Stand: 14.12.2017 12:51 Uhr

Fehmarn: Sonne, Sand und Surfer

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Das Tor nach Fehmarn: Die Fehmarnsund-Brücke verbindet das Festland mit der Insel.

Einen sonnigeren Urlaubsort als Fehmarn gibt es in Deutschland kaum: Rund 2.000 Sonnenstunden pro Jahr bietet die Ostseeinsel. Doch Besucher und Einheimische schätzen nicht nur das gute Wetter, Deutschlands drittgrößte Insel gibt sich vielseitig: 78 Kilometer Küste mit langen Sandstränden und Steilhängen, malerische Binnenseen, Wiesen, Felder und kleine Orte sorgen für Abwechslung.

Seit 1963 verbindet die Fehmarnsund-Brücke die Insel mit dem Festland. Viele Reisende kennen Fehmarn nur von der Bundesstraße 207 aus, die als Teil der Vogelfluglinie die Insel in zwei Hälften teilt und zum Fährhafen Puttgarden führt. Von dort geht es mit dem Schiff über den Fehmarnbelt weiter nach Dänemark.

Inselhauptstadt Burg 

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Die ältesten Teile der Backsteinkirche St. Nikolai in Burg stammen aus dem 13. Jahrhundert.

Abseits der Bundesstraße zeigt sich die beschauliche Seite der Insel. Burg, mit rund 6.000 Einwohnern der größte Ort, liegt im Südosten und ist Sitz der Verwaltung für die ganze Insel. 2003 haben sich nämlich alle Insel-Gemeinden zur Stadt Fehmarn zusammengeschlossen. Für Touristen ist die "Hauptstadt" mit ihren niedlichen Altstadthäusern und der stattlichen St. Nicolai Kirche ein beliebtes Ausflugsziel - besonders bei schlechtem Wetter. Dann bietet sich auch ein Besuch der Galileo Wissenswelt an, die das Angebot von drei Museen vereint. Besucher finden viele Informationen zu den Themen Naturkunde und Völkerkunde sowie ein breites Mitmach-Angebot im technischen Bereich.

Lange, flache Strände

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Im Süden der Insel liegt der größte Badestrand. Dort reihen sich die Strandkörbe aneinander.

Im Mittelpunkt eines Fehmarn-Urlaubs steht aber das Wasser. Ausgedehnte, flach abfallende Badestrände sind ideal für Familien mit Kindern. Der mit 2,5 Kilometer längste und belebteste Strand liegt südlich von Burg, zu Füßen der Fehmarnsundbrücke. Dort stehen in der Saison rund 1.500 Strandkörbe. Ein Ferienzentrum mit mehreren Hochhäusern bietet über 400 Appartements direkt an der Küste sowie ein vielseitiges Freizeit- und Unterhaltungsangebot. Dazu gehört auch das Erlebnisbad FehMare mit Wellenbad, Saunalandschaft, Wellness- und Fitnessbereich sowie Kinderbecken.

Vielfältiges Sportangebot auf Fehmarn

Sportler schätzen außerdem Fehmarns gute Bedingungen zum Surfen, Segeln, Tauchen, Golfen, Reiten und Beachvolleyball spielen. Mit dem Kitesurf Word Cup steht die Insel auch im Terminkalender der internationalen Szene.

Ein roter Golfball.

Adventure-Golf auf Fehmarn

Lust auf Norden -

Balancegefühl, Schlagkraft und bloß keine Wasserscheu: Wer bei Familie Sporleder auf dem Abenteuer-Golfplatz auf Fehmarn sein Eisen schwingt, muss sich auf einiges einlassen.

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Rund 300.000 Gäste und zwei Millionen Übernachtungen zählt Fehmarn pro Jahr. 18 Campingplätze laden zu einem naturnahen Urlaub ein und sorgen damit für jede zweite Übernachtung. Der Tourismus hat sich für die Inselbewohner zur wichtigsten Einnahmequelle vor der Landwirtschaft entwickelt. Dennoch dominiert der ländliche Eindruck: Wer im Mai nach Fehmarn kommt, blickt schon von der hohen Fehmarnsundbrücke aus auf leuchtend gelb blühende Rapsfelder.

Tausende Vögel im Reservat Wallnau

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Tausende Zugvögel steuern die Insel jedes Jahr im Frühjahr und im Herbst an .

