Stand: 29.06.2017 12:12 Uhr

Hansemuseum Lübeck: Streifzug ins Mittelalter

Außenfassade und Eingang des Europäischen Hansemuseums © Europäisches Hansemuseum Foto: Thomas Radbruch
Geradlinig und schlicht präsentiert sich der Museumsbau in Lübeck.

Was war die Hanse? Wie lebte es sich in Hansestädten wie Wismar, Hamburg und Brügge? Und was bewegte die mittelalterlichen Kaufleute dazu, einen internationalen Handelsbund zu gründen? Diesen und vielen anderen Fragen geht das Europäische Hansemuseum in Lübeck nach. Es zeichnet die Entwicklung der Hanse von ihren Anfängen bis zur wirtschaftlichen und politischen Großmacht nach, der mehr als 200 Städte in Nordeuropa angehörten.

Besucher reisen durch die Hansegeschichte

Schaukästen und Besucher im Hansemuseum Lübeck © Hansemuseum Lübeck
In Schaukästen zeigt das Museum unter anderem Modelle historischer Schiffe.

Das Museum versetzt seine Besucher direkt ins Mittelalter: Anhand nachgebauter Szenerien können sie fast wie Zeitreisende entscheidende Ereignisse der Hansegeschichte miterleben. So flanieren sie durch eine Verkaufshalle im flandrischen Brügge, durch den sogenannten Stalhof in London, den Sitz der Hansekaufleute an der Themse, oder über einen Umschlagplatz für Stockfisch im norwegischen Bergen. Die rekonstruierten Szenen basieren auf dem gegenwärtigen Forschungsstand und wurden historisch so getreu wie möglich nachgebildet.

Szenen aus dem alten Lübeck

Zu sehen sind auch mehrere Szenarien aus dem mittelalterlichen Lübeck, etwa ein Hansetag, bei dem sich die Vertreter der Hansestädte versammeln. Eine andere Station thematisiert die Auswirkungen der Pest-Epidemie im 14. Jahrhundert.

Außerdem präsentiert das Museum wertvolle Originalstücke wie Urkunden, Gold- und Silbermünzen. Interaktive Medienstationen und Grafiken informieren über den Alltag und die Reiserouten der Kaufleute.

Archäologische Grabung zeigt das frühe Lübeck

Kellerbereich des Hansemuseums mit archäologischen Grabungsstätten © Hansemuseum Lübeck
Im Keller des Museums befindet sich eine originale archäologische Grabungsstätte.

Eine Besonderheit ist die in den Museumsneubau integrierte archäologische Grabungsstätte. Bei den Bauarbeiten waren historisch bedeutsame Reste des alten Burghügels zutage getreten, sodass die Planer beschlossen, die Grabung museal aufzubereiten und für Besucher als Teil der Ausstellung zugänglich zu machen. Sie können etwa die Überreste der slawischen Burg erkunden, die dort um 800 errichtet wurde.

Burgkloster erzählt seine Geschichte

Europäisches Hansemuseum

An der Untertrave 1
23552 Lübeck
(0451) 80 90 99 0

aktuelle Öffnungszeiten und Eintrittspreise auf der Website des Hansemuseums

Neben dem modernen Museumsneubau aus Backstein gehört zum Hansemuseum auch das mittelalterliche Burgkloster, das Besucher mithilfe eines Audioguides auf einem Rundgang erkunden können. Die Klosteranlage stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde aufwendig restauriert. Sehenswert sind besonders die Wandmalereien des Klosters, das nach der Reformation unter anderem als Armenhaus, Hospital, Gefängnis und Gerichtsgebäude genutzt wurde. Burgkloster und Museum können auch unabhängig voneinander besichtigt werden. Sonnabends und Sonntags finden öffentlichen Führungen durch das Museum statt.

Weitere Informationen
Mittelalterliche Szene im Hafen einer Hansestadt (Farblithographie) © picture-alliance / akg-images

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Dieses Thema im Programm:

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