Stand: 16.05.2014 11:45 Uhr

In Ludwigslust lebt die Barockzeit

Seit mehr als 250 Jahren trägt die mecklenburgische Stadt schon ihren ungewöhnlichen Namen: Ludwigslust. Die Bezeichnung geht auf Christian Ludwig II., Sohn des Herzogs Friedrich I. (1638-1688) zurück. Er ließ 1724 in der Nähe von Gut Klenow ein Jagdschloss errichten und schuf damit den Ursprung der Stadt.

Ein Blick ins Barockzeitalter

Hauptattraktion von Ludwigslust ist das barocke Schloss, das mitten in der Stadt steht. Hofbaumeister Johann Joachim Busch errichtete das Gebäude von 1772 bis 1776 als Residenzschloss der mecklenburgischen Herzöge. Nach der Fertigstellung bezog Herzog Friedrich den neuen Palast, das Jagdschloss ließ er abreißen.

Besonders prunkvoll zeigt sich der Goldene Saal im Mitteltrakt des Schlosses, früher Spielort der Mecklenburg-Schwerinschen Hofkapelle. Auch heute dient der Saal in der sogenannten Festetage noch als Konzertraum. Sie ist im Stil des Louis-Seize dekoriert, unter anderem mit dem damals typischen Zopfstil. Die Räumlichkeiten sind in schlichtem Grau und Gold gehalten, Spiegel, Kamine und Parkettfußböden noch original erhalten.

Schlossgarten aus dem 18. Jahrhundert

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Brücken und Wasser gehören zu den bestimmenden Elementen im Schlosspark.

Der Park um das Barockschloss ist mit etwa 120 Hektar der größte in Mecklenburg-Vorpommern und wurde im 18. Jahrhundert ebenfalls von Hofbaumeister Busch im französischen Stil errichtet. Peter Joseph Lenné, der preußische Gartendirektor, gestaltete die Anlage von 1852 bis 1860 um und erweiterte sie. Typisch für die grüne Oase sind die Wasser-Kaskaden, Kanäle und Brücken. Von Frühjahr bis Herbst lockt der Garten mit viel Grün und seltenen Pflanzen und Bäumen: So wachsen dort etwa Sumpfzypressen, Urweltmammutbäume und Magnolien. Doch auch im Winter lädt der Barockgarten zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

Hauptstraße mit "Reitender Alexandrine"

35 Meter breit und symmetrisch gegliedert zieht sich die Schlossstraße durch den Ortskern. Sie gehört zum charakteristischen Stadtbild von Ludwigslust. Jedes Haus entspricht dort in Form, Breite und Höhe genau dem gegenüberliegenden. Die Fassaden mit ihren Balkonen sind bewachsen, am Straßenrand stehen Linden. Am Ende der Schlossstraße schließt sich der Alexandrinenplatz mit der Statue der "Reitenden Alexandrine" an. Sie stellt die Tochter des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. und der legendären Königin Luise dar. Die moderne Bronzeplastik wurde vom Berliner Architekturbüros Torinus und Altemüller entworfen und 2003 in Zusammenarbeit mit den Bildhauern Andreas Krämmer und Holger Lassen errichtet.

Untypisch für Norddeutschland: Die Stadtkirche

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Ungewöhnlich für den Norden: die Stadtkirche im Stil des Klassizismus.

Gegenüber dem Schloss steht die Stadtkirche, ein monumentales Gebäude. Sie wurde noch vor dem Schloss in klassizistischem Stil mit barocken Elementen erbaut. Die Vorhalle wird von sechs dorischen Säulen getragen. So erscheint die Kirche tempelartig und untypisch für Norddeutschland. Das Wahrzeichen der Kirche ist das sogenannte Christogramm - die griechischen Buchstaben des Namen Christi neben den Säulen. Vier überlebensgroße Evangelisten-Stauen des Bildhauers Johann Eckstein schmücken die Attika. Den Altar im Innern zieren sechs goldene Leuchter, die noch aus der früheren Ludwigsluster Pappmaché-Fabrik stammen. Regelmäßig finden Kirchenführungen und Konzerte statt, etwa im Sommer zu den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern.

Bei einem Bummel durch Ludwigslust lohnt sich auch ein Besuch im Natureum. Das Museum stellt die Natur und Naturgeschichte Mecklenburg-Vorpommerns vor. Steine, Fossilien und einheimischen Pflanzen und Tiere können Besucher dort bestaunen.

Karte: Sehenswürdigkeiten in Ludwigslust
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Schloss Ludwigslust: Eine Reise ins Barock

Schloss Ludwigslust ist ein barockes Gesamtkunstwerk. Nach jahrelanger Renovierung wurde der Ostflügel mit der historischen Gemäldegalerie jetzt wieder eröffnet. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen / Nordtour / 05.03.2016 / 18:00 Uhr

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