Stand: 23.01.2019 11:58 Uhr

Schloss Ludwigslust: Eine Reise ins Barock

Ein Goldener Saal über zwei Etagen, Kristalllüster und hohe Fenster: Großherzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin wollte es herrschaftlich, als er 1772 den Auftrag für ein neues Residenzschloss in Ludwigslust erteilte. Als Vorbild diente das Schloss im französischen Versailles bei Paris. Was der Herzog nicht ahnen konnte: Seine Residenz mit der prächtigen Sandstein-Verkleidung steht und strahlt auch heute noch - als Museum.

Schloss Ludwigslust: Das mecklenburgische Versailles

Aufwendige Restaurierungsarbeiten - Ostflügel bereits fertig

Da die Zeit nicht spurlos an dem Schloss vorübergegangen ist, wurde der Ostflügel aufwendig restauriert. Seit 2016 ist er wieder für Besucher geöffnet. Neben dem berühmten Goldenen Saal wurden 18 Audienz- und Wohnräume der Herzöge wieder hergerichtet und die Gemäldegalerie umgestaltet. Der Westflügel bleibt noch bis 2023 für Besucher geschlossen, denn er wird derzeit ebenfalls umfangreich restauriert.

Gemäldegalerie wie vor 150 Jahren

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Die Gemäldegalerie ist nun wieder wie zu Zeiten der Fürsten gestaltet.

Bis 1945 wohnte die herzögliche Familie in dem Schloss und ließ die historischen Gemächer weitgehend unangetastet. Während der DDR-Zeit hatte die Kreisverwaltung dort ihren Sitz. Heute gelangen Besucher vom breiten Foyer in den Gartensaal, der 1878 zur Jagdhalle umgestaltet wurde und nun als Schlosscafé genutzt wird. In der Gemäldegalerie wurden im Zuge der Restaurierung nachträgliche Einbauten entfernt, sodass der Saal nun wieder in seiner ursprünglichen Form zu sehen ist. An den graugrünen Wänden hängen rund 100 Bilder von Künstlern wie Frans Snyders, Bernardo Bellotto, Christian Wilhelm und Ernst Dietrich.

Gold und Papiermaché schmücken die Räume

Die Festetage im Obergeschoss beherbergt die herrschaftlichen Wohnräume sowie den Goldenen Festsaal mit monumentalen korinthischen Säulen und kostbaren Kristallleuchtern. Auf der umlaufenden Galerie spielte damals die Hofkapelle. In den großzügigen Gästewohnungen hängen jetzt Tiergemälde des einstigen Hofmalers Jean-Baptiste Oudry. Historische Möbel geben einen Eindruck vom damaligen Wohnstil des Adels. Zur Ausstellung gehören auch eine Uhrensammlung und Schnitzereien aus Elfenbein. Doch nicht alles, was im Schloss glänzt, ist aus Gold. Schlagmetall und Papiermaché, sogenannter Ludwigsluster Carton, waren für den Herzog deutlich kostengünstiger.

Eine ganze Stadt im Barock-Look

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Ganz untypisch für Norddeutschland ist die Stadtkirche mit ihren Säulen im griechischen Stil.

Immerhin plante der Herzog mehr als nur ein Schloss. Die gesamte Stadt, einst ein kleines Dorf, wurde eine spätbarocke Anlage. Bis heute sind viele Elemente erhalten, wie die Stadtkirche oder die Allee zum Schloss. Ausgangspunkt für die Barockstadt war ein Jagdschloss von Herzog Christian Ludwig II., das dem Ort seinen Namen gab. Es stand ursprünglich vor dem heutigen Schloss, wurde jedoch abgetragen, nachdem Friedrich Franz seinen neuen Prachtbau bezogen hatte.

Gartenkunst im Wandel der Zeiten

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Viel Wasser und seltene Baumarten schmücken den riesigen Schlosspark.

Zu Schloss Ludwigslust gehört der größte Park Mecklenburg-Vorpommerns. Der Schlosspark wurde im Verlauf der Jahrhunderte je nach den Vorlieben der residierenden Herzöge verändert. Heute zeigt er sich mit prächtigen Alleen, Wasserspielen, einer Grotte sowie dem Schweizerhaus als offener Landschaftspark im englischen Stil. Sein Ursprung war ein deutlich kleinerer barocker Garten am einstigen Jagdschloss.

"Xavier" und "Herwart", die beiden Herbststürme 2017 haben den Schlosspark Ludwigslust auf etwa einem Viertel seiner Fläche schwer beschädigt. Der Park war monatelang aus Sicherheitsgründen für Besucher gesperrt. © NDR/Sabelli Film

Retten, was zu retten ist

NaturNah -

Der historische Schlosspark in Ludwigslust hat unter den Sturmtiefs "Xavier" und "Herwart" stark gelitten. Eine Mammutaufgabe für Gartenmeister Holger Bäthke und sein Team.

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NaturNah | 22.01.2019 | 18:15 Uhr

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