Stand: 30.05.2018 16:22 Uhr

Natur pur im Müritz-Nationalpark

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Typisch Müritz-Nationalpark: Wälder und Wasser wie hier am Warnkesee.

Deutschlands größter Binnen-Nationalpark liegt im Süden Mecklenburg-Vorpommerns: der Müritz-Nationalpark. Mehr als 70 Prozent der Fläche sind mit Wald bedeckt, 13 Prozent mit Wasser. Der Rest besteht aus Mooren, Wiesen und Weiden. Von den unzähligen Seen sind gut 100 jeweils mehr als 10.000 Quadratmeter groß. In der DDR waren Teile des heutigen Nationalparks Jagdgebiet von Spitzenpolitikern, Erholungsgebiet für Angehörige des Militärs und Truppenübungsplatz. Für alle anderen DDR-Bürger war der Zutritt verboten - ein Vorteil für die Natur: Sie konnte sich weitgehend unberührt entwickeln, das Gebiet wurde zum Rückzugsort vieler bedrohter Tierarten wie Fischotter, See- und Fischadler oder Kranich.

Kranich auf dem Wasser.

Kranichwanderung im Müritz-Nationalpark

Nordtour -

Zu Tausenden sammeln sich jetzt wieder die Kraniche in der Müritzregion, um sich für den Flug in den Süden ein Polster anzufressen. Allabendlich gibt es Führungen zu ihren Schlafplätzen.

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Das Weltnaturerbe Buchenwald

Seit 1990 steht das gut 320 Quadratkilometer große Gebiet als Nationalpark unter Schutz. Die größere der beiden Bereiche zieht sich vom Ostufer der Müritz, Norddeutschlands größtem Binnensee, bis westlich von Neustrelitz. Östlich der Stadt folgt das Teilgebiet Serrahn mit dichten, alten Buchenwäldern. Sie wurden im Juni 2011 in die Liste der Weltnaturerbestätten aufgenommen.

Führungen mit dem Ranger

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Im Herbst rasten Tausende Kraniche im Müritz-Nationalpark.

Naturpark-Ranger bieten nahezu täglich kostenlose Ausflüge und Wanderungen zu verschiedenen Themen an. Mal stehen die Greifvögel im Mittelpunkt, mal Pflanzen und Pilze oder es geht abends zu den Fröschen. Für Vogelkundler lohnt sich ein Besuch besonders im Herbst, der Saison der Kraniche - und der Kranich-Führungen. An der Seenplatte sammeln sich ab Ende August zunächst die Brutpaare aus der näheren Umgebung. Ab Mitte September kommen Tausende Vögel aus Skandinavien hinzu, die vor dem Weiterflug nach Süden in der Region rasten. An mehreren Seen können Naturfreunde überdachte Beobachtungsstände nutzen, um den Vögeln unauffällig möglichst nahe zu kommen. Die Nationalpark-Verwaltung organisiert ab Mitte August bis Ende Oktober täglich Bustouren zu den Schlafplätzen der Kraniche an.

Ausgedehntes Radwege-Netz

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Ein ausgedehntes Radwegenetz führt Besucher tief in den Naturpark.

Der Nationalpark Müritz lässt sich aber auch gut auf eigene Faust erkunden. 400 Kilometer Rad- und Wanderwege gibt es, vorbei an kleinen Seen und Dörfern, grünen Weiden und durch romantische Wälder. Wer seine Tour direkt im Inneren des Parks beginnen möchte, kann mit dem Nationalpark-Ticket dorthin fahren. Busse mit Fahrradanhängern pendeln von Ostern bis Oktober mehrmals täglich zwischen Waren, Boek, Bolter Kanal und Hafendorf Müritz. Außerdem pendeln Schiffe zwischen Waren und Hafendorf Müritz sowie zwischen Waren und Malchow.

Verschiedene Baumarten und einen uralten Buchenwald kann man auf dem Wald-Erlebnis-Pfad kennenlernen. Der vier Kilometer lange Weg verbindet die Ortschaften Zinow und Serrahn und berührt auch das Weltnaturerbe-Gebiet.

Wasserwandern an der Müritz

Die Müritz ist ein ideales Revier für ausgedehnte Kanutouren. Ein Faltblatt informiert über mögliche Routen, Bootsvermietungen und Übernachtungsmöglichkeiten. Außerdem gibt das Blatt wichtige Tipps zum richtigen Verhalten auf den Gewässern des Nationalparks. So müssen die Boote etwa festgelegte Abstände zu den Uferzonen einhalten, um Wasservögel nicht zu stören.

Türme bieten gute Aussicht

Beliebtes Ausflugsziel im Müritz-Nationalpark ist das Dörfchen Speck am Hofsee. Der Ort bietet eine klassizistische Kirche, ein Schloss sowie eine Fischräucherei und ist gut geeignet für eine kleine Pause. Hier steht auch der größte Aussichtsturm des Nationalparks, der 55 Meter hohe Käflingsbergturm. Von einer Plattform in 31 Metern Höhe haben Besucher einen weiten Blick über die Wald- und Seenlandschaft bis zur Müritz. Zwei weitere Türme stehen am Specker See sowie südlich von Krienke.

Freunde von Miniaturen können einen Abstecher nach Boek einplanen, rund einen Kilometer vom Ostufer der Müritz entfernt. In der Nationalpark-Information des kleinen Ortes im ehemaligen Gutshaus zeigt eine Ausstellung zahlreiche Zinnminiaturen. Außerdem gibt es in Boek einen 80 Hektar großen Wildpark mit einheimischen Tierarten sowie eine sehenswerte neugotische Backsteinkirche von 1847.

Karte: Die Müritz und der Müritz-Nationalpark
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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 13.10.2018 | 18:00 Uhr

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