Stand: 26.03.2019 16:55 Uhr

Eutin: Altstadtflair und ein Schloss am See

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Der Marktplatz mit den weißen Häuserzeilen ist ein beliebter Treffpunkt.

Malerisch an den Ufern zweier Seen gelegen, ist Eutin mit seiner gut erhaltenen Altstadt und dem trutzigen Schloss ein sehenswertes Ausflugsziel. Das 17.000-Einwohner-Städtchen gilt heute wie einst als kultureller Mittelpunkt der Holsteinischen Schweiz.

Die romanische St.-Michaelis-Kirche mit dem schiefen Turm aus dem 12. Jahrhundert, schöne Fachwerkhäuser und stattliche klassizistische Bauten lassen Besucher in der Altstadt einen Hauch der einstigen Noblesse spüren. Am großen Marktplatz stehen das Rathaus von 1791 und die Hofapotheke von 1635. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, steigt auf den 38 Meter hohen Wasserturm nordwestlich des Zentrums und kann von dort über die hügelige Seenlandschaft bis zur Ostsee blicken.

Blick auf das Eutiner Schloss. © imago/imagebroker/IngeborgxKnol

Auf Schloss-Tour in Plön und Eutin

Nordtour -

Das frisch sanierte Eutiner Schloss am Großen Eutiner See ist jetzt wieder zu besichtigen. Das Plöner Schloss können Besucher nur nach Voranmeldung besichtigen.

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In der Vorweihnachtszeit erstrahlt die Altstadt in bunten Farben. Lichtkünstler setzen die Fassaden der historischen Gebäude im Rahmen der Aktion Lichterstadt mit Hunderten Lampen in Szene.

Ein Schloss voller Kunst

Vom Zentrum sind es nur wenige Schritte zur bekanntesten Sehenswürdigkeit der Stadt, dem Schloss direkt am Großen Eutiner See. Das Eutiner Schloss, vom 13. bis zum 16. Jahrhundert immer weiter ausgebaut und nach einem Brand Ende des 17. Jahrhundert neu errichtet, ist heute zum größten Teil Museum. Es präsentiert das Leben im Schloss im 18. Jahrhundert, der Zeit der Fürstbischöfe. Ein Rundgang führt durch prächtige barocke Salons und Säle mit vielen Original-Möbeln und Gemälden. Zu den Schätzen des Museums gehört auch eine Sammlung wertvoller Hörner, die die Entwicklung dieses Klanginstruments dokumentieren. Im ehemaligen Marstall ist das Ostholstein-Museum untergebracht, in dem unter anderem Kunsthandwerk aus Silber und Zinn aus mehreren Jahrhunderten sowie Landschaftsgemälde zu sehen sind. Dort hängen auch einige Gemälde des Goethe-Freundes Johann Heinrich Wilhelm Tischbein.

Der Schlossgarten lädt zum Bummeln ein

Der prächtige Schlossgarten wurde bereits im frühen 17. Jahrhundert angelegt, zunächst als Garten im "holländischen Stil". Später ließ ihn Fürstbischof Christian August zu einem Lustgarten nach Versailler Vorbild erweitern. Ab 1787 erfolgte unter Herzog Friedrich Ludwig eine erneute Umgestaltung zum englischen Landschaftsgarten in seiner heutigen Form. In der Parkanlage am Wasser lässt sich damals wie heute bummeln, etwa in der 200 Jahre alten Lindenallee an der Schlossbucht oder rund um See- und Sonnentempel. Jeweils im Juli und August ist der Park Kulisse der Eutiner Festspiele mit Opern- und Musical-Aufführungen.

Moderne Freizeitanlagen am Wasser

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Der 1,8 Hektar große Küchengarten diente einst der Versorgung der Schlossbewohner.

Auf einem Areal zwischen Schlossgarten, Süduferpark, Stadtbucht und Seepark fand 2016 die Landesgartenschau statt. Dafür wurde unter anderem der historische Küchengarten im Zentrum des Schlossgartens restauriert. An der Stadtbucht des Großen Eutiner Sees entstanden eine neue Uferpromenade und ein Holzdeck. Der Seepark wurde im Rahmen der Stadtsanierung neu gestaltet und als Freizeitgelände mit Fitnessgeräten, Picknickplätzen und Spielplätzen belebt.

Auf und am See

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Auf zahlreichen Seen lässt sich die Landschaft vom Wasser aus erkunden.

Beliebt bei Touristen ist eine Schifffahrt auf dem Großen Eutiner See. Die Rundfahrt beginnt in der Saison bis zu vier Mal täglich an der Stadtbucht und dauert eine Stunde. Wer sich sportlich betätigen will, kann den See per Kanu oder mit dem Segelboot erkunden. In den Sommermonaten lädt er zum Baden ein - nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt liegt eine hübsche historische Badeanstalt. Der umliegende Naturpark Holsteinische Schweiz bietet zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen und Radtouren.

Wo Tischbein malte und Weber aufwuchs

Tipp

Eutins glanzvolle Geschichte hinter weißen Mauern

Um 1800 war Eutin ein kulturelles Zentrum im Norden. Davon zeugen die Schätze des Ostholstein-Museums. mehr

Seine besten Jahre erlebte Eutin im 18. und 19. Jahrhundert. Die Fürstbischöfe aus dem Hause Holstein-Gottorf holten namhafte Dichter, Denker und Künstler an den Hof. Der Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein etwa, der seinen Freund Johann Wolfgang in dem bekannten Bild "Goethe in der Campagna" verewigte, arbeitete am Hof und verbrachte auch seinen Lebensabend in der Stadt. Im Gartenhaus seines letzten Wohnsitzes in der Stolbergstraße 8 veranstaltet der gemeinnützige Verein "Kreis der Künste in Eutin" wechselnde Ausstellungen. Goethe soll Eutin gar als "Weimar des Nordens" bezeichnet haben. Carl Maria von Weber, der Komponist des "Freischütz", wurde 1786 in Eutin geboren. Eine Tafel an seinem Geburtshaus, einem zweigeschossigen Fachwerkhaus, und ein Denkmal im Schlosspark erinnern an ihn.

Die Stadt der Rosen

Eutin nennt sich selbst "Rosenstadt". Die Bezeichnung stammt vermutlich aus der Zeit, als der Herzog von Oldenburg nach seinem Exil 1813 nach Eutin zurückkehrte. Die Bevölkerung empfing ihn in der mit Rosen geschmückten Stadt. Um dem Namen "Rosenstadt" gerechter zu werden, blühen seit 2005 Rosen mit dem Namen "Schloss Eutin" im Schlossgarten. Besonderes Merkmal ist die rosafarbene und sehr volle Blüte, in Anlehnung an die barocke Zeit. Auch sportlich wird das Motto aufgegriffen: Jährlich um Pfingsten lädt Eutin zum Rosenstadt-Triathlon ein.

Karte: Eutin
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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 30.03.2019 | 18:00 Uhr

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