Stand: 22.01.2011 18:45 Uhr  | Archiv

Marienstadt Jever

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Das schöne Schloss mit Garten und Museum lohnt einen Besuch.

Alter Markt, Blaudruckerei, Schloss: Jever ist eine der ältesten Städte Niedersachsens und voller Sehenswürdigkeiten, die an die lange und wechselhafte Geschichte des Ortes erinnern. Nicht nur die Herrscher - mal waren es friesische Häuptlinge, dann Dänen, Russen, Franzosen und die Großherzöge von Oldenburg - wechselten oft, auch die Lage Jevers veränderte sich im Laufe der Zeit. Im 11. Jahrhundert hatte die Stadt noch direkten Zugang zur Nordsee, verfügte über einen Seehafen und war eine bedeutender Handelsplatz. Heute liegt Jever aufgrund von Eindeichungen etwa 15 Kilometer von der Küste entfernt und gehört zum Landkreis Friesland.

Geschichte

Jever und sein Fräulein Maria

Wer in Jever von Maria spricht, meint nicht die heilige Jungfrau, sondern eine Herrscherin aus dem 16. Jahrhundert. Sie verlieh der friesischen Siedlung 1536 Stadtrechte. mehr

Zentrum ist das Schloss mit seinem barocken Turmaufsatz, dem "Zwiebelturm". Fräulein Maria von Jever, die letzte friesische Regentin, hatte im 16. Jahrhundert den Ausbau der Wehranlage veranlasst. Außerdem sicherte sie Jever 1536 die Stadtrechte. Ihr zu Ehren wird Jever auch Marienstadt genannt.

Das Schlossmuseum

Das Schloss zu Jever geht auf eine Wehranlage des 14. Jahrhunderts zurück. Heute ist in den rund 60 Räumen des Schlosses ein kulturhistorisches Museum untergebracht. Die historischen Räume vermitteln einen Überblick über die Wohnkultur des 16. bis 19. Jahrhunderts. Besonders interessant ist die Ahnengalerie des Museums. Hier hängen Bildnisse aller Regenten, unter anderem auch das der russischen Zarin Katharina der Großen. Diese hatte im 18. Jahrhundert in Jever ihren Sommersitz. Die familiären Verbindungen zur russischen Zarenfamilie gaben dem kleinen Städtchen einen besonderen Glanz.

Stoffdruck wie zu alten Zeiten

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Per Hand druckt Georg Stark Muster auf den weißen Stoff.

Die Europäer lernten erst vor rund 400 Jahren durch den Handel mit Indien das Färben mit Indigo und den Blaudruck kennen. Im 18. Jahrhundert verbreitete sich die Technik in ganz Deutschland. In Jever gab es über die Jahrhunderte drei Werkstätten. Heute zeigen Georg Stark und seine Mitarbeiter in der Blaudruckerei Jever, wie das alte Handwerk funktioniert: Per Hand werden mit speziellen Formen und einer klebrigen Masse (Druckpapp) Muster auf Stoff gedruckt. Der Druckpapp verhindert, dass die Muster Farbe annehmen. Anschließend wird der Stoff mit Indigoblau gefärbt. Danach wäscht der Blaudrucker die Farbe aus und entfernt den Druckpapp - so entstehen hübsche weiße Muster auf blauem Grund.

Mehr Tipps für einen Besuch in Jever bietet die Website der Stadt.

Karte: Die Kleinstadt Jever auf einem Blick

Dieses Thema im Programm:

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