Stand: 25.02.2019 11:38 Uhr

Nossentiner Heide: Grünes Licht für die Natur

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In dem Naturpark gibt es rund 60 große und kleine Seen.

Im Bundesdurchschnitt leben 230 Menschen auf einem Quadratkilometer Fläche, im Herzen Mecklenburgs, im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide sind es nur neun. Reizvoll ist das dünn besiedelte Revier mit seinen vielen Rad-, Reit- und Wanderwegen zu jeder Jahreszeit. Besonders für Tierfreunde gibt es viel zu entdecken, denn wo wenige Menschen leben, gibt es viele Tiere und die Natur kann sich ungestört ausbreiten.

Eine Fledermaus hängt an der Wand.

Erster Fledermauslehrpfad in MV

Nordtour -

Wie orientiert sich eine Fledermaus, wo lebt sie und wovon ernährt sie sich? All diese Fragen beantworten Ralf Koch und seine Kollegen auf ihren Führungen im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide.

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Wandern in unberührter Natur

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In den weitläufigen Wäldern können Wanderer auch scheuen Tieren begegnen.

Der Naturpark erstreckt sich über fast 360 Quadratkilometer, gehört zur Mecklenburgischen Seenplatte und kann selbst mit 60 Seen aufwarten. Auf mehr als 50 Prozent der Parkfläche wächst Wald. Bei ausgedehnten Spaziergängen oder Radtouren durch die Natur lassen sich mit etwas Glück Seeadler, Rohrdommel, fleischfressender Sonnentau und viele andere seltene Tier- und Pflanzenarten beobachten. Einen Überblick bietet der "Moorochse", der größte Aussichtsturm des Naturparks am Nordufer des Plauer Sees. Der Weg dorthin führt über einen Holzsteg durch mooriges Gebiet.

Informationszentrum lädt zum Mitmachen ein

Im Karower Meiler, dem Kultur- und Informationszentrum des Naturparks am Nordwestufer des Plauer Sees, dreht sich alles um die Tier- und Pflanzenwelt der Region. Spielerisch können Kinder wie Erwachsene dort die Tiere und Pflanzen des Naturparks kennenlernen. Ein Computer etwa kennt die Stimmen der einheimischen Vögel und spielt sie auf Knopfdruck ab. Doch nicht nur im Karower Meiler lässt sich vieles ausprobieren. Das Zentrum bietet auch ein umfangreiches Programm mit Wanderungen und Radtouren an. Außerdem gibt es im gesamten Park ein ausgedehntes Informationssystem mit mehr als 600 Schautafeln. Die Schilder informieren über die Natur und die Dörfer der Region, geben Auskunft zu einzelnen Baumarten oder weisen auf Lehrpfade hin. Knapp 20 Prozent der Fläche des Naturparks sind Naturschutzgebiete.

Wilde Rinder am Jabelschen See

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Bis zu 40 Wisente leben im Reservat Dammerower Werder.

Im Osten des Naturparks, auf einer Halbinsel am Jabelschen See, treffen Besucher auf eine Tierart, die heute in freier Wildbahn nicht mehr anzutreffen ist: der Wisent. Bis zu 40 der Wildrinder leben dort in dem Reservat Dammerower Werder. Die Tiere sind nicht besonders scheu und lassen sich gut beobachten. Für Besucher gehört die Fütterung der imposanten Vierbeiner in den Schaugehegen um 11 und 15 Uhr zu einem der Höhepunkte. Wer dem Reservat im Frühjahr einen Besuch abstattet, kann mit etwas Glück sogar die Geburt eines jungen Wisents miterleben. Als die Wisentzucht auf dem Damerower Werder 1957 begann, waren die Tiere fast ausgestorben. Inzwischen werden dort pro Jahr etwa zehn Kälber geboren. Neben Wisenten lebt in dem Park auch Rotwild in einem eigenen Gatter. Ein Walderlebnispfad bietet zahlreiche lehrreiche Stationen.

Blick in die Geschichte

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Benediktinermönche gründeten 1220 das Kloster in Dobbertin.

Nicht nur die Natur, sondern auch die Kulturgeschichte der Region lässt sich in der Nossentiner/Schwinzer Heide erkunden. Viele Dörfer der Gegend gibt es seit dem 13. Jahrhundert und noch heute finden sich Bauwerke aus jener Zeit. Dazu gehört auch das Dobbertiner Kloster, das um 1220 errichtet wurde. Im 17. Jahrhundert änderte sich die Lebenssituation vieler Menschen in der Region. Aus ehemals freien Bauern wurden Tagelöhner, die für Gutsherren arbeiteten. Später bestimmten Glashütten, Teeröfen und Ziegeleien das Leben der Menschen.

Aus Holz wird Teer

Neben den Guts- und Bauerndörfern gibt es noch Siedlungen, die aus der Zeit der Glasverhüttung und Teerschwelerei stammen. In der waldreichen Gegend wurden unzählige Bäume gerodet, um Boden für den Ackerbau zu gewinnen. Das Holz wurde in sogenannten Teerschwelern zu Holzteer, etwa für den Schiffbau und die Fischerei, sowie zu Holzkohle verarbeitet. In Glashütten und Wohnhäusern wurde damit geheizt. Im 20. Jahrhundert verlor der Holzteer durch günstigere, industriell gewonnene Teerprodukte seine Absatzmärkte, sodass der letzte Teerofen 1952 geschlossen wurde. Trotzdem können sich Besucher noch immer ein Bild von der Funktionsweise machen. In Sparow entstand in den 90er-Jahren basierend auf alten Plänen ein neuer Ofen, der größte aktive Teerofen in Europa.

Karte: Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide
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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 23.02.2019 | 18:00 Uhr

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