Stand: 15.02.2019 09:14 Uhr

Norderney: Seebad mit Charme und Geschichte

"Norder neye Oog" - Nordens neue Insel - so wurde Norderney früher genannt. Geologisch gesehen ist das Eiland die jüngste der Ostfriesischen Inseln. Gleichzeitig ist sie das älteste deutsche Nordseebad, gegründet 1797. Daher gibt es auf Norderney neben der abwechslungsreichen Natur und dem langen Strand auch sehenswerte historische Gebäude.

Weiter Sandstrand, am Horizont einige Menschen © NDR

Landpartie: Vorsaison auf Norderney

Landpartie - Im Norden unterwegs -

Heike Götz ist in der Vorsaison auf Norderney. Sie trifft viele interessante Menschen, die auf der ostfriesischen Insel eine Heimat gefunden haben. Alle teilen die Leidenschaft für das Meer.

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Mit 14 Kilometern Länge und bis zu 2,5 Kilometern Breite ist Norderney die zweitgrößte Ostfriesische Insel. Hauptort Norderneys ist die gleichnamige Stadt mit rund 6.000 Einwohnern im Westen. Dort befinden sich sowohl der Fähranleger als auch viele Geschäfte, Restaurants, ein Brauhaus sowie das Meerwasserbad mit Thalassozentrum und Sauna. Der Rest der Insel ist kaum bebaut und bewohnt, große Teile gehören zum Nationalpark Wattenmeer, einige stehen unter Naturschutz.

Kurhaus, Dünencafé und Leuchtturm

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Fast alle Rad- und Wanderwege führen auf Norderney zum Leuchtturm.

Zu den historischen Bauten gehört das sogenannte Conversationshaus aus dem 19. Jahrhundert. Das ehemalige Kurhaus beherbergt heute unter anderem die Tourist-Information, eine Bibliothek und einen schönen Leseraum mit Kamin. Ein weiteres sehenswertes Bauwerk ist der alte Leuchtturm. Mit 54 Metern Höhe überragt der von 1871 bis 1874 errichtete Backsteinbau alle anderen Gebäude auf der Insel. 254 Stufen führen vom Sockel bis zur Aussichtsplattform an der Turmspitze. Das Besondere: Die Leuchtfeuerlinse stammt aus Frankreich und dreht sich links herum, was in Deutschland einzigartig ist. Eine Glaskuppel ermöglicht den freien Blick auf die technische Anlage. Turm und Aussichtsplattform sind von April bis Oktober täglich geöffnet.

Weitere historische Gebäude sind die Windmühle "Selden Rüst" von 1862, in der sich heute ein Restaurant befindet sowie die sogenannte Marienhöhe. Dabei handelt es sich um einen Pavillon der im 19. Jahrhundert für Königin Marie von Hannover auf einer Düne errichtet wurde und heute ein Café beherbergt.

Historisches im Heimat- und Bademuseum 

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Badeurlaub anno 1910: Damals waren die Badekarren für die Kurgäste unerlässlich.

Wer sich für die Geschichte und Traditionen Norderneys interessiert, ist im Fischerhaus richtig. Das Heimatmuseum in der Nähe des Weststrandes zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie die Insulaner einst gelebt haben und hat von März bis Oktober geöffnet. Über die Reise- und Badekultur vergangener Zeiten informiert das Bademuseum, das neben einer Dauerausstellung auch Sonderschauen zeigt. Interessierte können es ganzjährig mittwochs und sonnabends besuchen.

Der Ausrufer informiert

Wo ist der nächste Bäcker und wie komme ich am schnellsten zum Strand? Auf diese und andere Fragen weiß der "Ausrufer" stets eine Antwort. In den Sommermonaten läutet er jeden Vormittag seine schwere Messingglocke und versorgt Urlauber wie Einheimische mit lauter Stimme mit den neuesten lokalen Nachrichten und der Wettervorhersage. Dieser sehr spezielle Beruf hat auf der Insel eine lange Tradition.

Nationalparkhaus informiert über das Watt

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Das Watt als Vorbild: Das Nationalparkhaus hat eine geriffelte Außenfassade.

Urlauber sollten einen Ausflug in den Nationalpark Wattenmeer nicht versäumen - am besten unter fachkundiger Führung. Das Nationalparkhaus Watt Welten am Hafen informiert in einer Ausstellung über das Wattenmeer. Dort erfahren Besucher nicht nur, welche besonderen Tiere und Pflanzen im Nationalpark leben und wachsen, sondern auch, welche Probleme es gibt, etwa mit Müll und Windkraftanlagen auf See.

Aktivurlaub in der Natur

Der lange Sandstrand ist im Sommer ein reizvolles Ziel für Sonnenhungrige und lädt zu jeder Jahreszeit zu ausgedehnten Spaziergängen ein. Im Westen bietet eine hölzerne Aussichtsplattform einen schönen Blick über Strand und Dünen. Rund 80 Kilometer Rad- und Wanderwege führen durch die vielfältige Landschaft, die auch Salzwiesen und mehrere Wäldchen zu bieten hat. Viele Wege kommen am Leuchtturm in der Mitte der Insel vorbei.

Als weiteres beliebtes Wanderziel gilt das Wrack eines Muschelbaggers im äußersten Osten der Insel Norderney. Er wurde 1968 zum Freischaufeln eines festsitzenden Schiffes genutzt und strandete dabei selbst. Das Wrack ist nicht zu verfehlen: Spaziergänger erreichen es über den einzigen zulässigen und markierten Weg durch diesen Inselteil.

Thalasso: Behandlungen mit Wasser und Algen

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Entspannung mit heißen Steinen oder der Heilkraft aus dem Meer - im Thalassozentrum ist beides möglich.

Bei vielen Gästen ist Norderney vor allem wegen seines großen Thalasso-Zentrums beliebt. Neben verschiedenen Meeralgen-Behandlungen, Schlamm-Bädern und Inhalationen bietet es einen großen Saunabereich sowie mehrere kalte und warme Bäder (wegen Umbauarbeiten sind Teile des Bades bis 22. März 2019 vorübergehend geschlossen). Auch Bewegung an der frischen Meeresluft gehört dazu, etwa auf den zehn Thalasso-Kur-Wegen der Insel mit 1,8 bis gut 13 Kilometern Länge.

Norderney: Ein Inselporträt in Bildern

Anreise

Wer mit dem Auto anreist, fährt bis Norddeich-Mole und kann sein Auto dort entweder abstellen oder es mit nach Norderney nehmen. Bahnreisende fahren mit Regionalzug oder IC ebenfalls bis Norddeich-Mole. Von dort fahren mehrmals täglich Fähren nach Norderney. Die Überfahrt dauert 45 bis 60 Minuten. Auf Norderney verkehren Linienbusse.

Möglich ist es auch, von Norddeich nach Norderney zu fliegen.

Karte: Sehenswertes auf der Insel Norderney
Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Landpartie - Im Norden unterwegs | 17.02.2019 | 20:15 Uhr

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