Stand: 20.03.2020 15:41 Uhr

Mittelalterliche Pracht im Münster Doberan

Das Doberaner Münster © picture-alliance/ ZB Foto: Bernd Wüstneck
Das Doberaner Münster gilt als eines der schönsten Bauwerke der Backsteingotik.

Es zählt zu den wichtigsten Bauwerken der Backsteingotik und gilt als die Zisterzienserkirche mit der kostbarsten mittelalterlichen Ausstattung in ganz Europa: das Doberaner Münster. Die Schätze des Klosters sind fast vollständig erhalten, überstanden Bilderstürme und Kriege so gut wie unbeschadet.

Das heute bestehende Münster, der gotische Nachfolgebau der romanischen Klosterkirche von 1186, wurde im Jahr 1368 geweiht. Die Baumeister hatten sich sowohl an Kathedralen der französischen Hochgotik wie auch an den zisterziensischen Architekturregeln orientiert. So entstand ein einmaliges Baudenkmal. Das Mittelschiff mit dem schönen Kreuzrippengewölbe ragt mehr als 26 Meter in die Höhe. Die Fassade des fast 80 Meter langen Gotteshauses ist weitgehend schmucklos, es gibt keinen gemauerten Glockenturm, sondern einen Dachreiter.

VIDEO: Klosteranlage Bad Doberan wird saniert (3 Min)

Bedeutende Kunstschätze

Ein besonderer Kunstschatz ist der Hochaltar aus dem 14. Jahrhundert: Er gilt als der älteste erhaltene Flügelaltar der Welt. Zu den Kostbarkeiten gehören auch der Kreuzaltar aus der Zeit um 1365, der Marienleuchter von 1280 und die Grabstätten vieler mecklenburgischer Herzöge.

Nur wenige Gebäude erhalten

Das Wirtschaftshaus auf dem Gelände des Klosters Doberan © imago/imagebroker
Das Wirtschaftshaus soll nach und nach wieder aufgebaut werden.

Etliche Gebäude auf dem weitläufigen Gelände des Klosters sind über die Jahrhunderte verfallen. Einige Bauten wurden abgetragen oder als Steinbrüche genutzt. Dennoch lohnt ein Spaziergang über die parkartige Anlage. Sehenswert sind etwa die Ruine des imposanten, dreistöckigen Wirtschaftshauses sowie. Es soll in den nächsten Jahren wieder aufgebaut werden. Ebenfalls einen Abstecher lohnt das turmartige Beinhaus aus der Zeit um 1230: In dem kleinen, achteckigen Ziegelgebäude bewahrten Mönche die Gebeine ihrer verstorbenen Brüder auf, um die Gräber auf dem Friedhof neu belegen zu können.

Glocken im Norden
Luftaufnahme vom Doberaner Münster © picture-alliance/ ZB Foto: Bernd Wüstneck

Die Glocken des Doberaner Münsters

Das Doberaner Münster beherbergt zwei Glocken. Die kleinere ist die zweitälteste ihrer Art in Mecklenburg. Die größere Glocke wiegt rund 1.100 Kilogramm. mehr

Fast 400 Jahre stand das Kloster unter dem Schutz diverser Herzöge und war ein geistliches Zentrum in Mecklenburg. Doch die Reformation machte im 16. Jahrhundert auch vor den Zisterziensern nicht halt. Im März 1552 wurde Kloster Doberan aufgelöst. 1564 zog der erste evangelische Pastor in das Münster ein. Seitdem dient es als Doberaner Pfarrkirche und wurde über die Jahrhunderte weitgehend unverändert erhalten.

Beliebte Sehenswürdigkeit

Obwohl die Kirche in Bad Doberan zu den bedeutendsten Bauten Norddeutschlands gehört, scheiterte 2014 eine Bewerbung um des Titel des UNESCO-Welterbes. Trotzdem ist das Bauwerk ein lohnendes Ausflugsziel für Kulturfreunde und Ostseeurlauber. Mit der historischen Bäderbahn Molli können sie das Münster auf nostalgische Weise von den Seebädern Kühlungsborn und Heiligendamm aus erreichen.

Die Legende von Doberan

Um die Gründung des Klosters in Bad Doberan rankt sich eine alte Legende: Demnach hatte Fürst Heinrich Borwin I. von Mecklenburg versprochen, das 1179 zerstörte erste Kloster Mecklenburgs neu zu errichten - und zwar genau dort, wo er den ersten Hirsch erlegen werde. Ausgerechnet in einem sumpfigen Gelände gelang dem Fürsten der erfolgreiche Abschuss - und während die Jagdgesellschaft noch darüber diskutierte, ob dieser Platz geeignet sei, um ein Kloster zu bauen, flog ein Schwan über die Gruppe hinweg und rief etwas, das wie "dobr, dobr" klang.
Die Entscheidung für den Standort und seinen Namen war damit gefallen, denn "dobr" bedeutet im Slawischen "gut". So erhielt der Ort der Legende zufolge den Namen Doberan, was so viel heißt wie "guter Platz". Schwan und Hirsch prangen seither auf dem Wappen der Stadt. Tatsächlich aber ist der Name Doberan noch älter: Bereits das erste, 1171 gegründete und 1179 zerstörte Kloster trug den Namen "Claustrum Doberan". Es befand sich im etwa drei Kilometer entfernten Althof, heute ein Ortsteil von Bad Doberan.

Karte: Doberaner Münster

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Dieses Thema im Programm:

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