Stand: 30.05.2018 17:50 Uhr

Ein Museum für den großen Schatzsucher

Bild vergrößern
Ein nachgebautes Trojanisches Pferd weist den Weg zum Schliemann-Museum.

Im Jahr 1873 erfüllt sich für den Mecklenburger Heinrich Schliemann ein Kindheitstraum: Bei Ausgrabungen im Nordwesten der Türkei findet er einen Schatz. Er glaubt, das legendäre Troja aus der Sage Homers gefunden zu haben und nennt die Stücke in Anlehnung an den trojanischen Sagenkönig "Schatz des Priamos". Heute gilt es in der Geschichtsforschung als wahrscheinlich, dass Schliemann Troja tatsächlich richtig lokalisierte. Der Fund stammt allerdings nachweislich nicht aus der Zeit der Trojanischen Kriege. Dennoch ist Schliemanns Entdeckung von großer Bedeutung und macht ihn zu einem der bekanntesten Altertumsforscher weltweit. Das Heinrich-Schliemann-Museum in Ankershagen an der Müritz hält die Erinnerung an den Weltreisenden, Kaufmann und Schatzsucher wach.

Vom Pfarrerssohn zum wohlhabenden Kaufmann

Bild vergrößern
Der gebürtige Mecklenburger Heinrich Schliemann entdecke 1873 einen Goldschatz.

Geboren wird Schliemann am 6. Januar 1822 als Sohn eines Pfarrers in Neubukow. Ein Jahr später zieht die Familie nach Ankershagen, wo Heinrich acht Jahre lang lebt. In dem ehemaligen Pfarrhaus, einem Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert, ist heute eine Dauerausstellung untergebracht. Sie erinnert an seine Jugend, seine Jahre in Amsterdam und den USA sowie seinen Aufstieg zu einem wohlhabenden Kaufmann im russischen St. Petersburg. Dabei finden sich immer wieder Bezüge nach Mecklenburg: Schliemann hielt stets Kontakt zu seinen Geschwistern und Jugendfreunden. Außerdem dokumentiert das Museum Schliemanns Grabungen auf der Suche nach Troja, der legendären Stadt, die der griechische Dichter Homer 700 Jahre vor Christus beschrieben hat. Nachbildungen antiker Fundstücke zeigen unter anderem Teile aus dem "Schatz des Priamos".

Die Originale hatte Schliemann zu Lebzeiten dem deutschen Staat geschenkt. Bis 1939 waren sie im Museum für Völkerkunde in Berlin zu sehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachte die Rote Armee große Teile davon, unter anderem den legendären Goldschatz, als Beutekunst nach Russland. Dort befinden sie sich noch heute.

Pädagogische Angebote im Kinderzimmer

Im Dachgeschoss des Museums in Ankershagen, dem ehemaligen Kinderzimmer Schliemanns, befindet sich ein Kindererlebnisbereich. An acht interaktiven Stationen können sie unter anderem die Aufgaben eines Archäologen kennenlernen und den nachgebildeten Burghügel von Troja Schicht für Schicht abtragen. So begeben sie sich auf die Spuren Schliemanns, der in das Original einen 40 Meter breiten und 17 Meter tiefen Graben gezogen hatte - zum Kummer heutiger Archäologen.

Heinrich-Schliemann-Museum

Lindenallee 1
17219 Ankershagen
Tel. (039921) 32 52
weitere Informationen auf der Website des Museums

Interessierte können zudem im ehemaligen Stallgebäude Sonderausstellungen und Vorträge zu historischen Themen besuchen. Hingucker im Außengelände ist ein hölzernes "Trojanisches Pferd". Auf einem Schliemann-Wanderweg, der am Museum startet, können Interessierte auf Tafeln Auszüge aus Schliemanns Autobiografie lesen und dabei weitere Sehenswürdigkeiten der Umgebung entdecken, etwa das Schloss Ankershagen und die Havelquelle.

Originalfund im Neuen Museum Berlin

Bild vergrößern
Viele Originale aus den Funden Schliemanns sind heute im Neuen Museum in Berlin zu sehen.

Die weltweit umfassendste Schau der Funde Schliemanns präsentiert heute das Neue Museum in Berlin in seiner "Sammlung Trojanischer Altertümer". Seit 2009 sind viele Originale sowie einige Duplikate in einem eigenen Saal zu sehen. Insgesamt gehören zu Schliemanns Funden mehr als 30.000 Exponate.

Heinrich Schliemann starb am 20. Dezember 1890 im Alter von 67 Jahren in Neapel. Sein Leichnam ruht in einem Mausoleum auf dem Athener Zentralfriedhof.

Karte: Schliemann-Museum Ankershagen

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 06.01.2014 | 19:30 Uhr

Urlaubsregionen im Norden

Mehr Ratgeber

08:02
Mein Nachmittag

Perfektes Paar: Gräser und Astern

16.08.2018 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
11:16
Mein Nachmittag

Alter Schmuck - wie viel ist er wert?

16.08.2018 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
00:23
Visite