Sendedatum: 01.07.2012 11:15 Uhr  - NDR 90,3  | Archiv

Kaltes, klares Wasser: Der Schmale Luzin

von Markus Lobsien

Mecklenburg-Vorpommern ist bei Reiselustigen längst kein Geheimtipp mehr. Doch manche Ecke gilt selbst unter den Einheimischen als etwas ganz Abgelegenes. Dazu zählt die Feldberger Seenlandschaft. Bei Neubrandenburg und Neustrelitz liegt sie und hat mit dem Schmalen Luzin einen See mit merkwürdigem Namen und interessanten Anwohnern.

Der Schmale Luzin zählt nach Angaben der Regierung des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern zu den letzten erhaltenen Klarwasserseen. Ursprünglich waren 98 Prozent der 1.500 Seen im Land solche Gewässer ohne Nährstoffe, heute ist das Verhältnis nahezu umgekehrt. Durch Landwirtschaft und Nährstoffeinträgen zählen 86 Prozent der Seen nicht mehr als "klar". Der Schmale Luzin liegt in einem Naturschutzgebiet.

Wasserspaß mit Kanu, Ruder- oder Motorboot

Das heißt aber nicht, dass hier alles verboten wäre. Nur Verbrennungsmotoren an Booten sind nicht gestattet. Ansonsten kann der Luzin mit Kanus, Ruderbooten oder Booten mit Elektromotor befahren werden. Auch Angeln und Tauchen sind ausdrücklich erlaubt, wenn auch mit Genehmigung.

Eldorado für Taucher

Bis zu 34 Meter geht es im Schmalen Luzin hinab und das bei Breiten von oft nur 200 Meter oder weniger. Schon ein paar Meter vom Ufer entfernt werden Tiefen von über 12 Meter gemessen, also Vorsicht beim Baden mit Kindern! Die Topgrafie des Sees und die fantastische Sicht machen den Luzin zum Eldorado für Taucher. Auch im Winter gehen sie ins Gewässer. Jetzt, im Sommer, zeigt sich der See bei guter Sicht atemberaubend. Hechte, Barsche und Weißfische haben kaum Scheu und lassen Taucher und Schwimmer nah heran. Im Internet bieten sich auf diversen Portalen eindrucksvolle Tauchvideos des Schmalen Luzins.

Mit der Seilfähre den See queren

Doch zurück zur Wasseroberfläche. Fährmann Thomas Vogtländer dreht gern am Rad. Damit ist sein Antrieb der Bootsfähre von Feldberg nach Hullerbusch gemeint. 200 Meter überwindet er per Drehrad und Seil mit 90 Umdrehungen. Unter dem Boot ist das Gewässer 20 Meter tief. Die Fähre fährt gegen kleines Geld (rund zwei Euro) halbstündlich von morgens bis abends, solange wie die Witterung es zulässt. Bei Eis und Starkwind macht der Fährmann Pause. Diese seltene, da handgetriebene Fähre, gibt es seit 1907. Bis 1977 wurde gerudert, seit DDR-Zeiten am Rad gedreht. Am Fährhaus gibt es auch einen Bootsverleih.

Mit dem Ranger durch das Naturschutzgebiet

Ebenfalls mit dem Boot und einem Elektromotor ist Fred Bollmann flott unterwegs. Auf seiner "Green-Mile"-Tour zeigt der Ranger gerne und auf seine ganz spezielle Art die Wunder des Schmalen Luzins. Bollmann ist ein Mann klarer Worte und benennt, was hier im Naturschutzgebiet aus seiner Sicht gut oder nicht so gut läuft. An manchen Tagen füttert er auch Schwarze Milane mit Fischen an - eine gute Chance für Fotografen, die Tiere im Flug zu knipsen. Da Bollmann auch taucht, kennt er den See auch von unter Wasser her und hat immer Anekdoten und Infos parat. Solch eine Tour mit ihm dauert zwei Stunden, die Preise liegen bei zwölf Euro für Erwachsene.

Unterkünfte und Anfahrt

Feldberg und die Seenplatte mag zwar abgelegen erscheinen. Aber für Gäste gibt es genug Pensionen, Ferienwohnungen und auch Hotels, zum Teil in Gutshäusern. Diese Unterkünfte haben aber mitunter erstaunlich selbstbewusste Preise, um die 85 Euro für Doppelzimmer und mehr. Günstiger wird es oft in Pauschalen oder in der Nebensaison.

Die Region Feldberg ist mit der Bahn über Neustrelitz gut erreichbar. Von dort weiter mit Hotelbussen oder dem Öffentlichen Personen Nahverkehr. Radverleihstationen finden sich in Feldberg oder den Unterkünften. Mit dem Auto lässt sich Feldbert von Hamburg aus am besten über die A 24 oder von Norden her die A 20, dann weiter auf der B 198 via Neustrelitz erreichen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Reise, Reise | 01.07.2012 | 11:15 Uhr

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