller Blüte. Bei Wemkendorf lohnt sich ein Blick durch ein sogenanntes Landschaftsfenster, das hier "Turm eines Poeten" heißt, auf ein charakteristisches Merkmal der Region: die Wallhecken.

Nach der Fahrt durch den Gristeder Wald heißt das nächste Ziel Zwischenahner Meer. Am Ostufer entlang führt die Route in das gleichnamige Kurbad im Süden des Sees. Hier besteht die Möglichkeit zu einer Rundfahrt mit der "Weißen Flotte" oder einem Besuch im Kurpark mit seinen gepflegten historischen Gebäuden. Wer den "Park der Gärten" auf dem Gelände der Landesgartenschau von 2002 besichtigen möchte, sollte einige Stunden einplanen. Fast 100 Themengärten, Lehrpfade oder Pflanzensortimente gibt es dort zu entdecken - und mehr als 2.000 Rhododendron-Arten.

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Das Ammerland gilt als Zentrum der Rhododendron-Zucht.

Nach Westerstede, der Kreisstadt und dem Ziel der Etappe, sind es noch 15 Kilometer. Auch in und um die "Rhododendronstadt im Ammerland" können Pflanzenfreunde mehrere Parks und Gärten besichtigen. Am Ortsrand fällt der Blick durch das Landschaftsfenster "Turm einer Rhodo-Königin" auf einen Wirtschaftswald mit alten Rhododendren.

Von Westerstede nach Wiesmoor (48 Kilometer)

Die Ortsnamen deuten es bereits an: Auf dieser Etappe verändert sich die Landschaft. Bei Augustfehn treffen die Radler auf einen der typischen geraden Fehnkanäle, die das Moor entwässern. Von Remels bis Wiesmoor folgt die Tour dem Nordgeorgsfehnkanal, der die Jümme im Süden mit dem Ems-Jade-Kanal im Norden verbindet. Der Kanalbau begann in den 20er-Jahren des 19. Jahrhunderts und wurde 1916 vollendet.

Wiesmoor, "die Blüte Ostfrieslands", wie sich die Stadt selber nennt, steht wieder ganz im Zeichen des Gartenbaus. So gibt die Ausstellung "Blumenreich" Hobbygärtnern viele Anregungen zur Gestaltung des eigenen Grundstücks und einen Überblick über aktuelle Züchtungen.

Von Wiesmoor nach Bockhorn (50 Kilometer)

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Die schnurgeraden Kanäle dienten der Entwässerung der Moorgebiete Ostfrieslands.

Nach dem Start in Wiesmoor führt die Tour in Richtung Marx, Russland und Amerika - alles Ortsteile von Friedeburg - an den Ems-Jade-Kanal. Er verbindet seit 1888 Emden mit Wilhelmshaven am Jadebusen und zieht sich damit quer durch Ostfriesland. Kurz vor Sande verlässt die Route den Kanal und knickt nach Süden zum romantischen Wasserschloss Gödens ab. Das Schloss wurde im Stil der niederländischen Renaissance erbaut und zählt zu den schönsten seiner Art in Nordwestdeutschland. Das Schloss ist im Privatbesitz der Freiherren von Wedel. Für Besucher ist nur der Garten geöffnet.

Östlich der Gemeinde Zetel wartet ein besonderes Naturerlebnis: der Neuenburger Urwald. Die Reste eines ursprünglichen Friesenwaldes mit seinen bis zu 800 Jahre alten Eichen stehen seit 1938 unter Naturschutz. Kaum haben die Radler den Wald verlassen, ist Bockhorn mit seiner typisch friesischen Kirche aus der Zeit um 1200 erreicht.

Von Bockhorn nach Rastede (55 Kilometer)

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Schloss Rastede ist für Besucher nicht zugänglich, der Park steht jedoch offen.

Einen Abstecher lohnt auch das dritte Landschaftsfenster auf der Tour "Gärten und Schlösser": Der "Turm eines Malers" im Rasteder Ortsteil Hankhausen. Von dem Aussichtsturm auf dem Geestrücken können Besucher den Übergang von der Geest zur Wesermarsch mit seinem deutlichen Landschaftsgefälle gut erkennen. Danach beginnt eine Bergetappe - für ostfriesische Verhältnisse. Bis zu 20 Meter heben sich die Hügel der Geest aus der flachen Landschaft und sorgen damit für Rekordwerte in der Region. Die Etappe endet im einstigen Sommersitz der Grafen und Herzöge von Oldenburg: Rastede. Im 300 Hektar großen Schlosspark gibt es zum Abschluss einige Sehenswürdigkeiten zu entdecken: Kunstobjekte, eine Säule des früheren Benediktiner-Klosters oder den Ellernteich.

Karte: Ostfrieslandtour "Gärten und Schlösser"

 

Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 25.10.2013 | 16:10 Uhr

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