Stand: 28.02.2018 12:58 Uhr

Nolde Museum zeigt Bilder der "Wanderjahre"

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Das Haus von Emil Nolde in Seebüll stammt aus der Zeit um 1930.

1927 zieht der expressionistische Maler Emil Nolde (1867-1956) mit seiner Frau Ada nach Seebüll, einem Teil der kleinen Gemeinde Neukirchen nahe der dänischen Grenze. Dort, im heutigen Nordfriesland, erwirbt er eine Warft und lässt darauf - im bewussten Kontrast zur traditionellen Architektur der Region - nach eigenen Entwürfen ein modernes Wohnhaus mit Atelier errichten. Zahlreiche seiner Werke, wie auch die sogenannten ungemalten Bilder, entstehen dort. Sie schuf der Künstler während des Verbots der Nationalsozialisten, sich "auf den Gebieten der bildenden Künste" zu betätigen. Nach Noldes Tod 1956 wird Seebüll gemäß seinem Wunsch Teil einer Stiftung und steht seitdem Besuchern als Museum offen.

Ein Blick auf die "Wanderjahre"

Noldes Entwicklung in den "Wanderjahren"

In jeder Saison präsentiert die Nolde-Stiftung in Seebüll eine neue Ausstellung mit Werken des Künstlers. 2018 heißt das Thema "Emil Nolde - Wanderjahre. Die Entdeckung der Farbe." Die Arbeiten zeigen den künstlerischen Weg Noldes in den Jahren ab 1898, nachdem er seinen Beruf als Lehrer am Gewerbemuseum in St. Gallen in der Schweiz aufgegeben hatte. Die Entwicklungsstufen vom "tonigen Realismus zum atmosphärischen Impressionismus und darüber hinaus" seien bislang kaum bekannt, so die Nolde-Stiftung. Zu den 69 ausgewählten Werken gehören ein naturgetreuer Frauen-Akt und Landschaftsbilder in erdigen Farben. Sie führten den einstigen Kunsthandwerker zum Expressionisten Nolde mit vielen bunten Farben als wesentlichem Ausdrucksmittel. Auch diese typischen, bunten Nolde-Bilder, wie sie viele kennen und schätzen, sind zu sehen. Die Kombination aus Unbekanntem und dem, was Besucher erwarten, mache den Reiz der Ausstellung aus, so Stiftungsdirektor Christian Ring.

Außerdem präsentiert die aktuelle Ausstellung in einem Sonderkabinett Arbeiten der Künstler Heckel, Kirchner, Schmidt-Rottluff, Franz Marc und Jawlensky. Nolde hatte die Werke, meist Arbeiten auf Papier aus dem Umfeld der Künstlergruppe Brücke, als Sammler aufbewahrt.

Biografie und Werk unter einem Dach

Nolde Museum Seebüll

Seebüll 31
25927 Neukirchen
Tel. (04664) 98 39 30

Öffnungszeiten
1. März bis 30. November
täglich 10 - 18 Uhr

Eintritt
Erwachsene: 8 Euro
Schüler ab 13 Jahren, Studenten: 3 Euro

Das Museum besteht aus mehreren Teilen: dem historischen Noldehaus, dem Staudengarten sowie einem modernen Gebäude, das eine biografische Ausstellung zu Noldes Leben zeigt. Im ehemaligen Wohnhaus des Künstlers gibt es drei verschiedene Bereiche. Im Erdgeschoss, wo früher Noldes Atelier lag, finden Besucher heute die religiösen Bilder des Künstlers. Außerdem blieben Wohnräume mit den Möbeln des Paares erhalten. Der Bildersaal im ersten Stock mit etwa 30 Gemälden wird für die aktuelle, jährlich wechselnde Ausstellung genutzt. In den früheren Wohnräumen der Noldes auf dieser Etage entstanden Kabinette für grafische Arbeiten und Aquarelle.

Blütenpracht und satte Farben im Staudengarten

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Vom Garten fällt der Blick auf das ehemalige Wohnhaus des Künstlers.

Nolde liebte die Farben von Blumen Zeit seines Lebens und legte überall, wo er sich niederließ, einen Garten an. Blütenpracht und Grün inspirierten den Künstler und dienten ihm als Motiv für seine zahlreichen Garten- und Blumenbilder. In Seebüll legten Nolde und seine Frau Ada einen besonders prächtigen Staudengarten an, noch heute ist die Gestaltung der Wege in Form der Buchstaben A und E (für Ada und Emil) erhalten. Neben Rasenflächen und einzelnen Gehölzen blühen dort von April bis Oktober zahlreiche Stauden wie Schwertlilie, Rittersporn, Sonnenbraut, Lupine und Storchschnabel.

Kurzbiografie

7.8.1867 Emil Nolde kommt als vierter Sohn eines Bauern im Dorf Nolde an der dänischen Grenze zur Welt.
bis 1888 Lehre als Holzbildhauer und Zeichner
bis 1891 Wanderjahre als Schnitzer und Zeichner
bis 1897 Lehrer für Zeichnen und Modellieren in der Schweiz
bis 1900 Besuch von Schulen und Akademien
1902 Hochzeit mit dänischer Schauspielerin Ada Vilstrup
bis 1907 Mitglieder der Künstlergruppe "Brücke"
1909 erste religiöse Bilder
bis 1912 Ausstellungen, Mitglieder der "Neuen Sezession"
bis 1914 Reise durch Sibirien in die Südsee
1920 Nolde wird dänischer Staatsbürger
bis 1932 Bau des Hauses in Seebüll, Ehrendoktorwürde der Uni Kiel
1937 Die Nazis beschlagnahmen 1.052 Werke Noldes, einige werden später in der Ausstellung "Entartete Kunst" gezeigt
1941 Ausschluss aus Reichskunstkammer und Malverbot
1944 Bomben zerstören Noldes Berliner Wohnung, 3.000 Werke vernichtet
1946 seine Frau Ada stirbt, zwei Jahre später Hochzeit mit Jolanthe Erdmann
13.4.1956 Emil Nolde stirbt im Alter von 88 Jahren in Seebüll

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