Stand: 21.05.2017 11:00 Uhr

Die Halligen: Wind, Wellen und Einsamkeit

Sehenswertes auf Hallig Hooge

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Tourismus ist der Haupterwerbszweig auf der Hallig Hooge.

Hallig Hooge ist die zweitgrößte und bekannteste Hallig. Knapp zwölf Kilometer lang ist der Weg, der auf dem Deich einmal um das Eiland herumführt. Im Sommer kommen rund 800 Tagesbesucher mit der Fähre auf die Insel. Die Überfahrt ab Schlüttsiel dauert gut eine Stunde. Wer möchte, kann auch länger bleiben und seinen Urlaub mitten im Wattenmeer verbringen. Es gibt verschiedene Unterkünfte mit insgesamt mehr als 500 Betten - vom Privatzimmer bis zum kleinen Hotel.

Eine eigene Welt: Blick auf die Halligen

Auf der Hanswarft, mit Panoramablick auf das Watt, liegt die Schutzstation Wattenmeer. Besucher können sich dort in einer Wattwerkstatt, einem Gezeitenbecken und der Ausstellung "Mensch und Watt" umfassend informieren. Weitere Sehenswürdigkeiten sind das Heimatmuseum, die Halligkirche aus dem 17. Jahrhundert auf der Kirchwarft und der sogenannte Königspesel auf der Hanswarft.

Unterkunft für den König

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Die holländischen Fliesen im Königspesel tragen meist biblische Motive.

Die Friesenstube im 1776 erbauten Kapitänshaus von Tade Hans Bendix zeigt ein Stück friesische Wohnkultur und zeugt vom Wohlstand der Seefahrer-Ära. Sogar der dänische König Friedrich VI. soll hier eine Nacht geschlafen haben, nachdem er 1825 bei einer Besichtigungstour von einer Sturmflut überrascht wurde. Seitdem heißt die gute Stube Königspesel. Der Raum ist mit blau-weißen Fliesen verkleidet und steht unter Denkmalschutz. Auch das Mobiliar ist original erhalten geblieben. Alles Notwendige wie zum Beispiel das Bett oder ein Schrank für Geschirr sind in den Wänden eingebaut.

Selbst einen Kinosaal hat Hallig Hooge zu bieten. Dort laufen allerdings keine Hollywood-Streifen, sondern ein Film über Sturmfluten.

Die Entstehung der Halligen

Die Entstehungsgeschichte der einzelnen Halligen ist sehr unterschiedlich. Einige wurden durch den Wechsel von Flut und Ebbe aufgeschwemmt, andere bestehen aus Resten des Festlandes oder von Inseln, die früheren Sturmfluten standgehalten haben. Vor allem zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert kam es häufig zu besonders starken Sturmfluten. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich ein mehr oder weniger geschlossenes und von Menschen kultiviertes Marschland im Gebiet der heutigen Halligen. Doch die Sturmfluten, besonders die "Grote Mandränke" von 1362, trugen massenhaft Sedimente ab und zerrissen das Marschland.

Wind, Wellen und der Mensch haben in den vergangenen Jahrhunderten diese Landschaft weiter verändert. Heute sind von den etwa 100 Halligen, die es im Mittelalter gegeben haben soll, nur noch zehn übrig. Die meisten Halligen sind im Laufe der Geschichte Opfer der Fluten geworden oder durch Eindeichung "landfest" gemacht worden, so zum Beispiel der heutige Haupthafen in Dagebüll. Andere wuchsen zusammen, so etwa Nordmarsch, Butwehl und Langeneß - sie wurden 1802 zu der heute noch bestehenden Hallig Langeneß.

Weitere Informationen und Tipps für einen Besuch bietet die Website der Halligen.

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Dieses Thema im Programm:

die nordstory | 02.11.2018 | 20:15 Uhr

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Sie sind klein, flach und liegen mitten in der Nordsee: Die Halligen gehören zu Deutschlands einsamsten Orten. Was wissen Sie über die Mini-Inseln? Testen Sie es im Quiz! Quiz

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