Stand: 14.08.2017 12:16 Uhr  | Archiv

Das vergessene Schloss am Mirower See

Die Mecklenburger Seenplatte ist um eine Attraktion reicher. 20 Jahre wurde restauriert, nun strahlt Schloss Mirow wieder in herrschaftlicher Pracht. Erstmals in seiner jahrhundertelangen Geschichte kann das Anwesen nun besichtigt werden. Kunstexperten werten die Geschichte des Schlosses aus heutiger Sicht als Glücksfall.

Die Herzöge verlassen Mirow

Das äußerlich eher schlichte Gebäude entstand um 1710 im Auftrag von Adolf Friedrich III., Herzog von Mecklenburg-Strelitz. 1742 zerstörte ein Feuer das ursprüngliche Schloss teilweise. Daraufhin ließ Herzogin Elisabeth Albertine den Witwensitz des Adelsgeschlechts um 1750 umgestalten, mit einer schlichten Fassade, die das Schloss noch immer prägt. Der barocke Festsaal blieb jedoch erhalten und zeigt bis heute die üppige Formenpracht dieser Zeit. Als die herzögliche Familie 1761 nach Neustrelitz umzog, geriet das Schloss allmählich in Vergessenheit.

Ein Schloss im Dornröschenschlaf

In beiden Weltkriegen blieb der abseits gelegene Adelssitz nahezu unbeschädigt. In der DDR diente das Gebäude als Altenheim, ab 1991 stand es leer. Teile der wertvollen Inneneinrichtung aus der Zeit der Herzöge, wie Stuckarbeiten, seidene Wandbehänge und Ölgemälde, überdauerten die Jahrzehnte. Das Land Mecklenburg-Vorpommern als Eigentümer investierte nun fast acht Millionen Euro, um den einstigen Glanz wieder herstellen zu lassen.

Gebäudeensemble auf der Insel

Schloss Mirow ist Mittelpunkt eines idyllisch auf einer Insel im Mirower See gelegenen Gebäudekomplexes. Dazu gehören auch das zweigeschossige Torhaus von 1560, das stattliche Kavalierhaus als Versorgungsgebäude und die zum Konzertsaal umgebaute schlichte Remise. Wenige Schritte entfernt steht die Johanniterkirche mit der Fürstengruft.

Eine Brücke verbindet die Schlossinsel mit der Altstadt von Mirow. Das Eiland ist gleichzeitig Schlossgarten und Landschaftspark. Über eine weitere schmale Brücke erreichen Besucher die kleine Liebesinsel mit dem Grabmal von Großherzog Adolph Friedrich VI., dem letzten Herzog von Mecklenburg-Strelitz.

Karte: Mirow und die Schlossinsel
Weitere Informationen
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