Ein Schwarm Nonnengänse an der Nordseeküste. © imago images Foto: imagebroker

Wildgänse im Kehdinger Land beobachten

Stand: 09.10.2021 06:15 Uhr

Rund 80.000 Nonnengänse kommen jetzt zum Überwintern ins Kehdinger Land an die Niederelbe. Bei geführten Touren kann man die Tiere vom 9. bis 17. Oktober im Rahmen der Zugvogel- und Wildganstage beobachten.

Jetzt im Herbst kommen sie wieder zu Zehntausenden: Nonnengänse fliegen aus ihren arktischen Brutgebieten in das Kehdinger Land an der Niederelbe ein, um dort zu überwintern. Zwischen 50.000 und 80.000 der großen schwarz-weißen Meergänse bevölkern jedes Jahr das Gebiet zwischen Freiburg und Balje - das sind etwa 20 Prozent des weltweiten Bestandes. Hinzu gesellen sich rund 40.000 Pfeifenten und Blässgänse, mehr als 30.000 Goldregenpfeifer sowie Sing- und Zwergschwäne aus Island, Skandinavien und Osteuropa. Das Natur- und Freilichtmuseum Natureum Niederelbe in Balje feiert dieses Naturschauspiel vom 9. bis 17. Oktober mit den Kehdinger Zugvogel- und Wildganstagen.

Mit Schiff und Bus den Nonnengänsen auf der Spur

Das Flachboot "Tidenkieker" auf der Niederelbe. © Stade Tourismus
Der "Tidenkieker" hat nur einen geringen Tiefgang und kann daher dicht ans Ufer heranfahren.

Mit dem "Vogelkieker", einem umgebauten Doppeldeckerbus, können Besucher die Kehdinger Vogelwelt und speziell die Wildgänse erleben und zugleich Wissenswertes über Natur und Kultur der Region erfahren (Buchung über das Natureum Niederelbe, Tel. 04753/ 84 21 10). Noch näher kommen Passagiere an die Vögel auf dem "Tidenkieker" heran: Dieses Plattboden-Schiff hat nur 50 Zentimeter Tiefgang und wurde speziell entwickelt, um Naturfreunden einen Zugang zu den Ufergebieten der Niederelbe mit ihrer Vogelwelt zu ermöglichen (Anmeldung über das Stader Tourismusamt, Tel. 04141/ 77 69 80).

Wanderungen zu den Rastplätzen der Wildgänse

Im Angebot sind außerdem geführte Wanderungen und Radtouren, auf denen Interessierte vielfältige Informationen durch Ornithologen erhalten. Von ihnen können sie etwa erfahren, dass die Vögel auf ihren Zugrouten im Schnitt rund 4.000 Kilometer zurücklegen. Dabei kommen sie mit Rückenwind auf Geschwindigkeiten von fast 150 Stundenkilometern. Das Natureum selbst bietet ebenfalls einen Beobachtungsturm und hält in seiner Ausstellung weitere Informationen über die heimische Tier- und Pflanzenwelt bereit. Vorträge im Natureum - auch speziell für Kinder - runden das Programm ab.

Beobachtungstürme in Wischhafen und Freiburg

Eine Nonnengans mit ausgebreiteten Flügeln auf einer Wiese. © imago/imagebroker
Nonnengänse lassen sich an ihrem schwarz-weißen Gefieder, dem schwarzen Hals und weißen Kopf erkennen.

Wer die Wildgänse lieber auf eigene Faust beobachten möchte, sollte dazu die Hochwasserzeiten nutzen. Die Gänse, die im Elbwatt übernachten, kommen dann zum Fressen auf die Grünlandflächen.

Folgende Standorte im Kehdinger Land sind besonders gut geeignet, um nach den Tieren Ausschau zu halten: die Beobachtungstürme an der Wischhafener Elbfähre und am Allwördener Deich in Freiburg, das Ruthensperrwerk Asselersand und der Infopoint am Ostesperrwerk.

Steckbrief Nonnengans

Aussehen: Schwarz-weißes Gefieder mit schwarzem Hals und weißem Kopf
Größe: 55 bis 70 Zentimeter
Gewicht: 1,5 bis 2 Kilogramm
Geschwindigkeit: 60 bis 70 km/h, bei Rückenwind 100 bis 148 km/h
Heimat: Arktis, Sibirien
Winterquartier: Kehdinger Land

Karte: Das Kehdinger Land

Weitere Informationen
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