Slawendorf im Wallmuseum Oldenburg © picture alliance / Zoonar Foto: Jürgen Wackenhut

Wallmuseum in Oldenburg: So lebten die Slawen in Holstein

Stand: 17.04.2018 12:40 Uhr

Im Lehmofen duftet das Brot, im Hafen liegen Boote mit Rahsegeln. In Oldenburg in Holstein lädt das Wallmuseum zu einer Reise in die Zeit der Slawen vor 1.000 Jahren ein.

Wer im holsteinischen Oldenburg nach dem Ursprung des Stadtnamens sucht, wird schnell fündig. Denn im Zentrum erhebt sich ein großer ovaler Wall aus dem Boden. Es ist der bis zu 18 Meter hohe Burgwall einer Siedlung, die Ende des 7. Jahrhunderts von Slawen gegründet wurde. Rund 400 Jahre später bezeichneten sie den Ort selbst als "Starigrad", hochdeutsch "alte Burg" oder in altem Deutsch "Aldinburg", was zu Oldenburg wurde. In den 1950er-Jahren fanden auf dem Wallgelände erste archäologische Grabungen statt. Sie bestätigten, dass dort im 9. und 10. Jahrhundert mächtige slawische Fürsten residiert haben müssen. Das Gelände steht daher als Bodendenkmal unter Schutz.

Slawen-Leben zum Mitmachen

Kinder im Wallmuseum Oldenburg © Wallmuseum Oldenburg in Holstein
An Aktionstagen können Besucher traditionelles Handwerk kennenlernen und ausprobieren.

Nebenan lädt das Wallmuseum zu einer Zeitreise ein und zeigt, wie Menschen damals gelebt haben. Rund um den Wallsee wurden zahlreiche Gebäude aus dem frühen Mittelalter nachgebaut: Einfache Hütten, Werkstätten und der Fürstenhof. In der Hafensiedlung legen Boote mit den typischen rotbraunen Rahsegeln ab. Von April bis Oktober lockt das Museum mit zahlreichen Sonderveranstaltungen. Dann wird in den Werkstätten gearbeitet, gefischt, geschnitzt und im Lehmofen gebacken, es gibt Kräuterführungen und -seminare. Einer der Saisonhöhepunkte sind die Slawentage im Juli mit Markt, Schlachten und Musik.

Wie kamen die Slawen in den Norden?

Oldenburger Wallmuseum

Professor-Struve-Weg 1
23758 Oldenburg in Holstein
Tel. (04361) 62 31 42

aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website des Museums

In zwei Ausstellungsscheunen widmet sich das Museum unter anderem den Themen heidnischer Glaube, Christianisierung und Völkerwanderung. Außerdem werden dort Funde der Grabungen in Oldenburg und an anderen Slawen-Stätten in Mitteleuropa gezeigt. Nachbildungen und Figurengruppen bieten Eindrücke vom einstigen Leben in der Siedlung und dem Ende der slawischen Herrschaft in Oldenburg im 12. Jahrhundert.

Karte: Oldenburg in Holstein

Weitere Informationen
Ein als Wikinger gekleidetes Paar sitzt vor einem rekonstruierten Reetdachhaus im Außenbereich des Wikinger-Museums Haithabu. © NDR Foto: Kathrin Weber

Haithabu und Danewerk: Auf den Spuren der Wikinger

Haithabu an der Schlei war im 10. Jahrhundert das größte Handelszentrum Nordeuropas. Der Grenzwall Danewerk schützte den Ort. mehr

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 21.04.2018 | 18:00 Uhr

Radfahrer entspannt im Gras neben einem Baum © Fotolia.com Foto: Dudarev Mikhai

Ausflugstipps: Entdecke den Norden

Radtour, Wanderung oder ein Tag am Strand: Der Norden bietet viele Ziele. Einfach Wunschkriterien auswählen und Tipps bekommen. mehr

In einem Klassenraum stehen die Stühle auf den Tischen. © imago images / stpp

So geht der Norden 2021/22 in die Schulferien

Die Ferientermine der norddeutschen Bundesländer auf einen Blick. mehr

Urlaubsregionen im Norden