Stand: 20.07.2018 12:45 Uhr

Amrum: Kleine Insel, riesiger Strand

Kein Flugplatz, kein Golfplatz, keine Szene-Bars, dafür kilometerlanger Strand, eine urwüchsige Dünenlandschaft und freie Sicht bis zum Horizont - auf Amrum steht die Natur im Mittelpunkt. Die nordfriesische Insel ist ideal, um einmal völlig abzuschalten. Schon die Anreise, die nur mit dem Schiff möglich ist, sorgt für Entspannung: Rund zwei Stunden dauert die Überfahrt vom Festland durch das Wattenmeer, vorbei an den Halligen und der Nachbarinsel Föhr.

Fahrradfahrer auf Amrum.

Strandreiten und Rad fahren auf Amrum

Nordtour -

Entspannen und Entschleunigen auf der kleinsten nordfriesischen Insel: Amrum lässt sich am besten mit dem Fahrrad erkunden – oder beim Ausritt ins Watt mit dem Pferd.

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Strand bis zum Horizont

Amrums vielleicht größte Attraktion ist der Kniepsand, ein feinsandiger Strand, der mit zwölf Kilometern Länge und bis zu zwei Kilometern Breite zu den eindrucksvollsten an der Nordseeküste zählt. Etwas abseits der wenigen Hauptstrände mit Badeaufsicht, Kiosk und Strandkörben ist man dort selbst in der Hauptsaison fast allein. Scheinbar endlos erstreckt er sich bis zum Horizont. Noch bis Mitte der 60er-Jahre war der Kniepsand eine der Insel vorgelagerte Sandbank, mittlerweile ist er mit der Insel zusammengewachsen.

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Etliche Bohlenwege ziehen sich durch die Dünenlandschaft Amrums.

Hinter dem Strand beginnt die weitläufige, weitgehend naturbelassene Dünenzone mit bis zu 32 Meter hohen Sandbergen. Lohnend ist ein Spaziergang über die vielen Holzbohlenwege, die mitten durch die Dünenlandschaft führen. Von mehreren Aussichtsdünen schweift der Blick weit über Insel und Meer.

Amrums Natur auf der Spur

In der Inselmitte wechseln sich Wald, Wiesen und Heidelandschaften ab, von Wander- und Radwegen durchzogen. Im Norden, Süden und Osten grenzt die Insel an das Wattenmeer. Wattwanderungen vor der Küste, zur Nachbarinsel Föhr oder zu einer nahe gelegenen Seehundbank gehören zu den besonderen Naturerlebnissen, die die Insel zu bieten hat.

Ob am Strand oder beim Spaziergang durch die Dünen: Die Rufe der Möwen sind immer zu hören. An der Nordspitze Amrums liegt mit der Odde ein Natur- und Vogelschutzgebiet. In den Dünen brüten Möwen, Seeschwalben und Eiderenten, mit etwas Glück lassen sich am Strand auch Kegelrobben und Seehunde beobachten. Der Verein Jordsand bietet regelmäßig Führungen durch das Schutzgebiet an.

Wahrzeichen mit Aussicht: Der Leuchtturm von Amrum

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Schön anzusehen und ein lohnendes Ausflugsziel: der gestreifte Leuchtturm.

Egal, wo man auf Amrum unterwegs ist, früher oder später kommt das Wahrzeichen der Insel in Sicht: der Amrumer Leuchtturm, der 1872 auf einer Düne im Südwesten gebaut wurde und noch immer in Betrieb ist. Mit 42 Metern ist er einer der höchsten an der norddeutschen Nordseeküste. Der ursprünglich rot-braune Steinturm erhielt 1952 den heutigen rot-weißen Anstrich. 297 Stufen führen vom Fuß der Düne auf eine Aussichtsplattform mit Rundbalkon, die in der Saison von Montag bis Freitag vormittags für Besucher geöffnet wird. Von oben bietet sich eine herrliche Aussicht auf Amrum, die Nachbarinseln und die Nordsee.

Einkaufen und promenieren in Wittdün

Auf Amrum gibt es fünf Dörfer. An der Südspitze liegt mit Wittdün das Tor zur Insel. Dort kommen die Fährschiffe vom Festland und den Nachbarinseln an. Wittdün ist zugleich der geschäftigste Ort mit Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten, einer Jugendherberge und Cafés. Eine Strandpromenade führt um die Südspitze der Insel.

Inselspaziergang auf Amrum

Etwas außerhalb des Ortes in nördlicher Richtung befindet sich ein Schwimmbad mit Wellenbad und Sauna. Etwa auf gleicher Höhe liegt auf der Wattseite der Insel der Fischer- und Seezeichenhafen, in dem Krabbenkutter, Yachten und Ausflugsschiffe vor Anker liegen.

Steenodde: Frischer Fisch vom Kutter

Ein Fuß- und Radweg führt von dort zu dem kleinen Ort Steenodde im Osten der Insel. Am Anleger können Urlauber regelmäßig fangfrischen Fisch und Krabben vom Kutter kaufen. Archäologisch interessant sind die frühgeschichtlichen Grabhügel. Der mit 4,50 Metern Höhe und einem Durchmesser von 26,5 Metern größte heißt Eesenhuuch und stammt aus der Bronzezeit. Auch eine Gruppe von insgesamt 88 Hügeln aus der Wikingerzeit ist noch gut zu erkennen.