Im Westen Fehmarns bei Bojendorf liegt das Wasservogel-Reservat Wallnau. Etwa 100 verschiedene Arten von Brutvögeln können Naturliebhaber in dem knapp 300 Hektar großen Naturschutzgebiet entdecken, so auch Graugänse, Säbelschnäbler und Teichrohrsänger. Im Herbst und Frühling kommen Tausende Zugvögel hinzu. Auf der Insel liegt der Knotenpunkt ihrer Zugwege zwischen Mitteleuropa und Skandinavien. Besucher können dieses Schauspiel von natürlich eingebetteten Beobachtungsposten aus verfolgen. Der Naturschutzbund (NABU) bietet in einem Infozentrum von März bis Oktober Wissenswertes über die Bedeutung der Fläche, die eines von drei Naturschutzgebieten auf Fehmarn ist. 

Noch vor 400 Jahren war das heutige Reservat eine Bucht der Ostsee. Die Strömung lagerte immer mehr Sand und anderes Material an der Südwest-Spitze der Insel ab, sodass Ende des 19. Jahrhunderts ein Feuchtgebiet entstanden war. Obwohl sie künstlich trockengelegt wurde, erwies sich die Fläche für eine dauerhafte landwirtschaftiche Nutzung als ungeeignet. So kaufte der NABU mit Unterstützung einiger Partner das Gebiet 1975 und betreut seitdem die Besucher.

Aquarium und Schmetterlingspark

Wer sich für Fische und andere Bewohner der Meere interessiert, sollte einen Besuch im Meereszentrum Fehmarn in Burg einplanen. Dort leben Tausende tropische Meerestiere aus aller Welt.

Exotische Tiere und Pflanzen bekommen Urlauber im Schmetterlingspark zu sehen. Die Anlage präsentiert in einer großen, 28 Grad warmen Freiflughalle mehr als 50 verschiedene Schmetterlingsarten, tropische Pflanzen, Zebrafinken und Schildkröten. Geöffnet ist der Park täglich von April bis Anfang November.

Leuchttürme und Windmühlen

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Die Leuchttürme der Insel sind beliebte Fotomotive.

An den eher seltenen Regentagen können Urlauber die fünf Häfen der Insel besuchen, darunter den belebten internationalen Fährhafen Puttgarden im Norden, sowie Burgstaaken im Süden. Dort steht als Herzstück des Seenotrettungsmuseums der Kreuzer "Arwed Emminghaus". Beliebte Fotomotive sind die Leuchttürme in Flügge, Westermarkelsdorf, Marienleuchte und Staberhuk sowie die Südermühle in Petersdorf - eine Windmühle, die heute als Restaurant genutzt wird. Windmühlen in ihrer modernen Form sind auf Fehmarn weit verbreitet. Etwa 130 Windkraftanlagen gibt es, die ersten entstanden Mitte der 80er-Jahre. Sie produzieren insgesamt deutlich mehr Strom, als auf der 185 Quadratkilometer großen Insel verbraucht wird.

Umstrittene Fehmarnbelt-Querung

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Ein Tunnel könnte aus jeweils zwei Röhren für Autos und Züge bestehen.

Kontrovers wird auf Fehmarn seit Jahrzehnten der Bau einer festen Fehmarnbelt-Querung nach Dänemark mit einer Länge von 18 Kilometern diskutiert - als Brücke oder Tunnel. Lange Zeit favorisierten die Regierungen in Berlin und Kopenhagen den Bau einer Brücke. Umweltschützer lehnten dies ab und plädierten für einen Tunnel. Anfang 2011 stimmte das dänische Parlament für den Bau eines Tunnels, der sieben Milliarden Euro kosten sollte. 2015 billigte die EU-Kommission die Finanzierung. Der Baubeginn des Mammutprojekts war ursprünglich für das Jahr 2015 geplant, verzögert sich jedoch immer wieder und soll nun frühestens 2020 erfolgen. Von deutscher Seite liegt jedoch noch keine Baugenehmigung vor.

Anreise

Fehmarn ist durch die Fehmarnsundbrücke mit dem Festland verbunden und über die Bundesstraße 207 mit dem Auto gut zu erreichen. Von Hamburg und Lübeck aus verkehren zudem sowohl Regionalzüge als IC und ICE-Züge nach Burg sowie nach Puttgarden. Außerdem fahren Fernbuslinien die Insel an.

Karte: Ostseeinsel Fehmarn
Geschichte

Mehr als ein Verkehrsprojekt - die Vogelfluglinie

Vor 55 Jahren wird die Fehmarnsundbrücke eröffnet. Kurz danach startet die Fährverbindung zwischen Puttgarden und Rødby. Seither verbindet die Vogelfluglinie Deutschland und Dänemark. mehr

Als Jimi auf die Insel kam

Es sollte das deutsche "Woodstock" werden. Tausende Hippies pilgerten 1970 zum "Love + Peace Festival" nach Fehmarn, um ihrem Gitarrengott zu huldigen: Jimi Hendrix. mehr

Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 16.12.2017 | 18:00 Uhr

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