Stand: 16.04.2019 11:47 Uhr

Der verborgene Garten des Klosters Isenhagen

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Der Klostergarten mit seinen Beeten, Bäumen und Rasenflächen liegt versteckt hinter der Kirche und dem Haupthaus.

Hortensien und Rosen klettern üppig die Fachwerkfassade am alten Back- und Waschhaus empor, in den Gemüsebeeten wachsen Rhabarber, Kohl, Salat, Bohnen und Zucchini, auf einer Wiese stehen Apfel- und Kirschbäume: Der Garten des Klosters Isenhagen ist ein echtes Kleinod und das blühende Geheimnis des ehemaligen Zisterzienser- und späteren Nonnenklosters im Landkreis Celle. Gut versteckt liegt er hinter dem Haupthaus und der mittelalterlichen Kirche.

Rundgang durch Kloster Isenhagen

Obst- und Gemüsegarten zur Selbstversorgung

Mithilfe von Fördermitteln wurde der Garten Anfang der 2000er-Jahre nach historischen Plänen aus dem 18. Jahrhundert neu angelegt - als Nutzgarten zur Selbstversorgung des heutigen Damenstifts - ganz im Sinne früherer Klöster. Zuständig fürs Säen, Pflanzen und Ernten sind der Hausmeister und die Hauswirtschafterin, so Äbtissin Susanne Jäger. Aus den Früchten werden Marmeladen und Säfte hergestellt, das Gemüse eingemacht oder eingefroren. Die Tiefkühltruhen neben der Wohnküche sind gut gefüllt. "Davon leben wir auch im Winter", freut sich die Äbtissin. "Es ist wunderschön, wenn man weiß, dass das, was man mittags isst, im Garten gewachsen ist".

Sehenswert: Klosterkirche mit Flügelaltar

Die schlichte Klosterkirche stammt von 1345. Sie blieb ohne steinernes Gewölbe - vermutlich weil während der Bauzeit im Land die Pest wütete. Eine bemalte Balkendecke schließt den frühgotischen Backsteinbau stattdessen nach oben ab. Sehenswert sind der schöne geschnitzte Flügelaltar aus dem 15. Jahrhundert mit prachtvollen Malereien an den Rückseiten sowie die Kanzel.

Mit Einzug der Reformation wurde das Kloster 1540 in ein evangelisches Damenstift umgewandelt. Noch heute leben dort eine Äbtissin und mehrere Stiftsdamen in einer christlichen Gemeinschaft. Sie wissen den schönen Garten zu schätzen, nicht nur wegen der Nutzpflanzen. "Wenn das Wetter es zulässt, liege ich am liebsten im Garten und lese," erzählt die 96-jährige Elisabeth von der Decken, die seit 32 im Kloster zu Hause ist. "Ich habe einen Liegestuhl, der steht den ganzen Sommer da. In der Mittagspause gehe ich da hin."

Führungen für Besucher

Besucher können das Kloster, das auch über ein Museum verfügt, in Rahmen einer Führung besichtigen. Der Garten öffnet seine Tore für Interessierte zweimal jährlich - im Früh- und im Spätsommer. Die genauen Termine gibt das Kloster auf seiner Website bekannt.

Kloster Isenhagen

Klosterstraße 2
29386 Hankensbüttel
Tel. (05832) 313

Klosterführungen
1. April bis 15. Oktober
Dienstag bis Sonntag 14.30-17 Uhr

weitere Informationen auf der Website des Klosters

Karte: Hier liegt das Kloster Isenhagen

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 22.04.2019 | 12:30 Uhr

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