Stand: 29.03.2018 15:49 Uhr  | Archiv

Bunt und heiter: Hundertwassser-Bahnhof Uelzen

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Um den Charakter der denkmalgeschützten Fassade zu erhalten, durften die zwölf Säulen den Fries unter der Dachkante nicht verdecken.

Ein Bahnhof als Kunstobjekt und touristischer Anziehungspunkt - das gibt es nur in ganz wenigen Städten. Die kleine Stadt Uelzen am Rande der Lüneburger Heide gehört dazu: Seit seiner Eröffnung im Jahr 2004 zieht der Hundertwasser-Bahnhof jedes Jahr Zehntausende Touristen an, die den "schönsten Bahnhof der Welt" - so das Urteil etlicher Besucher - einmal ganz aus der Nähe bewundern wollen.

Begrünte Dächer, verglaste Kuppeln, schillernde Farben

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Geschwungene Linien und viel Tageslicht durch eine gläserne Dachkuppel verleihen dem Bahnhof eine freundliche Atmosphäre.

Der Wiener Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltete das denkmalgeschützte Gebäude im Rahmen eines Projekts für die Weltausstellung Expo 2000 in Hannover nach seinen Ideen um. Heraus kam ein Gebäude, das in seinen Farben und Formen einen besonderen Charme entwickelt. Bunten Säulen und goldenen Kugeln zieren die Fassade, auf den Dächern sprießen Sträucher. Im Inneren schmücken fantasievolle Mosaike und schillernde Farben das alte Bahnhofsgebäude von 1887. Gerade Linien finden sich kaum, alle Ecken sind gerundet. Eine Glaskuppel lässt das Tagesicht ins Innere und sorgt für eine freundliche Atmosphäre. Selbst der Besuch der Bahnhofstoiletten wird dank bunter Mosaiken und Ornamente zum Kunstgenuss.

Ein besonderes Expo-Projekt

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Charmante Details: Keine Säule gleicht der anderen.

Bei den Vorbereitungen auf die Expo 2000 gab es in Uelzen Ideen für zwei ganz unterschiedliche Projekte: die Sanierung des Bahnhofs und eine Hundertwasser-Ausstellung im nahe gelegenen Schloss Holdenstedt. Ein Leserbriefschreiber schlug vor, beide Vorhaben zu verknüpfen. Die Idee gefiel sowohl Hundertwasser als auch der Deutschen Bahn AG, und so entwarf der Künstler ein Modell als Vorlage für den Umbau - keine leichte Aufgabe, denn der Charakter des Backsteinbaus aus wilheminischer Zeit sollte erhalten bleiben. Zugleich waren die Handwerker gehalten, alle geraden Linien zu vermeiden und alle Ecken abzurunden. Hierfür mussten gültige Baunormen zum Teil außer Kraft gesetzt werden.

2004 war der zehn Millionen teure Umbau nach vier Jahren abgeschlossen. Hundertwasser selbst hat den Bahnhof nie gesehen. Er starb bereits 2002 auf einer Fahrt von seiner Wahlheimat Neuseeland nach Europa an Herzversagen.

Hundertwasser-Bahnhof

Der Verein Bahnhof 2000 Uelzen e.V. bietet täglich Führungen durch das Gebäude an.
Dauer: etwa 60 Minuten
Kontakt: Tel. (0581) 389 04 89

Karte: Uelzen
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