Stand: 06.02.2019 15:42 Uhr

So viel Spaß macht der Winter in Hahnenklee

von Axel Franz, NDR.de

Mit der Seilbahn auf den Gipfel: In Hahnenklee kommen jeweils vier Besucher in einer Gondel nach wenigen Minuten auf dem dicht bewaldeten Bocksberg an. Parallel dazu bringt ein moderner Sessellift Skifahrer nach oben. Schon von Weitem erkennen Gäste den 726 Meter hohen Berg am rot-weißen Gitterturm einer Funkstation. Die Bergstation der Seilbahn steht im Mittelpunkt des Skigebiets mit einem Sessel-, zwei Schleppliften und sechs Pisten von leicht bis schwer. Die längste, die sogenannte Familienabfahrt, führt auf 1,5 Kilometern zurück ins Tal. Schneekanonen sorgen dafür, dass diese Route auch befahrbar ist, wenn auf den steileren Hängen nicht genügend Schnee liegt.

Winter in Hahnenklee

Die relativ schmale Piste endet auf einem breiten Hang an der Talstation. Hier kommt Wintersport-Flair wie in den Alpen auf - in Harzer Dimensionen. Ein Mini-Lift zieht Anfänger 200 Meter bergauf, Skilehrer zeigen ihnen die ersten Schwünge. Wer kein eigenes Material mitbringt, kann es vor Ort ausleihen.

Mit dem Sessellift auf den Bocksberg

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Mit dem Sessellift kommen Skifahrer bequemer auf dem Berg als mit der Seilbahn.

Vor einigen Jahren hat Hahnenklee die Transportkapazität auf den Bocksberg erheblich ausgeweitet. Parallel zur Seilbahn bringt nun ein Vierer-Sessellift Hunderte Skifahrer pro Stunde zum Gipfel. Während die Sportler bisher die Ski abschnallen mussten, um in die Talstation der Seilbahn zu gehen, können sie nun direkt in den Sessellift steigen. Unter der Seilbahn wurde eine neue Freestyle-Piste angelegt, 1.000 Meter lang und mittelschwer zu fahren.

Parallel zu der Familienabfahrt sorgt eine der längsten Rodelbahnen im Harz für Schlittenspaß. Wer den Aufstieg nicht scheut oder mit der Gondel auf den Bocksberg schwebt, kann sich auf 1,4 Kilometer Abfahrt freuen. Allerdings bilden sich auf der Rodelbahn schnell Wellen, die das Vergnügen etwas schmälern.

Mit dem Bob auf der Sommerbahn

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Die Sommerrodelbahn hat auch im Winter geöffnet.

Ebenfalls auf dem sogenannten Erlebnisbocksberg wurde eine Sommerrodelbahn eröffnet, die ihren Betrieb auch im Winter nicht einstellt. Die Bobs für höchstens zwei Personen fahren eine knapp 1,3 Kilometer lange Strecke mit Kreisel und Wellen hinab. Gebremst wird mit einem Handgriff. Anschließend zieht ein Seil Bob und Passagiere wieder zum Gipfel.

Angebote für Langläufer und Wanderer

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Der Liebesbankweg ist auch im Winter eine interessante Strecke.

Im Kurpark von Hahnenklee, das seit mehr als 120 Jahren als heilklimatischer Kurort anerkannt ist, können Skilangläufer auf einer 800 Meter langen Runde erste Erfahrungen sammeln. Auf Geübte warten zwei mittelschwere, insgesamt elf Kilometer lange Loipen. Der Teich neben dem großen Kurhaus lädt zum Schlittschuhlaufen ein. Wer die waldreiche Umgebung von Hahnenklee zu Fuß erkunden möchte, kann ein knappes Dutzend geräumter und gestreuter Wanderwege nutzen.

Vom Bergbau zum Tourismus

Hahnenklee gehört zum 16 Kilometer entfernten Goslar, liegt auf rund 600 Metern aber deutlich höher als die Stadt. Als die Zeit des Bergbaus im Harz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Ende ging, entwickelte sich in Hahnenklee allmählich der Tourismus. Heute bietet der Ort rund 4.500 Gästebetten, in kleinen Pensionen ebenso wie in Vier-Sterne-Hotels und Appartement-Anlagen. Trotz einigen Bausünden aus den 70er-Jahren hat sich Hahnenklee mit vielen Holz- und Fachwerkhäusern den Charme eines Harzer Bergdorfes erhalten.

Eine Kirche ganz aus Holz

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Die markante Stabkirche besteht komplett aus Holz.

Am Ortsrand steht die bekannteste Sehenswürdigkeit von Hahnenklee: die mehr als 100 Jahre alte Stabkirche. Das Holzgebäude enthält in der Grundkonstruktion weder Schrauben noch Nägel. Im Unterschied zu den norwegischen Vorbildern mit ihren einzeln stehenden Türmen ist der Turm hier mit der Kirche verbunden. So dient er als Aufgang zur Empore. Durch die kleinen Bleiglas-Fenster fällt Licht in den Innenraum, der einladend und warm wirkt. Die Kirche wurde 1908 in nur zehn Monaten nach Plänen von Karl Mohrmann errichtet. Eine Holzkirche, so meinte der Baurat der hannoverschen Landeskirche, passe am besten in den waldreichen Harz.

Karte: Markante Punkte in Hahnenklee
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