Stand: 17.11.2017 11:25 Uhr  | Archiv

Kegelrobben - flinke Räuber mit dickem Fell

Bis zu zweieinhalb Meter lang und 330 Kilogramm schwer: Die Kegelrobbe ist das größte frei lebende Raubtier Deutschlands und neben dem Seehund die zweite in Deutschland heimische Robbenart. Lange war sie aus der Deutschen Bucht verschwunden, doch seit den 90er-Jahren wächst die Zahl der Kegelrobben stetig. Auf der Helgoländer Düne hat sich ein besonders wichtiger Rast- und Wurfplatz in der Nordsee entwickelt.

Kleinere Kolonien existieren außerdem vor Amrum und vor den Ostfriesischen Inseln. Insgesamt leben im gesamten Wattenmeer rund 4.300 Tiere, in der deutschen Ostsee sind sie noch selten. Rund um Rügen haben sich aber wieder einige Dutzend Tiere angesiedelt.

Vom Seehund gut zu unterscheiden

Ihre kegelartige Kopfform mit der länglichen Schnauze, die ihr auch den Namen einbrachte, unterscheidet die Kegelrobbe deutlich von dem häufigeren Seehund mit seinem rundlichen Kopf. Außerdem ist sie fast doppelt so lang. Ein erwachsenes Tier vertilgt rund zehn Kilogramm Fisch pro Tag. Ihr großer Appetit auf Fisch war neben dem Fell und dem Fleisch ein Grund, warum Kegelrobben an der deutschen Küste früher unerbittlich gejagt wurden.

Jungtiere bleiben erst an Land

Die Jungen kommen ab November mit einem weißen, flauschigen Fell zur Welt, das sie vor Kälte schützt. Zehn bis 15 Kilo wiegen die Robbenbabys bei der Geburt - und legen dann schnell zu: Pro Tag futtern sie sich ein bis zwei Kilo Gewicht an, sodass sie schon bald eine dicke Speckschicht warm hält. Die Mütter lassen ihre Jungen manchmal stundenlang allein an Land zurück, um auf Nahrungssuche zu gehen. Wenn ein Jungtier allein am Strand beobachtet wird, bedeutet das also nicht, dass es endgültig verlassen wurde. Erst mit einigen Wochen, wenn sie ihr Fell gewechselt haben, folgen die Jungtiere den Eltern ins Wasser - das weiße Babyfell ist zum Schwimmen ungeeignet, da es sich mit Wasser vollsaugen würde.

Kegelrobben aus der Nähe beobachten

Auf Helgoland lassen sich Kegelrobben besonders gut beobachten. Um sie nicht zu stören, sollten Besucher einen Abstand von mindestens 30 Meter halten und sich ruhig und zurückhaltend verhalten. Empfehlenswert ist es, sich den Tieren in Gruppen zu nähern. Der Verein Jordsand bietet gemeinsam mit dem Naturschutzbeauftragten Helgolands Führungen zu den Kegelrobben an (nähere Informationen unter Tel. 04725 / 77 87).

Kegelrobben - beliebte Nordseebewohner

Heuler gefunden, was tun?

- Nicht anfassen!
- Abstand halten, Hunde fernhalten
- Seehundjäger oder Seehundstation telefonisch benachrichtigen:
Seehundstation in Friedrichskoog: (04854) 13 72
Seehundstation in Norddeich: (04931) 97 33 30

Dieses Thema im Programm:

NaturNah | 19.11.2017 | 15:30 Uhr

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