Stand: 16.07.2018 09:18 Uhr  | Archiv

Wind, Wellen und ein Wal: Wangerooge im Sommer

von Markus Lobsien

Der Wind rüttelt am Mikrofon. Eine Bö nach der anderen wirft sich gegen Wangerooges Strand. Gut, dass die Insel von Dünen im Westen und einem nagelneuen Deich im Osten geschützt ist. Es soll auch windstille, ruhige Sommertage geben. Das Wetter beim Besuch von NDR 90,3 Reisereporter Markus Lobsien ist alles andere als das.

Morgens um 3.50 Uhr: Treffen mit der Wattführerin Inga Blanke. Sie steht im Friesennerz vor den müden Gästen, das rote Haar ist hochgesteckt. "Passt mit den Gummistiefeln auf, hier steckt ihr schnell fest", ruft sie noch, dann geht es los. Eigentlich soll der Sonnenaufgang im Watt erlebt werden, doch der fällt heute aus. Ein schmutzig-grauer Himmel, dazwischen Regenschauer. Gegen fünf Uhr zeigt sich mal ein heller Streifen, das war der Sonnenaufgang. Schade. Aber dennoch ein wirklich urwüchsiges Erlebnis, noch lange vor dem Frühstück Salz auf den Lippen zu schmecken, sich gegen den Wind zu stemmen und den Austernfischern beim Aufstehen zuzusehen - das ist Nordsee pur.

Krabbenpulen wie die Profis: Drücken oder drehen?

Station bei Bernd Kubiak: Er hat ein Fischrestaurant in der Fußgängerzone des "Hauptdorfs". Ein großer Berg ungepulter Krabben steht vor den Gästen. Etwa 120 Gramm reines Krabbenfleisch sollten dabei rauskommen, sagt er. Bei den meisten Gästen am Tisch werden es eher 50 bis 80 Gramm. Aber wie macht man es nun richtig? "Drücken und hinten abziehen", sagt Bernd Kubiak. Stimmt nicht, sagen andere am Tisch: entgegengesetzt drehen, dann Schwanz abziehen. Das Ergebnis: Beides geht. Bernd Kubiak grinst und serviert eine Scheibe Brot, dann die gepulten Krabben rauf und darüber ein Spiegelei. Genial einfach und lecker.

Manchmal gibt es auch Quallen

Ohrenquallen, um genau zu sein. Bei ordentlich Westwind werden sie schon mal an den Badestrand Wangerooges gespült - Tausende von ihnen. Sie sind ungefährlich, nesseln nicht und vertrocknen an der Luft. Beim Baden sind sie allerdings etwas unangenehm im Wasser. Aber kein Grund zur Aufregung.

Kurverwaltung Wangerooge

Nordseeheilbad Wangerooge
Gästeservice
Obere Strandpromenade 3
26486 Wangerooge
Telefon: 0 44 69 - 9 90
Fax: 0 44 69 - 9 91 14
E-mail: kurverwaltung@wangerooge.de
Internet: www.wangerooge.de

Anreise ab Hamburg dauert schon ein bisschen ...

Die Anreise nach Wangerooge: Mehr als sechs Stunden ab Hamburg sollte man mit Bus und Bahn schon einrechnen. Die Fähren zur autofreien Insel fahren tideabhängig: Da fällt auch schon mal eine wegen Niedrigwassers aus. Am besten klappt die Anreise ab Hamburg über Bremen und dann in einem Bus, der gezielt ab Bremen ZOB alle Häfen an der ostfriesischen Küste anfährt. Achtung: Obwohl Fähre und Inselbahn Wangerooges zur Deutschen Bahn gehören, muss das Busticket unbedingt separat reserviert und gezahlt werden. Die Koffer müssen übrigens bei der Abreise in Harlesiel aufgegeben werden, nur kleine Handkoffer dürfen mit in den Gastraum der Fähre. Dieser erforderliche Gepäckservice kostet 6,50 Euro pro Koffer und ist nicht verhandelbar. Bei Ankunft auf Wangerooge werden die Gepäckstücke aus der Inselbahn geladen und jeder nimmt sich seines aus dem Transportcontainer.

Weitere Informationen
Küstenlandschaft mit Leuchtturm im Hintergrund (Blick von der Nordseite der Insel Minsener Oog auf Wangerooge). © NDR Foto: Heinz Schaa

Wangerooge: Eine Insel wie ein Seepferdchen

Aus der Luft gesehen ähnelt das autofreie Wangerooge einem Seepferdchen. Wichtigstes Verkehrsmittel ist die Inselbahn, die Urlauber von der Fähre ins Zentrum bringt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | Reise, Reise | 18.07.2018 | 20:00 Uhr

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