Stand: 18.06.2020 15:45 Uhr  - die nordstory

Juist - Zauberland in der Nordsee

Juist gründet auf Sand - keine gute Basis, um Ackerbau zu betreiben. Dieser Tatsache verdankt die schmale Ostfriesische Insel ihren Namen, denn im Friesischen bedeutet "güst" unfruchtbar. Inzwischen sind die langen Sandstrände längst das Kapital der Insulaner und locken Tausende Urlauber an. Aus dem öden Landstrich wurde das "Töwerland" - ein Zauberland.

Juist - Leben auf Deutschlands schönster Sandbank

die nordstory -

Die mondäne Urlaubsinsel Juist hat einiges zu bieten, allein schon 17 Kilometer Sandstrand. Die nordstory zeigt die Sehenswürdigkeiten des Kleinods im niedersächsischen Watt.

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Erholung am kilometerlangen Strand

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Der weiße Sandstrand von Juist zieht sich an der gesamten Inselküste entlang.

Besuchern bietet Juist autofreie Erholung ohne Hektik und Abgase. Da die Fähren wegen der Tide nicht so oft verkehren können wie etwa zur Nachbarinsel Norderney, kommen nur wenige Tagesgäste und die Insel ist nie überlaufen. Juist ist nur knapp 500 Meter breit, aber 17 Kilometer lang. Genauso lang ist auch der weiße Sandstrand. Er ist frei von Buhnen und damit ideal für lange Spaziergänge, Läufe ohne Hindernisse oder andere Sportarten. Ein Muss für jeden Besucher ist ein Spaziergang zur Bill. Das große Sandriff liegt am Westende der Insel - dort, wo Nordsee und Wattenmeer aufeinandertreffen. Die Bill besteht aus mehreren großen Sandbänken, die von Prielen durchzogen sind. Bei Ebbe bietet sie ein besonders beeindruckendes Bild - das einer riesigen Sandwüste.

Inselorte und Sehenswürdigkeiten auf Juist

Auf der Insel gibt es zwei Orte: den Hauptort Juist am Hafen, auch das Dorf genannt, und weiter westlich Loog, was auf Friesisch ebenfalls Dorf bedeutet. Die Insel ist ein staatlich anerkannter Kurort mit vielfältigem Kurangebot. Die staubfreie, salzhaltige Luft ist besonders gesund für die Atemwege. Im Hauptort befinden sich neben dem Fährhafen und einem Anleger für Sportboote ein Kurhaus mit Thalasso-Zentrum, außerdem Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Bei schlechtem Wetter lockt dort ein Meerwasser-Erlebnisbad mit 32 Grad warmem Nordsee-Wasser, Whirlpools und Strandsauna.

Leuchtturm ohne Zulassung

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Der 17 Meter hohe Turm am Hafen bietet eine gute Aussicht auf das Wattenmeer.

Markanter Punkt und Sehenswürdigkeit ist der Leuchtturm Memmertfeuer am Hafen, der eine kuriose Geschichte hat: Als das Leuchtfeuer 1986 auf der Nachbarinsel Memmert demontiert wurde, gründete sich eine Interessengemeinschaft zu dessen Erhaltung. 1992 wurde ein Turm am Hafen errichtet und die alte Laterne dort eingebaut. Seitdem strahlt das Memmertfeuer bei Dunkelheit längs über die Insel, Wattenmeer und Nordsee dürfen nicht bestrahlt werden, da der Leuchtturm kein offizielles Seezeichen ist. In den Sommermonaten können Besucher zu einer kleinen Aussichtsplattform auf dem Turm steigen.

Markantes Seezeichen an der Hafeneinfahrt ist ein 17 Meter hohes, weißes Stahlgerüst in Form einer treibenden Boje mit mehreren Aussichtsplattformen.

Ein Wald mit seltenen Bäumen

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Kontrast zum langen Sandstrand: Durch das Wäldchen der Insel führt ein Wanderweg.

Da Juist ständigem Wind ausgesetzt ist, gibt es hier nur wenig Baumbestand. Eine Ausnahme bildet das Wäldchen - ein Naturschutzgebiet westlich des Hammersees. Dort ließ der Biologe Otto Leege in den 1920er-Jahren mehr als 50.000 windresistente Bäume anpflanzen, darunter so seltene wie Schwarzerle und Karpatenbirke. Durch das Wäldchen, in dem auch Rotwild lebt, führt ein Wanderweg. Außerdem gibt es eine Aussichtsplattform.