Süddorf: Kleiner Ort mit Friesenflair

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Die Inselorte Nebel und Süddorf haben sich mit ihren hübschen Friesenhäusern viel von ihrem Charme bewahrt.

Nur wenige Hundert Meter weiter liegt die kleine Ortschaft Süddorf mit mehreren hübschen Friesenhäusern. Berühmtestes Gebäude ist hier das Geburtshaus von Hark Olufs (1708-1754). Der gebürtige Amrumer geriet als junger Matrose bei einem Piratenüberfall vor Nordafrika in Gefangenschaft und wurde als Sklave verkauft. Später gelang es ihm, beim algerischen Militär Karriere zu machen und als reicher Mann auf seine Heimatinsel zurückzukehren, wo er auf dem Nebeler Friedhof begraben liegt. Auf dem Grabstein ist ein kurzer Abriss seines abenteuerlichen Lebens zu lesen.

Malerisch und romantisch: Nebel

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Die Kirche von Nebel auf Amrum

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Die Kirche St. Clemens im Amrumer Ort Nebel ist Gotteshaus und Museum in einem, ein Platz voller Geschichten und Erinnerungen. Video (03:29 min)

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Die mehr als 800 Jahre alte St. Clemens-Kirche beherbergt einen sehenswerten Flügelaltar.

Die "sprechenden Grabsteine" auf dem Friedhof sind eine der Attraktionen des malerischen Dorfes Nebel. Auf den Steinen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert sind die Lebensgeschichten von Seefahrern und Walfängern und ihren Reisen bis ins Polarmeer eingemeißelt. Lohnend ist auch ein Besuch der weiß getünchten St.-Clemens-Kirche, die einige interessante Kunstwerke beherbergt. Dazu zählen der Taufstein aus dem 13. Jahrhundert, die Kanzel und der Flügelaltar. Bekannt ist Nebel aber vor allem für seine schönen, reetgedeckten Friesenhäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, an deren Wänden im Sommer blühende Rosen ranken. Die ältesten Häuser haben sehr niedrige, nach Norden ausgerichtete Türen. Das "Öömrang Hüs" von 1736 - einst Kapitänshaus, heute Museum - ist eines davon.

Am südlichen Ortsrand von Nebel steht eine alte holländische, noch voll betriebsfähige Windmühle, die heute ein Heimat- und Mühlenmuseum beherbergt sowie wechselnde Ausstellungen zeigt. Ein besonderer Ort der Stille liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite: der Friedhof der Heimatlosen. Dort haben unbekannte, von der Nordsee angespülte Tote ihre letzte Ruhe gefunden.

Kurort mit breitem Strand: Norddorf

Der nördlichste Ort Amrums ist, wie der Name schon deutlich macht, Norddorf. In dem kleinen Ort finden Urlauber neben einigen Einkaufsmöglichkeiten Restaurants, Cafés sowie das einzige Kino der Insel. Der breite Strand ist von der Ortsmitte über einen Fußweg in etwa zehn bis 15 Minuten zu erreichen. In einem kleinen Naturzentrum am Strandweg können Besucher in Aquarien und auf Schautafeln Interessantes über die Natur der Insel und den Lebensraum Wattenmeer erfahren. In Norddorf gibt es mehrere moderne Kureinrichtungen. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts hatte der bekannte Pastor Friedrich von Bodelschwingh dort mehrere Seehospize eingerichtet und damit den Aufstieg des Dorfes zum Kurort eingeleitet.

Unterwegs auf Amrum

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Praktisch für den Transport zum Strand sind Bollerwagen.

Wer Amrum genauer erkunden möchte, kann das Auto stehen lassen - nicht nur der lange Strand, auch die übrige Naturlandschaft der Insel lässt sich am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden. So sind die Zugänge zu den Dünenwegen meist nur ohne Auto zu erreichen. Räder kann man sich bei mehreren Anbietern leihen. Da die Insel relativ klein ist, sind die Strecken kurz und auch für Kinder gut zu bewältigen. So ist der Weg von Wittdün im Süden bis nach Norddorf nur etwa neun Kilometer lang. Eine Rundtour, die auf dem Hinweg über Weiden und Wiesen im Osten der Insel und zurück durch den Wald im Westen führt, kommt auf etwa 22 Kilometer. Auf der Nord-Süd-Strecke verkehren außerdem regelmäßig Busse.

Vor allem für Familien sind die Bollerwagen praktisch, die beim Fahrradverleih oder am Strand vermietet werden, zum Teil aber auch in den Unterkünften kostenlos zur Verfügung stehen. Mit ihnen lassen sich Handtücher, Strandmuscheln und Schaufeln bequem über die oft weiten Wege zum Strand transportieren - von der Ortsmitte von Nebel etwa sind es rund drei Kilometer zur Nordsee.

Anreise

Nach Amrum kommt man ausschließlich per Fähre entweder von Dagebüll, von Schlüttsiel oder von Hörnum auf Sylt. Wer sein Auto nicht mit auf die Insel nehmen möchte, kann es in Dagebüll auf einem der kostenpflichtigen Parkplätze abstellen. Wer mit der Bahn anreist, fährt direkt zum Hafen Dagebüll. Einen Flughafen gibt es auf Amrum nicht.

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Dieses Thema im Programm:

21.07.2018 | 18:00 Uhr

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