Zu den landschaftlichen Besonderheiten der Insel gehört der Hammersee, der größte Süßwassersee der Ostfriesischen Inseln. Er entstand 1932, als der Dünendeich vor der Hammerbucht gebaut wurde. Spaziergänger können den See, der Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen ist, auf einem Wanderweg umrunden.

Pralles Leben im Nationalpark Wattenmeer

Das Gebiet um Juist und die Insel selbst sind Teil des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Durch Ebbe und Flut bietet das Watt Kleintieren wie Krebsen oder Schnecken einen idealen Lebensraum und Vögeln einen reich gedeckten Tisch.

Ausflug ins Vogelparadies Memmert

Für Naturinteressierte lohnt sich während der Sommermonate ein Ausflug mit dem Schiff zur kleinen Insel Memmert, einer Vogelschutzkolonie. Sie war ursprünglich eine Sandbank und wurde durch Anpflanzung von Strandhafer zur Vogelinsel. Seit 1907 ist sie und gehört seit 1986 zur Schutzzone I des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer. Nach Ende der Brut- und Aufzuchtzeit der Vögel dürfen kleine Besuchergruppen Memmert an ausgewählten Tagen besuchen. Der Vogelwart, der ständig auf der Insel lebt, holt sie am Schiff ab und führt sie herum. Tickets für den begehrten Ausflug gibt es beim Nationalpark-Haus.

Küstenmuseum und Nationalparkhaus

Im Nationalpark-Haus im alten Bahnhof vermittelt eine Ausstellung Wissenswertes über den Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Außerdem werden Vorträge und naturkundliche Wanderungen angeboten.

Größte Sehenswürdigkeit im Loog ist das Küstenmuseum. Wer etwas über die bewegte Geschichte der Insel erfahren möchte oder sich für Schifffahrt, Seezeichen, Fischerei und die Inselbotanik interessiert, wird dort umfassend informiert. Einen freien Blick auf Nordsee, Wattenmeer und Hammersee bietet die Aussichtsplattform "Dree Water Uitkiek" am Strandaufgang.

Typisch Juist: Pferdewagen statt Autos

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Mit zwei PS auf der Insel unterwegs: Pferdetaxis bringen Urlauber ans Ziel.

Nur Rettungsdienste und die Post dürfen auf Juist Autos benutzen. Selbst Umzüge, Müllabfuhr oder Warenlieferungen werden mit Pferdewagen erledigt. Ein Pferdetaxi holt Urlauber von der Fähre oder dem Flughafen ab und steht für Fahrten über die Insel bereit. Es gibt Kutschen, Planwagen und Busse. Pferde werden auf der Insel bereits seit mehreren Hundert Jahren gezüchtet und haben im Laufe der Zeit viele kuriose Wagen und Kutschen gezogen. Einige Bespiele zeigt die Sammlung der Familie Munier. Sie kann auf Anfrage kostenlos besichtigt werden (Telefon 04935/392).

Die junge Insel wandelt sich

Die Insel Juist ist erst gut 2.000 Jahre alt. Häufige Sturmfluten sowie Versandungen haben das Erscheinungsbild mehrfach stark verändert. Bei der großen Sturmflut des Jahres 1651 etwa wurde die Insel geteilt, lange Zeit mussten die Einwohner auf zwei getrennten Eilanden leben. Erst gute 200 Jahre später (1877) wurden Dünen angelegt und so der Durchbruch an der Südseite geschlossen. 1932 folgte der Bau eines Dünendeichs an der zur offenen See gewandten Nordseite.

Anreise

Vom Festland aus ist Juist mit der Fähre oder mit dem Flugzeug zu erreichen. Die Fähren verkehren tideabhängig, weil das Juister Watt Überfahrten nur bei Hochwasser zulässt. Deshalb ist es maximal zweimal am Tag möglich, die Insel anzulaufen. Wer mit dem Auto anreist, fährt bis Norden-Norddeich und kann dort seinen Wagen auf einem bewachten Parkplatz abstellen. Bahnreisende fahren mit dem IC oder Regionalbahn bis Norddeich/Mole und steigen dort auf die Fähre um. Die Überfahrt dauert etwa 90 Minuten.

Eine Alternative ist die Anreise mit dem Flugzeug. Die sogenannten Inselflieger starten ebenfalls in Norddeich.

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Dieses Thema im Programm:

die nordstory | 19.06.2020 | 14:15 Uhr

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